so beginnt eine meiner Neuerwerbungen von Holzhau Ansichtskarten. Selbstredend von Walter Richter. Abgesendet wurde sie genau vor 107 Jahren, am 21.Juli 1910. Da ist sie wieder, die 107! Ich will kurz zitieren:
"... erhalten im Erbgerichtsgasthofe immer guten Mittagstisch. Jeden Tag haben wir bisher Ausflüge in die wunderschöne Umgebung, besonders ins nahe Böhmen unternommen. Heute hatten wir uns einen Ausflug nach Rehefeld vorgenommen, doch da es früh regnete, mussten wir die Partie verschieben. In unserem Orte wohnen 400 Sommerfrischler, auch Rechenberg und Zollhaus Hermsdorf sind sehr besuchte."
Mich freut es, dass im Erbgerichtsgasthof offenbar seit längerem gut gekocht wird. Erstaunt hat mich die große Zahl von Sommerfrischlern in Holzhau. 400 hätte ich dieser Zeit nicht zugetraut.
Was noch spannend an der Karte ist. Gesendet wird sie an die Schladitz Werke, einem Dresdener Fahrradhersteller.
Und hier die Karte.
Im Jahr 1895 beantragte Ernst Richter aus Frankenberg/Sa. den Bau eines Wohnhauses in Holzhau. Mit dessen Fertigstellung, noch im selben Jahr, war die erste Holzhauer gewerbliche Einrichtung für den Tourismus entstanden. Die ersten "Sommerfrischler" kamen spätestens 1896. Holzhau ist heutzutage vor allem für Wintersportler anziehend, aber zu jeder Jahreszeit einen Urlaub wert. Auch wenn es "Richters Sommerfrische" seit ca. 75 Jahren unter diesem Namen nicht mehr gibt.
Willkommen
Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.
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Freitag, 21. Juli 2017
Freitag, 23. Mai 2014
Zuwachs ...
Manchmal geht es mit der Kartensammelei nicht so richtig vorwärts. Alle Karten welche angeboten werden, sind in meinen Alben bereits enthalten. Was bei inzwischen knapp 200 unterschiedlichen Motiven von Walter Richter Ansichtskarten unter mehr als 600 Ansichtskarten von Holzhau nun wirklich kein Wunder ist. Zumal ich nicht jeden Preis für eine Karte zahlen kann.
Dann findet wieder mal ein richtige Explosion statt und ich werde binnen kürzester Zeit gleich mehrfach fündig. So geschah es dieser Tage.
Eine dieser Karten stelle ich hier vor. Diese zeigt uns eine seltene Ansicht von Rechenberg aus Richtung der Alten Straße.
Die Karte stammt aus dem Jahr 1928.
Im übrigen: vor einigen Monaten wurde bei mir über drei Ecken nachgefragt, ob ich Motive meiner Sammlung für eine geplante Ausstellung anlässlich der 80ten Wiederkehr der Gründung des Fremdenverkehrs- und Heimatvereins von Holzhau zur Verfügung stellen könnte.
Gerne.
Jedoch muss ich rechtzeitig erfahren, welche Motive dieses sein sollen. Der Umfang meiner Sammlung von inzwischen 6 Alben und Rucksacktourismus vereinbaren es nämlich nicht, dass ich meine komplette Sammlung nach Holzhau mitnehme. Der einfachste Weg wäre, über den Link zu den Ansichtskarten, die gewünschten Motive auszuwählen und mir das mitzuteilen. Dann könnte ich diese Auswahl mitbringen, kopieren lassen oder in digitaler Form übersenden.
Gerne.
Jedoch muss ich rechtzeitig erfahren, welche Motive dieses sein sollen. Der Umfang meiner Sammlung von inzwischen 6 Alben und Rucksacktourismus vereinbaren es nämlich nicht, dass ich meine komplette Sammlung nach Holzhau mitnehme. Der einfachste Weg wäre, über den Link zu den Ansichtskarten, die gewünschten Motive auszuwählen und mir das mitzuteilen. Dann könnte ich diese Auswahl mitbringen, kopieren lassen oder in digitaler Form übersenden.
Mittwoch, 13. März 2013
Zuwachs
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| W. Richter |
dieser Tage habe ich eine weiter Karte von Walter Richter erwerben können. Sie zeigt den Eingang in das Paradies des Töpferwaldes über die Brettelle. Neben Richters Sommerfrische, ist auch deutlich die Obere Brettmühle, damals noch als "Herklotz-Mühle" zu erkennen. Der untere Abschnitt vom Schleppweg befand sich damals frei sichtbar innerhalb einer Schonung.
Aufgenommen wurde die Ansicht vor etwas mehr als 100 Jahren. Ich freue mich schon darauf, in etwa 2 Wochen dort zu wandern.
Donnerstag, 6. September 2012
Bitte um Hilfe
die Sammlung von Walter Richter Karten ist inzwischen ziemlich umfangreich. Etwa 200 unterschiedliche Motivkarten sind es bislang in speziellen Album hinterlegt. Da viele Karten mehrfach verlegt wurden, liegt die Zahl der vorhandenen Karten sogar noch höher. Vor allem Motive aus Holzhau selbst (etwa 100) und dem benachbarten Rechenberg-Bienenmühle (fast 40) haben sich als die Schwerpunkte des fotografischen Schaffens von Walter Richter erwiesen. Daneben existieren aber auch Karten von:
- Burkersdorf
- Fleyh
- Hermsdorf
- Langenau
- Moldava
- Motzdorf
- Nassau
- Niklasberg
- Rehefeld
ich vermute einmal, dass es auch von anderen Orten Karten gibt. Daher meine Bitte um Mithilfe bei der Suche nach Karten. Mich interessiert jede Information, welche über den Stand der Erkenntniss im AK-Lexikon hinausgeht.
- Burkersdorf
- Fleyh
- Hermsdorf
- Langenau
- Moldava
- Motzdorf
- Nassau
- Niklasberg
- Rehefeld
ich vermute einmal, dass es auch von anderen Orten Karten gibt. Daher meine Bitte um Mithilfe bei der Suche nach Karten. Mich interessiert jede Information, welche über den Stand der Erkenntniss im AK-Lexikon hinausgeht.
Montag, 30. Juli 2012
Walter Richter am Forsthaus Holzhau
bei meiner Sammelleidenschaft für Ansichtskarten achte ich nicht nur auf die Bilder. Häufig sind auch die Texte und sich aus Absender und Empfänger ergebende Zusammenhänge spannend.
Vor kurzen habe ich im eine Karte gekauft, dessen Motiv mir eigentlich bekannt ist und sich bereits in meiner Sammlung befand. Das Herstellungsdatum dieser Karte liegt spätestens im Mail 1899. Deutlich ist auf dieser, in einer mir bekannt vorkommenden Schrift vermerkt worden "das bin ich". Sofort lag für mich die Vermutung nahe, dass es sich hier um meinen Freund Walter Richter handeln könnte. Und richtig, die Karte ist an des jungen Walters Frankenberger Schulfreund adressiert.
Die Karte ist nicht aus dem Verlag von Walter Richter sondern vom Nestor der Ansichtskarten von Bienenmühle, Rechenberg und Holzhau Arthur Zieschang. Dieser war neben seiner Tätigkeit als Uhrmacher auch Herausgeber und Produzent vieler schöner Ansichtskarten. Sein Ladengeschäft befand sich in der damaligen Adresse "Bienenmühle 81". Heute ist das die Alte Straße 4 und Standort des Modellbahngeschäftes.
Wie es dazu kam, dass Walter Richter auf diese Karte kam, kann ich nur vermuten. Vielleicht ist er mit dem Photographen mitgegangen. als dieser einen Auftrag für seinen Vater Ernst ausführte. Interesse für so etwas lag bei Walter ja vor. Wir erinnern uns: es gibt eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1898.
Mal schauen, ob es dazu noch weiteres in Erfahrung bringen lässt.
Vor kurzen habe ich im eine Karte gekauft, dessen Motiv mir eigentlich bekannt ist und sich bereits in meiner Sammlung befand. Das Herstellungsdatum dieser Karte liegt spätestens im Mail 1899. Deutlich ist auf dieser, in einer mir bekannt vorkommenden Schrift vermerkt worden "das bin ich". Sofort lag für mich die Vermutung nahe, dass es sich hier um meinen Freund Walter Richter handeln könnte. Und richtig, die Karte ist an des jungen Walters Frankenberger Schulfreund adressiert.
Die Karte ist nicht aus dem Verlag von Walter Richter sondern vom Nestor der Ansichtskarten von Bienenmühle, Rechenberg und Holzhau Arthur Zieschang. Dieser war neben seiner Tätigkeit als Uhrmacher auch Herausgeber und Produzent vieler schöner Ansichtskarten. Sein Ladengeschäft befand sich in der damaligen Adresse "Bienenmühle 81". Heute ist das die Alte Straße 4 und Standort des Modellbahngeschäftes.
Wie es dazu kam, dass Walter Richter auf diese Karte kam, kann ich nur vermuten. Vielleicht ist er mit dem Photographen mitgegangen. als dieser einen Auftrag für seinen Vater Ernst ausführte. Interesse für so etwas lag bei Walter ja vor. Wir erinnern uns: es gibt eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1898.
Mal schauen, ob es dazu noch weiteres in Erfahrung bringen lässt.
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| die Karte: gelaufen am 26.5.1899 |
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| Detail aus der Karte mit W. Richter, damals noch keine 14 Jahre alt |
Mittwoch, 9. Mai 2012
liegt Frankenberg im Erzgebirge?
ganz so wichtig ist diese Frage eigentlich nicht. Strenggenommen gehört Frankenberg nicht zum Erzgebirge. Die Stadt befindet sich jedoch im unmittelbaren Erzgebirgsvorland, direkt an dessen Nordkante. Strukturmäßig gehört Frankenberg heutzutage jedoch zum gleichen Kreis wie Holzhau - zu Mittelsachsen.
Die für mich interessante Frage ist eigentlich, ob Walter Richter auch Ansichtskarten von meinem Geburtsort verlegt hat. Oder anders gesagt - hatte er stabile Rückverbindungen in den Ort, aus welchem er mit seinen Eltern ins tiefe Gebirge nach Holzhau verzog, als er etwa 10 Jahre alt war. Aus alten, von ihm selbst geschriebenen Ansichtskarten weiß ich, dass er mehrfach einem Freund nach Frankenberg schrieb und diesen gar nach Holzhau einlud. Waren diese Verbindungen jedoch so geartet, dass er später Frankenberg besuchte und dort vielleicht sogar Ansichtskartenmotive aufnahm? Nötig hatten es potentielle Kunden von Ansichtkartenverlegern nicht. Frankenberg hatte selbst mehrere Ansichtskartenproduzenten im Ort.
Obzwar zur damaligen Zeit die Verkehrsverbindungen nicht so ausgebaut wie heutzutage waren, bestand jedoch über die Eisenbahn eine schnelle und gute Verbindung zwischen Holzhau und Frankenberg. Rein verkehrstechnisch, wäre es also durchaus im Rahmen der Möglichkeiten.
Ich suche jedenfalls weiter Obwohl meine Hoffnung darauf nicht sehr groß ist.
Eine Karte ist heute nicht dabei.
P.S. immer wieder Holzhau!!
Eine Karte ist heute nicht dabei.
P.S. immer wieder Holzhau!!
Dienstag, 10. April 2012
Ansichtskarten Statistik
über die Feiertage habe ich mal wieder in die Ansichtskarten von Walter Richter geschaut und dabei meine "Schätze" auch einmal gezählt. Inzwischen befinden sich physisch 239 Ansichtskarten des Verlages von W. Richter der Sammlung. Diese zeigen 179 unterschiedliche Motive. Etwa 20 weitere Karten habe ich im Internet schon einmal gesehen, jedoch wegen der zu deftigen Preise auf den Ankauf verzichtet. Die Praxis zeigt mir immer wieder - Geduld zahlt sich auch beim Sammeln von Ansichtskarten aus. Ein Drama ist es auch nicht, die eine oder andere Karte nicht zu besitzen.
Bei den Motiven liegt ganz klar Holzhau vorn. Insgesamt 101 Karten zeigen den Ort, davon 20 Wintermotive. Rechenberg-Bienenmühle präsentiert sich auf 36 Karten. Interessanterweise nicht ein einziges mal im Winterkleid. Immerhin 11 Motive zeigen Moldau (Moldava) und 10 Karten Neu-Hermsdorf.
Die weiteste Reise zum Fotografieren führte Walter Richter nach Ober-Langenau (heute zu Brand-Erbisdorf gehörend).
Den weitesten Laufweg legte eine Karte östlich bis nach Kostroma in Russland zurück. Richtung Westen reichte es nur bis Dison in Belgien.
Zeitlich wird der Rahmen zwischen 1903 und 1936 abgesteckt. Die Karte von 1898 trägt noch nicht den Aufdruck des Verlages.
Als Karte heute mal ein Exot aus dem böhmischen. Eisenbahnbrücke zwischen Neustadt (Nové Mesto) und Niklasberg (Mikulov).
Bei den Motiven liegt ganz klar Holzhau vorn. Insgesamt 101 Karten zeigen den Ort, davon 20 Wintermotive. Rechenberg-Bienenmühle präsentiert sich auf 36 Karten. Interessanterweise nicht ein einziges mal im Winterkleid. Immerhin 11 Motive zeigen Moldau (Moldava) und 10 Karten Neu-Hermsdorf.
Die weiteste Reise zum Fotografieren führte Walter Richter nach Ober-Langenau (heute zu Brand-Erbisdorf gehörend).
Den weitesten Laufweg legte eine Karte östlich bis nach Kostroma in Russland zurück. Richtung Westen reichte es nur bis Dison in Belgien.
Zeitlich wird der Rahmen zwischen 1903 und 1936 abgesteckt. Die Karte von 1898 trägt noch nicht den Aufdruck des Verlages.
Als Karte heute mal ein Exot aus dem böhmischen. Eisenbahnbrücke zwischen Neustadt (Nové Mesto) und Niklasberg (Mikulov).
Mittwoch, 21. Dezember 2011
vorfristiges Weihnachtsgeschenk
Im Internet habe ich mir am Ende voriger Woche vier neu Ansichtskarten gekauft. Wie so oft, ohne vorher zu wissen, wer Produzent dieser Karten war. Leider wird das von vielen Internethändlern nicht mit angegegeben. Heute lagen die Karten im Briefkasten. Dabei stellte sich heraus, dass ich mich sozusagen selbst beschenkt habe! Zwei der Karten stammen nämlich von meinem Freund Walter Richter.
Eine dieser W. Richter Neuerwerbungen ist ein schönes Winterbild des Torfhauses. Zu welchem wir erst gestern eine Schlittenfahrt gemacht haben.
Der bauliche Zustand zeigt eine interessante Zwischenstufe, bei der Erweiterung des Torfhauses durch den Freiberger SSK, Johannes Kampraths. Das ursprüngliche Haus, hat auf der Ansicht bereits einen Anbau erhalten (hinten). In späteren Jahren, wird auch der vordere Teil vergrößert (oder neu gebaut?) und das Dach erhält einen Ausbau.
Eine dieser W. Richter Neuerwerbungen ist ein schönes Winterbild des Torfhauses. Zu welchem wir erst gestern eine Schlittenfahrt gemacht haben.
Der bauliche Zustand zeigt eine interessante Zwischenstufe, bei der Erweiterung des Torfhauses durch den Freiberger SSK, Johannes Kampraths. Das ursprüngliche Haus, hat auf der Ansicht bereits einen Anbau erhalten (hinten). In späteren Jahren, wird auch der vordere Teil vergrößert (oder neu gebaut?) und das Dach erhält einen Ausbau.
Freitag, 9. Dezember 2011
Post aus Holzhau
man kann es sich kaum vorstellen ;-) aber auch ohne Internet gelang es in früherer Zeit, Zimmer für den Urlaub, die "Sommerfrische" zu buchen. Man bediente sich des Postweges, welcher auch damals nicht langsamer war als heutzutage. Die vor 100 Jahren noch üblichen Eingangsstempel beweisen dieses.
Vor mir liegt eine Karte, in welcher Ernst Richter eine Buchungsanfrage beantwortet. Am 24.07.1903 schrieb er diese Karte und vertraute sie dem an seinem Hause hängendem Briefkasten an. Vielleicht gab er sie am nächsten Morgen auch dem Postboten persönlich in die Hand. Tatsache ist, das die Karte am 25.7. zwischen 10 und 11 Uhr vormittags in Bienenmühle freigestempelt wurde. Bereits am selben Tag zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags, wird durch Stempel der Eingang der Karte bestätigt. Das war ein Sonnabend. Vielleicht wurde 1903 auch noch am Sonnabend-Nachmittag Post ausgetragen. Aber selbst wenn das nicht der Fall war - spätestens am Montag hatte der Empfänger seine Post im Hausbriefkasten.
Zur Karte selbst. Was teilte Ernst Richter seinem potentiellen Gast (aus Nossen) mit? Nun, der Text unterscheidet sich kaum von heutigen Antworten auf eine Buchungsanfrage: "Antwortlich Ihrer werten Karte teile ich Ihnen mit, daß vom 9. August nun wieder Zimmer mit zwei Betten frei sind im Preiß von 10 Mark wöchentlich." Als Vollverpfegungspreis gibt Ernst Richter 2,50 Mark für den Tag an.
Die Karte gibt bereits als Verleger den damals 18-jährigen Walter Richter an.
Vor mir liegt eine Karte, in welcher Ernst Richter eine Buchungsanfrage beantwortet. Am 24.07.1903 schrieb er diese Karte und vertraute sie dem an seinem Hause hängendem Briefkasten an. Vielleicht gab er sie am nächsten Morgen auch dem Postboten persönlich in die Hand. Tatsache ist, das die Karte am 25.7. zwischen 10 und 11 Uhr vormittags in Bienenmühle freigestempelt wurde. Bereits am selben Tag zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags, wird durch Stempel der Eingang der Karte bestätigt. Das war ein Sonnabend. Vielleicht wurde 1903 auch noch am Sonnabend-Nachmittag Post ausgetragen. Aber selbst wenn das nicht der Fall war - spätestens am Montag hatte der Empfänger seine Post im Hausbriefkasten.
Zur Karte selbst. Was teilte Ernst Richter seinem potentiellen Gast (aus Nossen) mit? Nun, der Text unterscheidet sich kaum von heutigen Antworten auf eine Buchungsanfrage: "Antwortlich Ihrer werten Karte teile ich Ihnen mit, daß vom 9. August nun wieder Zimmer mit zwei Betten frei sind im Preiß von 10 Mark wöchentlich." Als Vollverpfegungspreis gibt Ernst Richter 2,50 Mark für den Tag an.
Die Karte gibt bereits als Verleger den damals 18-jährigen Walter Richter an.
Freitag, 2. Dezember 2011
Ansichtskarten II - wann verlegt?
woran erkenne ich eigentlich wann eine Ansichtskarte von Walter Richter entstand? Da gibt es für mich mehrere Kriterien. Das wichtigste davon ist die Nummer der Karte. Ab 1917 ist in dieser nämlich das Herstellungsjahr enthalten. Man muss es nur entdecken. 1917, 1923 und bei vielen Karten von 1918 komplett vierstellig. Als Beispiel 1917-1.
In den weiteren Jahren nur 2-stellig - mal am Anfang mal am Ende der Kartennummer, mal mit und mal ohne Bindestrich oder Punkt als Trenner. 10.24 =1924, 57-25=1925, 3427=1927, 36006=1936, 32579=1932. Die Karten vor 1905 sind an der ungeteilten Vorderseite der Karte zu erkennen. Die Vorderseite einer Ansichtskarte ist die für die Anschrift. Denn Ansichtspostkarten, sind ja eigentlich nichts anderes, als Postkarten mit einer Ansicht, auf der für die zu übermittelnde Information vorgesehene Rückseite. Sozusagen an Stelle des Textes ein Bild.
Außerdem hilft selbstverständlich der Poststempel. Ansichtskarten waren früher keine Ladenhüter, sie gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Man kann daher getrost davon ausgehen, dass das Datum der Freimachung zeitnah der Herstellung einer Ansichtskarte war. Wenn und sie Marke samt Stempel fehlt, unterstützt uns die früher übliche Art, das Datum auf der Karte zu vermerken.
Dienstag, 29. November 2011
Wanderführer Walter Richter
mit Walter Richter an der Seite, lässt es sich gut wandern. Er kann zwar nicht selbst dabei sein, aber seine vielen schönen Ansichtskarten weisen uns den Weg und zeigen die Wanderziele. Da er von der Ortsmitte Holzhaus startete, um seine Fotos zu machen und zeitgemäß zu Fuß unterwegs war, entsprechen seine dabei zurückgelegten Entfernungen genau unseren Wanderstrecken. Eigentlich sind alle seine Ansichtskarten in maximal 10 km Entfernung entstanden. Holzhau selbst stellt den Großteil der Motive. Viele Karten gibt es auch von Rechenberg und Bienenmühle.
In Richtung Osten gibt es Ansichten von Teichhaus, Neu-Hermsdorf und Neu-Rehefeld. Wie auch wir heutzutage, ist Walter Richter nicht bis nach Rehefeld hineingewandert um das Jagdschloß zu sehen und abzulichten. Er ist einfach bei Neu-Rehefeld auf den Hemmschuh gewandert und hat auf der Höhe seine Kamera aufgebaut.
Im böhmischen Erzgebirge schenkte uns Walter Richter viele Ansichten von Moldava (damal noch Moldau), Fleyh und Motzdorf (also gleich hinter dem Battleck).
Selbstverständlich ist unser Photograph auch über die Brettelle und die Kalkstraße oder den N-Weg nach Nassau gewandert um vom nördlichen Nachbarort Ansichtskartenmotive zu finden.
In Richtung Osten gibt es Ansichten von Teichhaus, Neu-Hermsdorf und Neu-Rehefeld. Wie auch wir heutzutage, ist Walter Richter nicht bis nach Rehefeld hineingewandert um das Jagdschloß zu sehen und abzulichten. Er ist einfach bei Neu-Rehefeld auf den Hemmschuh gewandert und hat auf der Höhe seine Kamera aufgebaut.
Im böhmischen Erzgebirge schenkte uns Walter Richter viele Ansichten von Moldava (damal noch Moldau), Fleyh und Motzdorf (also gleich hinter dem Battleck).
Selbstverständlich ist unser Photograph auch über die Brettelle und die Kalkstraße oder den N-Weg nach Nassau gewandert um vom nördlichen Nachbarort Ansichtskartenmotive zu finden.
Montag, 28. November 2011
Top Ansichtskarten 2
hinter der 8-mal aufgelegten Karte des Holzhauer Oberdorfes, folgen mehrere 5 bis 6 mal aufgelegte Karten. So wurde DAS Holzhauer Ansichtskartenmotiv, mindestens 6 mal von Walter Richter aufgelegt. Auch andere Ansichtskartenverlage schickten ihre Fotografen an diese Position. Die Rede ist von der Talblick-Aussicht. Dort befindet sich das heutige Hotel "Talblick", früher Standort des Bauernhofes der Familie Löwe.
Von etwa 1914 bis 1926 erlebte diese Karte mehrere Auflagen. 1928 und 1932 machte Walter Richter von der gleichen Stelle neue Fotos.
Eine der 5-fach aufgelegten Karten zeigt Richters Sommerfrische mit der Herklotzmühle. Die Karte in color hatte ich bereits unter auf "auf der falschen Seite" eingestellt. Eine ebenfalls wenigstens 5 Auflagen erlebende Karte, ist die unter "Ansichtskarten" gezeigte Darstellung des Gasthauses mit Personal.
Von etwa 1914 bis 1926 erlebte diese Karte mehrere Auflagen. 1928 und 1932 machte Walter Richter von der gleichen Stelle neue Fotos.
Eine der 5-fach aufgelegten Karten zeigt Richters Sommerfrische mit der Herklotzmühle. Die Karte in color hatte ich bereits unter auf "auf der falschen Seite" eingestellt. Eine ebenfalls wenigstens 5 Auflagen erlebende Karte, ist die unter "Ansichtskarten" gezeigte Darstellung des Gasthauses mit Personal.
Top Ansichtskarten
das meint nicht die Qualität, sondern bezieht sich auf die Auflagen der verschiedenen Motive. Die Geschmäcker sind da sehr verschieden. Wie ich schon beim Beitrag Ansichtskarten vermerkte, legte Walter Richter verschiedene Karten mehrfach auf. Wobei es sich meiner Kenntnis entzieht, wie hoch die Einzelauflage einer Karte war. Nach der Anzahl der angebotenen Karten zu beurteilen, sollten es bei einigen Karten dreistelligen Auflagenhöhen gewesen sein.
Die am häufigsten verlegte, ist diese Karte:
die Abbildung zeigt die Auflage von etwa 1912. Bis zum Jahr 1934 wurde sie insgesamt 8 mal aufgelegt. Es können durchaus noch mehr Auflagen sein. Aber 8 sind es sicher. Warum diese Karte so beliebt war, ist klar. Sie zeigt fast das komplette Dorf. Viele Holzhau Urlauber konnten auf dieser Karte, sowohl den Charakter der Landschaft, den höchsten Berg und ihre Unterkunft erklären.
Die am häufigsten verlegte, ist diese Karte:
Donnerstag, 24. November 2011
Ansichtskarten kaufen
Sammeln ist eine Leidenschaft. Da steckt leiden drin. Zumal, wenn man als Sammler nicht über ein gewaltiges finanzielles Potential verfügt. Aber ohne Beschränkung würde es auch keinen Spaß machen. Oder?
Meine Quellen für die Ergänzung der AK-Sammlung liegen auf der Straße (Sammlermärkte) aber hauptsächlich im Internet. Dort bevorzuge ich seriöse Händler wie z.B. Bartko-Reher und ak-pool. Diese zeigen die Karten komplett von beiden Seiten und verkaufen zu erschwinglichen Preisen.
Manch gutes Angebot findet man bei ebay. Das Problem dort besteht üblicherweise darin, das nur die Bildseite gezeigt wird. Ansichtskartensammler sind jedoch sehr selten Bildchensammler, sondern verbinden mit dem Hobby weitere Interessen kultur- oder zeitgeschichtlicher Art. Da genügt zur Kaufentscheidung nicht nur das Bild. Zumal etliche, der auf ebay vertretenen Händler Preise fordern, welche den Eindruck erwecken, der Händler möchte gar nicht verkaufen. Karten, welche andere Händler für 1 Euro nicht loswerden, sind oft für 10 Euro im Angebot. Aber auch mich interessierende Karten, sind mir keine 20 oder gar 30 Euro wert. Die Praxis zeigt, das 9 von 10 Karten mit ein wenig Geduld für 1 bis 3 Euro zu bekommen sind. Ansichtskarten sind Massenprodukte. In früherer Zeit noch viel stärker als heutzutage. Mein persönliches Limit habe ich bei etwa 6 Euro festgelegt. Bei für mich besonderen Stücken, gehe ich auch mal ein wenig darüber.
Andere online-Auktionen besuche ich nur noch sporadisch. Auch dort tummeln sich die gleichen Händler, wie auf ebay.
Meine Quellen für die Ergänzung der AK-Sammlung liegen auf der Straße (Sammlermärkte) aber hauptsächlich im Internet. Dort bevorzuge ich seriöse Händler wie z.B. Bartko-Reher und ak-pool. Diese zeigen die Karten komplett von beiden Seiten und verkaufen zu erschwinglichen Preisen.
Manch gutes Angebot findet man bei ebay. Das Problem dort besteht üblicherweise darin, das nur die Bildseite gezeigt wird. Ansichtskartensammler sind jedoch sehr selten Bildchensammler, sondern verbinden mit dem Hobby weitere Interessen kultur- oder zeitgeschichtlicher Art. Da genügt zur Kaufentscheidung nicht nur das Bild. Zumal etliche, der auf ebay vertretenen Händler Preise fordern, welche den Eindruck erwecken, der Händler möchte gar nicht verkaufen. Karten, welche andere Händler für 1 Euro nicht loswerden, sind oft für 10 Euro im Angebot. Aber auch mich interessierende Karten, sind mir keine 20 oder gar 30 Euro wert. Die Praxis zeigt, das 9 von 10 Karten mit ein wenig Geduld für 1 bis 3 Euro zu bekommen sind. Ansichtskarten sind Massenprodukte. In früherer Zeit noch viel stärker als heutzutage. Mein persönliches Limit habe ich bei etwa 6 Euro festgelegt. Bei für mich besonderen Stücken, gehe ich auch mal ein wenig darüber.
Andere online-Auktionen besuche ich nur noch sporadisch. Auch dort tummeln sich die gleichen Händler, wie auf ebay.
Mittwoch, 23. November 2011
Lieblingskarte
Nicht nur weil sie die älteste, mir bekannte Karte mit "Richters Sommerfrische ist, nenne ich diese Karte meine Lieblingskarte. Sie ist auch vom damals 13 jährigem Walter Richter selbst geschrieben und Walter ist auch auf der Karte abgebildet. Zum runden Bild unten links kommentiert er nämlich "der kleine Kerl, das bin ich." Wer Produzent dieser, spätestens 1898 entstandenen Karte ist, weiß ich nicht. Für damals in der Gegend bereits tätige Verleger, wie Zieschang aus Bienenmühle, ist sie mir zu unprofessionell. Möglicherweise hat sie der junge Walter Richter selbst hergestellt. Damals gab es Sets zum Ansichtskarten selbst machen.
Sammelleidenschaft
In meinem Walter Richter Verzeichnis von Ansichtskarten, haben sich mittlerweile mehr als 200 Karten angesammelt. Sie repräsentieren gegenwärtig 170 verschiedene Motive von Holzhau, Bienenmühle, Rechenberg, Burkersdorf, Nassau, Neu-Hermsdorf, Rehefeld, Neu-Rehefeld, Langenau sowie den im böhmischen Erzgebirge gelegenen Orten Moldau, Niklasberg, Fleyh und Motzdorf.
Ansichtskarten von Holzhau und Umgebung
Der Name Walter Richters taucht seit 1903 als Verleger von Ansichtskarten auf. Motive waren anfangs hauptsächlich "Richters Sommerfrische" selbst und die nähere Umgebung. Bis zu seinem Tode im Jahr 1939, verlegte er hunderte von verschiedenen Ansichtskarten. Besonders erfolgreiche Motive wurden über Jahrzehnte immer wieder neu aufgelegt.
Das abgebildete Motiv zeigt "Richters Sommerfrische" am Anfang des 20. Jahrhunderts
hier geht es zu den Ansichtskarten von Walter Richter
Das abgebildete Motiv zeigt "Richters Sommerfrische" am Anfang des 20. Jahrhunderts
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