Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.
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Sonntag, 12. Juni 2016

zum Bahnhof über die klappernde Mühle

Wie angekündigt noch ein kurzer Bericht über die Abschlusswanderung meines Mai/Juni Intermezzos in Holzhau. Die Abreise war selbstverständlich so geplant, dass ich noch zu Mittag esse, bevor ich abreise. Und vor dem Essen kommt das Wandern. Seit die neuen Müllersleute in der Weicheltmühle residieren, habe ich dort noch nicht zu Mittag gegessen. 
Also lief ich nicht direkt zum Bahnhof, sondern wählte einen kleinen Umweg über die Weicheltmühle. Nutzte als Anmarsch den Weg über die Dreitelle, den H-Weg und die Gimmlitzquelle. Das Wetter dafür war prima. 
Das von mir ausgewählte Mahl passte auch gut zum schönen Wetter: Schafskäse mit Oliven, Knoblauch, grünem Pfeffer, Brot und Salat. So richtiges gutes Landessen. Dazu die angenehme Gastfreundschaft und Rechenberger vom Fass. Herz, was willst du mehr?

Auf dem Rückweg verabschiedete ich mich von der Brettelle mit seinen hohen Fichten und Buchen. Habe es im übrigen jetzt auch noch einmal nachgelesen. Die dortigen Buchen sind auch in statistischem Sinne eine Rarität. Altbestände von über 160 Jahre alte Buchen mit 80 cm Stammdurchmesser, machen nur 0,2% der Waldfläche Deutschlands aus. Das sollte touristisch vermarktet werden. Nicht nur auf dem Kammweg durch Holzhau hindurch rennen, sondern auch einmal abseits des dekretierten Kammes verweilen.

Also Bild heute eine Blick auf die Buchen westlich des Kannelberges. So sah es da vor über 100 Jahren aus.


Donnerstag, 26. November 2015

Holzhauer in Holzhau!

Der Titel mag sonderbar anmuten. Logisch, in Holzhau leben Holzhauer und Holzhauerinnen. Ich meine das aber im ursprünglichen Sinne der Bedeutung und dem Ursprung des Ortsnamens und habe mir das Resultat selbst angesehen. An der Nordwand des Kannelberges wird seit Wochen in großem Umfang Holz geschlagen, das es nur so kracht. Hunderte von Buchen (ich hörte die sehr glaubwürdige Zahl 500) werden, von extra aus Österreich angereisten Spezialisten gehauen. Und dann zu großem Teil ins Land der Spezialisten gebracht um verarbeitet zu werden. Diese hatten die Ausschreibung dazu gewonnen. Ich bin als bekennender Baumfreund bekannt und so blutet mir das Herz, wenn ich so etwas sehe. Klar, ich weiß schon, dass Wald bzw. Forst auch wirtschaftliche Aufgaben hat, um den Rohstoff Holz zu liefern. Außerdem hatten diese Bäume das Privileg recht lange zu leben, zu lange meinen die Experten. Die Mehrzahl der Bäume hat eine erheblich geringere Lebenserwartung. Mein Verstand sagt mir jedoch, auch ohne Experte zu sein, es wäre besser, jedes Jahr 20 Bäume zu entnehmen, als solch großen Hieb zu tun. Auch wenn dieser Hieb offenbar sehr professionell vorgenommen wird und die Windrichtung berücksichtigend viele jüngere Bäume stehen bleiben. Diese haben jetzt mehr Licht und Platz, zu mächtigen Bäumen heran zu wachsen. Hier füge ich wieder meine "Standardfrage" ein: wie hat es der Wald geschafft zurechtzukommen, als es noch keine Experten gab, welche Ordnung schufen? Unser Ordnungs- und Wirtschaftsdenken ersetzt bzw.verdrängt natürliche Abläufe und Zustände.

Insgesamt wird der Biotop dieses Waldstückes und damit auch seiner Umgebung erheblich verändert. 
Was noch zu erwähnen ist. Der Wald an dieser Stelle gehört zu einem Natura 2000 Gebiet. Das Teilgebiet des SCI* 253 (Buchenwälder bei Rechenberg Holzhau) besteht hier aus Hainsimsen-Buchenwald und ist Habitatfläche für das Große Mausohr und die Mopsfledermaus. Bevor in solche Gebiete eingegriffen wird, muss eine Verträglichkeitsüberprüfung stattgefunden haben. Ein Eingriff ist die Fällung von so vielen Bäumen auf jeden Fall. Ich hoffe die stehen gebliebenen Bäume, welchen der Schutz der Gemeinschaft genommen wurde, überstehen die nächsten Stürme unbeschadet.

Ich wünsche mir, dass nach Abschluss der Arbeiten, die dort vorhandenen Wanderwege wieder hergestellt werden. Betroffen sind der N-Weg und vor allem der Buchensteig zwischen N-Weg und Schwerdtweg. Dieser ist zur Zeit nicht nutzbar, weil auf einer Länge von mehrere 100 Metern mit Buchenholz bestapelt. Verwundert bin ich ein wenig darüber, dass das zuständige Fremdenverkehrsamt des Wanderdorfes Holzhau, auf ihrer Internetpräsenz über die Sperrung von Wanderwegen nicht berichtete. 

heute wieder mal keine Karte, sondern zwei aktuelle Fotos. Eines zeigt eine Übersicht des Hanges, das andere eine Blick in den Buchensteig.

* Sites of Community Importance




Mittwoch, 16. September 2015

Selbstüberraschung

Das war schon eine tolle Woche, die 37. Kalenderwoche 2015. Nach Ende des erlebnisreichen 2. Holzhauer Wandertages "meiner" Firma, war ich am Dienstag wieder nach Hause gefahren. Nach einem Blick auf den Dienstplan, übermannte mich am Mittwoch die Sehnsucht nach Holzhau und ich buchte Zimmer und Bahnticket - so dass ich am Sonntag mit dem ersten Zug der FEG wieder in Holzhau eintreffen konnte. Halb 10 begann die Wanderung, dessen Beschreibung nun folgt.


Traumhaftes Wetter, blauer Himmel und frische, jedoch angenehm temperierte Luft empfingen mich. Im Laufe des Tages wurde es noch einmal deutlich über 20 °C! In der Brettelle begrüßte ich den Wald und speziell zwei meiner Lieblingsbäume, um dann in den Buchensteig nach Rechenberg anzubiegen. In memoriam an die große Buche führte mein Weg an deren Stumpf vorbei. Von dort hörte ich Blasmusik. Selbstverständlich freute es mich, so eindrucksvoll zum Schalander gelockt zu werden, denn von dort kam der Klang. Solcher Lockrufe hätte es eigentlich nicht bedurft. Schon das leckere Rechenberger hat Zugkraft genug. Nach einem kleinen Glas Festbier ging es schnell weiter. Über die Goldene Höhe und den Georgenfelder Weg, an die Neugrabenflöße und entlang dieser zur Floßgrabenaussicht. Auf dem Weg zu diesem schönen Aussichtspunkt, von welchem bei guter Sicht die beiden höchsten Erzgebirgsgipfel zu sehen sind, hatte ich noch ein ganz besonderes Erlebnis. Lag doch mitten auf dem Wanderweg eine sich aufladende Ringelnatter. Erst das zweite Mal, dass in den vergangenen Jahren ein Exemplar dieser schönen Tiere, in freier Natur erlebte. 

Mittagessen gab es im Deutsch-Georgenthaler "Grenzhof". Ohne lange im Wirtshaus zu verweilen, lenkte ich meine Schritte nun ins "böhmische". Auf dem wunderschön verlaufendem Weg entlang der Neugrabenflöße ging ich bis zur Staumauer der Údolní nádrž Fláje (Talsperre Fláje). Bei dem schönen Wetter hatten sich dort viele Ausflügler angefunden.

Der Rückweg von der Staumauer verlief erneut entlang des Grabens der ehemaligen Neugrabenflöße. Diesmal aber weiter, bis ich nach der neuen Brücke auf den Grenzweg gelangte. Nunmehr wieder in Deutschland, war es nur noch ein kurzer Weg bis zur Fischerbaude, um dort der drohenden Unterhopfung entgegen zu wirken. Nach inzwischen bereits 30 Wanderkilometern, durfte es auch ein großes Rechenberger sein. Der Rückweg ist schnell geschildert. Steinweg, Heuweg, Torfstraße, Muldenweg. Es hat Spaß gemacht, den Kopf gelüftet und mir Energie und gute Gedanken gegeben. Außerdem habe ich über Wandervorschläge für die nächste Holzhauer Wandertage mit Wanderfreundinnen und Wanderfreunden der Firma nachgedacht und auch ein Stück Weg davon getestet.

Das habe ich dann auch am Folgetag noch einmal getan. Dieses Mal ausschließlich auf der Kannelbergseite. Bei dieser Wanderung habe ich die 1000 km Wandermarke im Jahre 2015 geknackt. Wie es mir auch schon 2014 gelungen war. Darum heute keine Karte von Walter Richter, sonderen ein eigenes Foto. An der 1000 km Marke lachte mir nämlich eine Baumstumpf zu. Vieleicht gähnte er aber nur, oder rief etwas. 






Freitag, 31. Juli 2015

noch einmal Kurzwanderungen

So wie geplant sind wir die Kurzwanderungen auch gelaufen. Fanden dabei, in den am Wege befindlichen Gaststätten (Torfhaus, Fischerbaude, Lindenhof und Erbgericht) gastliche Aufnahme, Speis und Trank. Zu ergänzen wäre noch, dass sich auch lohnt, die Wanderung nach dem Mittagessen zu starten und als Kaffeewanderung durchzuführen. Denn das ebenfalls im Kreis der Wanderstrecken stehende  Berghotel "Talblick", bietet sehr gute Kaffee- und Teespezialitäten an.

Im jetzigen Beitrag möchte ich beginnen, mich einer variablen Rundwanderung nördlich des Muldentales zu widmen. Waren wir im ersten Teil im Fischerwald, so befinden wir uns nun im Töpferwald. Welcher nach meiner persönlichen Ansicht den schönsten Teil des Holzhauer Wanderrevieres beinhaltet. Zentrale Wege in diesem schönsten Teil, sind der Brettellenweg, der N-Weg, der Reitsteig, der Buchensteig und die Dreitelle. Über diese Wege, sowie den sich anschließenden Viertellenweg lassen sich sehr schöne Rundwanderungen von etwa 3 km bis 9 km durchführen. Zwei der Varianten stelle ich hier, in zwei aufeinander folgenden Beiträgen vor. 

Die erste ist eigentlich als Kurzwanderung zu bezeichnen. Nur etwa 3 km lang und 50 m Höhenunterschied. Fit sollte man dennoch sein. Unser Startort ist der Holzhauer Erbgerichtsgasthof. Es geht durch die schönen Außenanlagen des Hotels Lindenhof und an diesem vorbei über die Muldenbrücke nach rechts in das Muldental. Kurz vor der Feuerwehr führt der gelb markierte N-Weg steil nach oben. Nach 300 m Aufstieg kreuzt der Buchensteig. In diesen biegen wir nach links ein. Wer mag kann aber zuerst einen Abstecher nach rechts machen und bis oberhalb des Försterfelsens und zurück laufen. 
Der Buchensteig zieht sich in einer Höhenlage von 640 m um den Berg herum. Nach links gibt es schöne Blicke ins Muldental und nach Oberholzhau. Rechterhand ragen, zum Teil recht gewaltige Felsen aus dem Gelände. Nach Vollendung eines gelaufenen Halbkreises um den Berg, überqueren wir den an dieser Stelle sehr steilen Schwerdtweg. Der Buchensteig wird jetzt manchmal etwas feucht. Und wir sollten nicht erschrecken, wenn plötzlich ein Hirsch vor uns steht. 
Nur wenige Minuten nach Querung des Schwerdtweges geht es steil bergab zum asphaltiertem Brettellenweg. Diesen laufen wir hinunter. Aber langsam und mit Genuß. Es ist mein Genußwald und Ort zu träumen. Also nicht wundern, wenn Euch beim wandern und lauschen an diesem Ort schöne Träume begegnen. Manchen dieser Träume habe ich dort deponiert. Die Brettelle ist wunderschön mit riesigen Fichten und Buchen bestanden. Die Telle herab rauscht das Brettellenflüsschen, gespeist von etlichen kleinen Bächen. Neben den bereits genannten, ein hohes Gewölbe bildenden Buchen und Fichten, sieht man hier Ulmen, Berg- und Spitzahorn, Eberesche, Esche und Sal-Weide. Dazwischen Trauben-Holunder, Brom- und Himbeere, Farne, Schachtelhalm sowie eine Vielzahl von krautigen Gewächsen und Gräsern. Schwer sich loszureißen von diesem Ort.

Ganz unten angekommen befindet sich der Urahn der Holzhauer Ferienhotels. Heutzutage zwar privat liebevoll instand gehalten - leider jedoch nicht einmal für einen Kaffee, ein Bier oder eine Bockwurst geöffnet. Warum nur?

Wir gehen nach links und gelangen auf dem rechts neben der Straße befindlichen Weg zurück zum Ausgangspunkt. Dort kann, wer mag im Kneippbecken ein wenig Wasser treten.

Die Karte des Tages zeigt uns einen Teil unserer Wanderstrecke.


Sonntag, 22. März 2015

wie ökologisch ist ökologisch?

Eines meine liebsten Wanderziele ist die Weicheltmühle im schönen Gimmlitztal. An der Gimmlitz ist es auch bezaubernd schön. Nicht umsonst führt meine geschilderte Lieblingswanderung auch durch dieses Tal. 
Seit geraumer Zeit wird über die Abwasserentsorgung der Häuser im Gimmlitztal debattiert. Die jetzige Form über Sickergruben genügt nicht mehr den Richtlinien. Abwasser soll stärker als bislang gereinigt werden. Was im ersten Moment gut klingt, zeigt für mich jedoch einen Haken. Und zwar einen, welcher über die finanzielle Belastung der Hausbesitzer im Tal hinausgeht.

Ich frage mich nämlich: was wird mit der Natur und all den kleinen Lebewesen in der Gimmlitz und den Flächen um diese herum? Wenn ich das richtig behalten habe, liegen hier Kreisläufe vor. Der Beginn dieses Kreislaufes sind kleine und kleinste Lebewesen, welche sich als Destruenten von toten organischen Stoffen und von den Mineralstoffen in den Ausscheidungen großer Tiere ernähren. Wenn ich nun eine steril reine Umwelt schaffe und versuche Wasser von Tafelwasserqualität in Bächen und Flüssen zu erzielen, wovon leben dann z.B. all die kleinen Krebstiere, welche das Futter der Fische in den Flüssen sind? Wachsen in einem Erdreich mit veränderter Zusammensetzung noch all jene Pflanzen, welche das Gimmlitztal so einzigartig machen und es von uns zur schützenswerten Natur erklären lassen?

Vom Gimmlitztal sind mir bislang noch keine Fotos von Walter Richter untergekommen. Aber am Rauschenbach ist es auch nass.


Montag, 21. Juli 2014

Wölfe im Wandergebiet rund um Holzhau

Karte aus dem Jahr 1920
Wölfe auch in mittelsächsischen Wäldern sind in letzter Zeit immer wieder einmal das Thema gewesen. Wenn man die Medieninfos verfolgt, weiß man aber nichts Genaues. Auf benachbarter tschechischer Seite sollen sie bereits in Fotofallen geraten sein. Und in der Lausitz gilt sein Vorhandensein offenbar als gesichert. 
Bei Mittelsaida fand man im Januar zwei frisch gerissene Rehe. Es wurde vermutet, dass diese Opfer von Wölfen waren. Daraus entstehen immer wieder pro und kontra Wolf Diskussionen, welchen ich keinen weiteren Beitrag hinzufügen möchte. Davon habe ich nun wirklich keine Ahnung. 

Übrigens denke ich, dass ich einen der Grauen gesehen habe. Am 27.11.2013 12:20 Uhr und das am Wagnerloch. Ich meine zwar, für uns Menschen ist der Wolf ungefährlich und er meidet uns - trotzdem sah ich zu, weiter zu kommen und habe keine weitergehenden Nachforschungen angestellt. Was mich jetzt selbstverständlich ärgert. Ich hätte ja wenigstens die Spuren fotografieren können. Denn der Winter 2013/14 war ja z.B.  am 27.11.2013. Das Tier verschwand in Richtung Straße, ohne von mir Kenntnis zu nehmen.
Wolfsbilder von Walter Richter gibt es in meiner Sammlung keine. Darum ein Bild aus der näheren Umgebung der Stelle, von welcher ich meine, möglicherweise einen Wolf gesehen zu haben.


Freitag, 12. Juli 2013

außer der Reihe - Buchenbild

































Da uns Walter Richter leider kein Bild der Buche am Proßweg (welcher damals im übrigen noch Essigsteig hieß) hinterlassen hat, springe ich hier ausnahmsweise ein. Ich glaube, das Foto gibt uns einigermaßen einen Eindruck von der Schönheit dieses mächtigen Baumes und zeigt uns, was da verloren ging.



Sonntag, 7. Juli 2013

Der alte Baum und das Gesetz

Endlich war es wieder soweit. Urlaub in Holzhau und seiner schönen Umgebung. Wie gewohnt, kam mit dem Urlaub und unserer Ankunft im Holzhauer Erbgericht auch das schöne Wetter. Was schönes Wetter auszeichnet, darüber gibt es sicherlich unterschiedliche Auffassungen - ich habe in diesem Blog bereits darüber geklugscheissert.  Einig sind wir uns mit den Sonnenanbetern darin, dass es nicht unbedingt ständig regnen sollte. In diesem Sinne, setzte tatsächlich schönes Wetter ein, das Utensil Regenschirm wurde im Urlaub nur einmal benutzt. Darüber jedoch in einem späteren Beitrag mehr.

Traditionell führt unsere erste Wanderung über die Route Brettellenweg - Buchensteig - Neuer Weg - Proßweg - R-Weg zum Schalander um dort ein Kellerbier zu genießen. Da wir den Weg diesmal in Begleitung gingen, haben wir abgekürzt und sind nach dem Neuen Weg gleich direkt zum Bier gegangen. Offenbar war uns das Schicksal gewogen und wollte uns vor dem Schock, erst einige Tage Urlaub gönnen. Als wir nämlich am 1. Juli den kompletten Weg gingen, mussten wir zu unserem Leidwesen feststellen, dass die an der Kreuzung R-Weg/Proßweg  stehende markante Buche gefällt wurde. Wer mal bei "Uber mich" an der Seite des Blogs hinschaut, sieht mich vor diesem Baum stehen. Der Umfang des etwa 30 m hohen Baumes betrug in 1,30 m Hohe fast 4 m. Er war weit und breit der stärkste Baum im Wald und nach jetzt leider auch möglichen Zählung der Jahresringe, wohl auch einer der ältesten Bäume. Nach meiner Zählung, war sein Geburtsjahr etwa 1730. Zur damaligen Zeit, war die Burg Rechenberg noch in ihrer ursprünglichen Ansicht erhalten - auch wenn sie bereits 150 Jahre zuvor ausgebrannt war.

Bei allem Respekt vor den Aufgaben der Forstleute, frage ich mich dennoch: war es unbedingt erforderlich diesen Baum zu fällen? ist der Erlös für gutes Holz wirklich in jedem Fall das Wichtigste? Denn obwohl der Baum um die Füße herum schon Moos angesetzt hatte und auch die Rinde im unteren Teil ein wenig schlotterte, der Baum schien mir gesund. Gewährleistung der Verkehrssicherheit im Wald kann also kaum der Grund der Fällung gewesen sein. 

Vielleicht könnte man dort eine Bank und ein Hinweisschild aufstellen und damit wenigstens im Nachhinein eine touristische Wertung des Platzes vornehmen - praktisch das Vermächtnis des Baumes erfüllen. 

Leider hat Walter Richter keine Ansichtskarte des Baumes hinterlassen - aber auf der hier gezeigten Karte ist der Standort und somit der Baum, inmitten anderer Bäume sichtbar. Ich habe das mal markiert.
























Paragraph 1 des sächsischen Waldgesetzes bestimmt zum Zweck des Gesetzes:

den Wald in der Einheit seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, die Pflanzen- und Tierwelt, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern

Das Fällen eines solchen Baumes betrifft sowohl die Nutz- als auch die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes. Gut erhaltene und präsentierte Naturdenkmale als Sehenswürdigkeiten mehren den nachhaltigen touristischen Nutzen. Sie tragen somit auch dauerhaft zum Erhalt und Verbesserung der Infrastruktur bei. Das der Aufenthalt und die Bewegung in der freien Natur der Erholung dienlich ist, muss nicht gesondert betont werden. Oder?

Mittwoch, 5. Juni 2013

Die Kraft des Wassers

... erleben wir in den letzten Tagen wieder einmal sehr anschaulich. Viele Menschen sogar sehr persönlich und äußerst schmerzlich. Das was nach dem schweren Hochwasser von 2002 gerade wieder aufgebaut wurde, ist häufig erneut zerstört. Von allen Seiten werden wir jetzt auch wieder kluge Worte hören oder gar selbst welche sprechen. Ich habe dazu selbstverständlich auch eine Meinung. Gestern bekam ich für solche, einen verbalen Rüffel. Ich hatte nämlich geäußert, dass wir Menschen nicht nur Opfer solche Naturereignisse sind. Wir sind auch deren Erzeuger und Verstärker ihrer Auswirkungen. Das klingt sicherlich sehr arg, vor allem aus Sicht unmittelbar Betroffener. Es ist ja auch nicht persönlich gemeint. Denn der Einzelne hat in aller Regel keinerlei Einfluss auf die Geschehnisse.
Ist meine Ansicht aber falsch? Als Menschen allgemein, müssen wir doch darüber nachdenken,  welches die Ursachen sind, um künftig wirksam, solch schlimme Folgen vermeiden zu können. Ritualtänze und Gesänge helfen bestimmt nur begrenzt.
Deutschland ist, wie eigentlich ganz Mittel- und Westeuropa, durchgängig dicht besiedeltes und nicht mehr natürliches Gebiet. Die Oberfläche ist eigentlich nahezu mehr oder weniger versiegelt. Damit meine ich nicht nur die durch Straßen, Häuser, Industrieanlagen usw. total versiegelten Flächen. Auch landwirtschaftlich genutzte Flächen, also Äcker und Weiden und selbst die von uns als Wald bezeichneten Forstflächen sind durch menschliche Nutzung so verdichtet, das sie Wasser schlecht bis gar nicht speichern können. So ist es verständlich, das Regenwasser nicht ausreichend in den Boden gelangt und sofort zu den tieferen Orten, in Bäche und Flüsse abfließt. Diese haben aber die Menschen in ein enges Korsett gezwängt, um sie schiffbar zu machen und deren Ränder für uns genehme Zwecke nutzen zu können.  Dort, wo eigentlich natürliche Überschwemmungsflächen der Flüsse sein sollten, haben wir Gewerbeflächen und Wohnhäuser hingebaut. Wo gibt es eigentlich an den Flüssen noch Auenwälder? Den meisten von uns, ist der Begriff sogar unbekannt! So fließt das Wasser in  ungeheuren Mengen (durch Nossen schickte die Freiberger Mulde am 3.6. in der Sekunde 300 Kubikmeter Wasser - damit wäre jeweils ein 50 m Wettkampfbecken der Schwimmer in weniger als 10 Sekunden gefüllt) und zu hoher Geschwindigkeit durch unsere Städte und Dörfer und erzeugt große Zerstörungen. Ich wünsche, das allen Opfern der gegenwärtigen Flut umfassend geholfen wird und schnell wieder zum normalen Leben zurück gekehrt werden kann. Für alle hoffe ich auf wirksame Konsequenzen.

Zum positiven Teil der Zerstörungskraft des Wassers. Gibt es da Positives? Selbstverständlich. Mein natürliches Urlaubsgebiet rund um Holzhau, wurde gestaltet und geformt durch das Wasser. Ohne dessen Kraft läge dort nur eine mehr oder weniger glatte, schiefe Ebene. Das Muldental hat die Freiberger Mulde höchstselbst eingegraben. Und wenn wir die TV-Bilder vom Hochwasser sehen, können wir uns das sogar ganz gut vorstellen. 


Montag, 29. April 2013

Naturschutz


Den heutigen Beitrag beginne ich mal mit einem Zitat. Es stammt aus § 1 des Bundesnaturschutzgesetzes. Dort heißt es: Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der nachfolgenden Absätze so zu schützen, dass die biologische Vielfalt,  die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts einschließlich der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft

auf Dauer gesichert sind; der Schutz umfasst auch die Pflege, die Entwicklung und, soweit erforderlich, die Wiederherstellung von Natur und Landschaft.Zur dauerhaften Sicherung der biologischen Vielfalt sind entsprechend dem jeweiligen Gefährdungsgrad insbesondere lebensfähige Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten zu erhalten und der Austausch zwischen den Populationen sowie Wanderungen und Wiederbesiedelungen zu ermöglichen, Gefährdungen von natürlich vorkommenden Ökosystemen, Biotopen und Arten entgegenzuwirken, Lebensgemeinschaften und Biotope mit ihren strukturellen und geografischen Eigenheiten in einer repräsentativen Verteilung zu erhalten; bestimmte Landschaftsteile sollen der natürlichen Dynamik überlassen bleiben.

Bereits an diesem kurzen Auszug ist die Vielschichtigkeit und zum Teil Widersprüchlichkeit der Aufgabenstellung ersichtlich. Unsere hohen Ansprüche an konsumorientierte Lebensqualität und die Grundlage des gesellschaftspolitischen Lebens - Marktwirtschaft legen klare Schwerpunkte auf nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter. 
Das was ich unter Naturschutz verstehen würde, findet sich in etwa im letzten Satz des Zitates wieder. Natur sollte, um sie zu schützen der natürlichen Dynamik überlassen bleiben. Dabei weiß ich sehr wohl, das dieses nicht funktioniert, seit der Mensch sich vom Tierreich gelöst betrachtet und die Natur ausbeutet. Hier müssen also, immer wieder neu Kompromisse gefunden werden. Naturschutzgebiete sind solch ein Kompromiss.  Durch diese kann die Natur ziemlich weitgehend geschützt werden. 
In meinem von Holzhau erwanderbarem Bereich, gibt es zwei solcher NSG. Das ist zu einem das 26 ha große NSG "Trostgrund" und zum anderem die Gimmlitzwiesen beim Kalkwerk Hermsdorf, welches weniger als 2 ha misst. Schon die geringe Ausdehnung zeigt uns, dass ein richtiger Schutz nicht gegeben sein kann. Das kommt etwa auf das gleiche heraus, als wollte ich beim Gesundheitsschutz eines Menschen nur das Herz unmittelbar schützen und den Rest ungeschützt lassen. Der Genauigkeit halber muss gesagt werden, dass das NSG "Trostgrund" Teil des FFH (Flora-Fauna.Habitat) Gebietes "Buchenwälder bei Rechenberg-Holzhau" ist, welches sich innerhalb des Landschaftsschutzgebietes "Osterzgebirge" befindet. Zum genannten FFH-Gebiet gehört auch ein Waldgebiet um die Brettelle herum. Dieses reicht etwa von der Zimmtelle bis zur Kähnelbahnschneise und wird im Süden durch die Muldenstraße und im Norden durch den Reitsteig begrenzt. Ich denke, vor allem durch forstwirtschaftliche Nutzung wird hier eine Einstufung als NSG verhindert. Dieses Territorium hätte in Gänze einen höheren Schutz verdient. Landschaftsschutzgebiete bieten nicht den hohen Schutzgrad von Naturparks, NSG oder gar Naturreservaten. 
Eine Einstufung als NSG würde auch dem sanften Tourismus dienen - wobei ich mir nicht sicher bin, ob sich eine Mehrheit für solchen findet. Denn nicht jede vermarktbare  touristische Aktivität dürfte dem Anspruch des sanften genügen. 
Mir persönlich gefallen Konzepte wie sie z.B. im Nationalpark Bayrischer Wald oder auf Helgoland praktiziert. Letzteres Beispiel zeigt auch anschaulich, welche Einschränkungen hinsichtlich des KFZ-Verkehrs für uns Menschen möglich und durchsetzbar sind. 

Nicht nur nebenbei gesagt - das Waldgebiet um Holzhau ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Dazu gehören der Töpferwald südlich Proßweg - Waldhornweg - H-Weg, der Fischerwald sowie der Ringelwald bis an den Georgenthaler Weg. Ich will einmal hoffen, dass die Vögel das wissen und den nicht geschützten Bereich meiden, sowie die Ortslage Holzhau weiträumig umfliegen. Auch westlich des Schwarzen Buschweges endet das Schutzgebiet. Im Schutzgebiet kommen u.a. folgende besonders geschützten Vogelarten vor: Bekassine, Grauspecht, Neuntöter, Raubwürger, Raufußkauz, Rotmilan, Schwarzspecht. Möglicherweise gibt es östlich des Torfhauses auch Birkhühner. Um den Bestand auf tschechischer Seite sorgen sich im Zusammenhang mit dort geplanten Windkraftanlagen Naturschützer. Stellt sich die Frage: warum denn dieses? Na, weil es auf "unserer" Seite des Erzgebirges keinen Birkhuhnbestand mehr gibt, um den man sich sorgen könnte. Dafür kann man sicher uns nicht verantwortlich machen, weil die Ursachen dafür älteren Datums sind und unter anderem am Trockenlegen der Moore zu suchen ist. Nachdenklich machen sollte uns das trotzdem. Nicht nur die Nachbarn schelten, sondern selbst etwas für den heimischen Naturschutz tun, bevor man andere belehrt. Von einem Kampf "unserer" Politiker für ein NSG Töpferwald oder gar einen Nationalpark "Wälder um Holzhau und Rehefeld" habe ich noch nichts gehört.

Die heutige Walter Richter-Karte zeigt uns das Torfhaus. Dort dürfte es früher Birkhühner gegeben haben. Wenig östlich, im Tschechischen soll es noch welche geben. Ihnen ist zu wünschen, dass der zu erwartende Bau und Betrieb von Windkraftanlagen diese nicht stört.



Dienstag, 19. Februar 2013

zwei Städte - die selben Probleme Mensch vs. Baum

Aus gegebenem Anlass heute einmal verlinkte Gast-Beiträge aus meinem anderen Blog.
Die Freiberger Zeitung berichtete am 6.Februar über eine Fällaktion in Freiberg. Dort wurden dieser Tage viele Bäume gefällt. Mit den üblichen (Verdunkelung der Wohnungen) und auch neunen, innovativen Argumenten "die Feuerwehr hatte bei einem Brand wegen der hohen Bäume Schwierigkeiten, an die Brandstelle zu kommen".  Einmal ganz abgesehen davon, dass sich hier wohl die Regelungen im Brandschutz plötzlich verändert haben müssen, denn die Bäume sind doch sicher nicht spontan in diese ungünstige Position gelangt - mir stellt sich bei solchen Argumentationen auch immer wieder die Frage: hätten wir ein brand-technisch nicht den Erfordernissen entsprechendes Haus (Schloß,Kirche usw.) aus diesem Grund einfach abgerissen? Bei Bäumen sind wir Menschen da immer schnell mit der Säge da. Die Säge schafft dann schnell vollendete Tatsachen und vernichtet Jahrzehnte gewachsenes Baumleben. Manchmal könnten einige Stunden gemeinsamen Nachdenkens Lösungen ohne Fällung finden lassen.

Hier die beiden Beiträge aus dem anderen Blog: Bäume passt auf! Und noch ein wenig älter: Der Baum vor dem Haus.

Auch dazu hat Walter Richter die passende Karte. Aus dem Jahr 1934.


Freitag, 8. Februar 2013

zwei Nassauer in Holzhau

Schon wieder spielt Nassau eine Rolle. Emil Richter, ein Unternehmer aus Nassau war es, welcher in den 1920er Jahren nach Holzhau expandierte und aus der alten Oberen Brettmühle einen Industriebetrieb machte. Bis vor etwa 25 Jahren wurden dort Holzwaren und sehr erfolgreich Möbel produziert. Mit dem Ende der DDR, kam es auch zum Ende der Fabrik. Versuche der Familie Richter, diese von der Treuhand zurück zu kaufen blieben ohne Erfolg, berichtete der Enkel des Betriebsgründers Emil Richter und langjährig leitend in der Fabrik tätige Siegfried Hetze,  in einem, im "Amtsblatt 10/2012" der Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle erschienen Beitrag. So wurde aus der Fabrik das, was häufig und verkürzt als "Schandfleck" bezeichnet wird. Zu wessen Schande - dazu sollte sich jeder selbst einen Reim machen. Jedenfalls war die verlassene Fabrik, welche nach und nach verfiel, kein schöner Anblick. 
So sah es aus, als vor ca. 90 Jahren Emil Richter die Brettmühle
übernahm. Unten in Bildmitte ist "Richters Sommefrische" zu sehen.
Hier kommt der zweite Nassauer ins Spiel. Die "Freiberger Zeitung" berichtet in seiner Ausgabe vom 6.2.2013, das jener nunmehr den Schandfleck durch Abriss beseitigt hat. Was schon mal gut ist. Eine schöne Visitenkarte des Ortes war die Ruine nicht. Jetzt bemüht er sich darum, dieses in Ökopunkte umzuwandeln. Die kann man dann handeln. Etwa so wie im CO2 Emissionshandel. Wenn ich an einer Stelle renaturiere, also Gras über beseitigte Gebäude wachsen lasse, kann ich das als Recht verkaufen, an anderer Stelle die Natur zu industrialisieren. Und das entwickelt sich jetzt. In Sachsen. Da kann man solcher oder solcher Meinung drüber sein. Ich halte jedenfalls den Begriff  Ökopunkt für Ettikettenschwindel Täuscht er doch vor, hier wäre etwas ökologisch. Und dieser Begriff wird ja eigentlich als Umwelt schonend und schützend betrachtet.
Positiv ist allerdings, dass solche Regeln wenigstens zusätzliche Umweltzerstörungen regulieren sollen. Ob sie es wirklich vermögen vermögen? Ich bezweifle es.
Zu Ostern werde ich mir im Original ansehen, wie es jetzt aussieht. Übrigens: ein dritter Nassauer baute im Auftrag von Ernst Richter "Richters Sommerfrische" gleich nebenan. Und die wurde zum Glück nicht renaturisiert sondern aufgefrischt!


Sonntag, 14. Oktober 2012

buntes Herbstlaub und Kürbissuppe

für viel Menschen, welche gern nach Holzhau fahren, ist der Winter besonders anziehend und schön. In der Tat - Holzhau bietet nahezu perfekte Wintersportmöglichkeiten, für den alpinen und nordischen Skisport. Auch ich habe diese Möglichkeiten bereits oft und mit großem Vergnügen genossen.

Die schönste Jahreszeit in Holzhau, ist für mich dennoch der Herbst. Das liegt daran, dass sich im Norden des Ortes der Töpferwald befindet. Über sieben Berge erstreckt sich zwischen der Teichtelle im Osten und dem Nebental des Welzkittelbaches im Westen wunderschöner Mischwald. Neben den immergrünen Fichten machen hier Buche, Ahorn, Esche, Birke und andere Laubbäume etwa die Hälfte des sichtbaren Waldbestandes aus. Durch die Ost-West Hanglage des sich bis über 800 Meter erstreckenden Waldes, ist dieser von Sonnenauf- bis untergang von Sonnenlicht verwöhnt. Das ergibt nicht nur perfekte Wachstumsbedingungen für Licht bedürftige Baumarten, sondern im Herbst wunderbare  Farbspiele.

In diesem Jahr hatte ich wieder das Glück, ein verlängertes Wochenende, genau während dieser Zeit im Erbgerichtsgasthof von Holzhau verbringen zu dürfen. Der Anblick ist dermaßen schön, das es schwer fällt zur Wanderung zu gehen. Am liebsten würde ich die gesamte Zeit am Fenster meines Pensionszimmers sitzen bleiben und den Wald betrachten.























Walter Richter muss es als eine Qual empfunden haben, diese Schönheit mit der damaligen schwarz/weiß Fototechnik nicht festhalten zu können. So kann auch ich hier im Blog nur eine s/w Karte eines Teiles des Töpferwaldes zeigen. Allerdings kann ich einen Link zu einem aktuellem Foto setzen. Was hier geschieht.

Wie hieß es doch im Titel des Beitrages? Richtig - buntes Herbstlaub und Kürbissuppe. Diese gab es in der Gaststube des Erbegrichtes und wurde gestern mit Nachschlag zum Abendbrot gegessen. Einfach lecker.

Wer es ermöglichen kann, sollte auf meinen Rat hören und sofort nach Holzhau fahren.

Samstag, 7. Juli 2012

auf der Suche nach großen Bäumen. Teil 2

Vor reichlich 3 Wochen hatte ich dazu schon einmal geschrieben (große Bäume). Nach dem Urlaub in Holzhau komme ich noch einmal darauf zurück. Hatte ich doch in zwei Wochen Holzhau Urlaub hinreichend Zeit Bäume zu besehen und zu vermessen. Die Liste:

- Fichten in der Brettelle kann man im Block behandeln. Mehrere sind 50 m hoch, die stärkste misst 3,50 m.
- Rotbuche am Proßweg: 3,90 m Umfang;
- Birke an der Alten Straße: 2,10 m;
- Berg-Ulme an der Alten Straße: 3,14 m
- Esche ebenfalls an der Alten Straße: 3,92 m;
- Schwedische Mehlbeere an der Alten Straße: 2,26 m.

Wie man sieht, lohnt bereits eine Straßenwanderung auf der Alten Straße um beeindruckend große Bäume zu betrachten. Zwischendurch kann man im "Eschenhof" oder im "Erbgericht" einkehren. Dabei stellen die aufgeführten Bäume nur eine Auswahl dar. Weitere große Eschen und Bergahorn kann man finden. Aufgelockert wird diese "Eschenallee" durch Birken, Erlen, Linden und Kastanien.

Um stärkere Bergahorn als den 2,29 m messenden an der Alten Straße stehenden Baum zu finden, muss man die unmittelbare Ortslage verlassen. Die stärksten von mir gemessenen Exemplare stehen an der Alten Kalkstraße und dessen Einmündung in den Schlüsselweg. Diese sind 2,90 m bzw. 2,82 m stark. Weitere große Exemplare säumen die Kalkstraße.

das hinterste der dünnen Stämmchen, vor dem rechts zu sehendem Gebäude, gehört zu einem Bergahorn. Welcher also jetzt reichlich 100 Jahre alt ist und damit das erste Viertel seines Lebens erreicht hat. Der Baum hat jetzt 1,62 m Umfang. Paul Fischer hat ihn vielleicht selbst gepflanzt, nachdem er 1901 das Haus kaufte.

Donnerstag, 14. Juni 2012

auf der Suche nach großen Bäumen ....

bestimmt hat jeder Wanderer, neben Wunsch sich an frischer Luft zu bewegen eines oder mehrere spezielle Ziele bei seinen Touren. Etwas Neues kennen zu lernen, schöne Aussichten genießen, Früchte des Waldes zu ernten usw. usf. Auch diese Dinge gehören zu meinen Wanderzielen.
Eines meiner besonderen Wanderziele ist jedoch die Bekanntschaft mit besonderen Bäumen. Also Suche und bestimme ich die Baumarten, welche ich im Wald so finde. Dabei bin ich besonders froh, wenn ich auch ganz besonders schöne oder große Bäume entdecke und bewundern kann. So zum Beispiel in Holzhau die besonders starken (über ein Meter Durchmesser) und hohen Fichten manch einer dieser alten Waldbewohner ist an die 50 Meter hoch! Und auch von Buchen haben ich bereits ähnlich große Exemplare entdecken können. Da überlegt man sich auch, wie alt diese Bäume sind. Von den Fichten an der Brettelle sind z.B. etlich deutlich älter als 200 Jahre! was die alles schon so gesehen haben mögen, ohne sich von der Stelle zu rühren. Auf alten Ansichtskarten von Holzhau versuche ich manchmal solche Bäume wiederzuerkennen, was mir bislang noch nicht so richtig gelungen ist.


Bäume am Ringel. Leider ist kaum herauszufinden an welcher Stelle des Ringels Walter Richter seine Kamera aufgebaut hatte.

Das mache ich nicht nur im Urlaub so, sondern auch zu Hause in Berlin. Meine bisherigen Favoriten:

- eine Schwarzpappel mit 6,25 m Umfang;
- eine Pyramidenpappel mit mehr als 30 m Höhe;
- eine Platane mit 3,70 m Umfang;
- eine Eiche mit 3,85 m Umfang und
- eine Kastanie welche im Umfang 3,55 m misst.

Zwei kleine ganz große habe ich noch. Nämlich einen Holunder mit 90 cm Stammumfang sowie einen Weißdorn mit 1,04 m!




Samstag, 14. April 2012

Lieblingswanderwege bei Holzhau

die Zeit des jährlichen Haupturlaubs Nummer 1 rückt mit riesen Schritten heran. Im Sommer geht es für etwa zwei Wochen nach Holzhau, um die Ruhe und die frische Luft aktiv (also mit Wanderungen) zu genießen. Warum gerade dort hatte der Wanderer schon einmal in einem längeren Beitrag erzählt. Schon jetzt denke ich über mögliche Wandertouren und das dabei zu Erlebende nach, bringe mich sozusagen langsam in die Urlaubsstimmung.

Welche Wege gehe ich in Gedanken? In den vielen Jahrzehnten, welche ich bereits nach Holzhau urlaube, haben sich meine Vorlieben geändert. Schön ist es auf allen Wegen, welche aber in den Kopf kommen, wenn man an den Urlaub denkt, hängt vor allem davon ab, wo man sein Quartier bezieht.

Lange Zeit befand sich unser Urlaubsquartier und damit der tägliche Wanderstart am Rande des Ringelwaldes. Zwangsläufig ergab es sich daraus, dass dortige Wanderwege im Kopf Gestalt annahmen, wenn man an Wanderungen dachte. Sehr schöne Wege sind der Floßgrabenweg und der Hangweg auf der südlichen Seite des durch das "Ringel" geschnittenen Ringelwaldes und der Zweiweg, welcher beider Ringelwaldhälften durchquert. Besonders im Trostgrund ist der Zweiweg eine besondere Empfehlung.

Unmittelbar östlich an den Ringelwald grenzt der Fischerwald. Auch hier gibt es sehr schöne Wege, an welche ich sofort denke, wenn es um das Wandern geht. Das Schwarze Ringel und der Lange Weg, welcher gar nicht so lang ist, mögen hier als Beispiele erwähnt werden. Das Schwarze Ringel ist inzwischen Teil der ausgeschilderten Route des Kammweges. Der Lange Weg mag eher etwas für Insider sein.

Seit etwa 15 Jahren nehmen wir Quartier im Niederdorf von Holzhau. Damit ist "naturgemäß" der Töpferwald zum Wandergebiet geworden. Obwohl eigentlich mit seiner Schwarzdecke nicht der typische Waldwanderweg, gehört der untere Teil des Brettellenweges zu meinen liebsten Wanderwegen und ist häufig sowohl Ausgangspunkt als auch Endstück von Wanderungen. Die dortige Landschaft mit ihren kleinen Tälchen und Bächen und zum Teil über 40 Meter hohen Buchen und Fichten, will ich einfach immer wieder sehen. Zudem gelange ich von hier zu weiteren wunderschönen Wanderwegen. Das sind nach links der Buchensteig und nach rechts der N-Weg mit Anschluß an der Reitsteig und den Schwerdtweg. Diese in reichlich 700 m (Reitsteig) und oberhalb 750 m - 775 m verlaufenden Wanderwege befinden sich mehrfach im Wanderprogramm des Urlaubes.

Da auch weiterhin Abstecher zum Fischer- und Ringelwald zum Programm gehören, kann man erkennen, das keine Langeweile auftreten wird, wenn wir zwei Wochen in Holzhau sind.


Die Karte mit Blick hinüber zum Töpferwald mit dem Kannelberg, zeigt uns einige der schönen Wege.

Sonntag, 18. März 2012

Frühlingserwachen auch in Holzhau

Die Wintersaison ist vorbei - auch in Holzhau. Hotels, Pensionen und andere vom Tourismus abhängige Unternehmen werden Bilanz ziehen und vielleicht ein wenig Luft schöpfen - dann ist schon wieder Ostern und die Häuser hoffentlich wieder voll.

Persönlich freue ich mich darauf, bald das Erwachen der Natur in Holzhau wieder persönlich in Augenschein zu nehmen. Meine erste Gelegenheit dazu kommt früher als erwartet. Schon Ende März werde ich mal kurz nach Holzhau fahren können und die ersten Frühlingsboten betrachten. Da ich dann Ostern auch noch einmal in Holzhau weilen darf, kann ich sogar die Entwicklung im Abstand von einer Woche betrachten. Bin gespannt, wie das dieses Jahr aussieht. Im vergangenen Jahr war das ganz toll. Eine Mischung von jungen Knospen und Schneeresten im Wald. Dazu einfach mal in meiner facebook Seite reinschauen.

Sehe mir auf jeden Fall wieder den Busen der Natur, rund um die Brettelle an.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Erhaltung der Umwelt?

wenn man sich alte Ansichtskarten von Holzhau und seiner Umgebung betrachtet, da stellt man fest: es gibt heutzutage mehr Wald um den Ort und auch mehr Bewuchs mit Bäumen und Sträuchern innerhalb des Ortes, als zu Ernst und Walter Richters Zeiten. Viele der alten Fotomotive könnte man heute gar nicht mehr so ablichten - es wären nur Bäume zu sehen. 

Dabei ist eigentlich die romantische Vorstellung weit verbreitet, die Welt von früher wäre heiler als die heutige gewesen. Tatsache ist, die Natur war vor 100 Jahren insgesamt noch vielfältiger, manche Pflanzen in Nischen sind Opfer der modernen Welt, ihrer Industrie, der Motorisierung und der Landwirtschaft mit kräftiger Düngung geworden. 


Viele Menschen setzen sich für Naturschutz und Erhaltung der Umwelt ein. Das ist einerseits gut, auf der anderen Seite scheint es aber ein Widerspruch zu sein. Natur bedeutete seit Milliarden von Jahren ständige Veränderung und Entwicklung - und nun wollen wir etwas erhalten. Das klingt nach Starrheit und Entwicklungsverhinderung. 

Wobei wir oft auch - wie bei den Ansichtskarten, nur eine Momentaufnahme im Blick haben. Denn welcher Zustand soll erhalten oder wiederhergestellt werden: der Wald vor tausend Jahren? Die Felder vor 100 Jahren? Oder die jetzige Wiese?

Das beste wäre wohl, wir lassen der Natur angemessen Raum und greifen nur im erforderlichen Maße ein. Bloß: wer legt Angemessenheit und Erfordernis fest?

könnte man heutzutage nicht mehr so fotografieren.  Das Tal der Bitterbach.

Freitag, 25. November 2011

Brettelle

Richters Sommerfrische ist eng verbunden mit der Brettelle, eines der schönen Nebentäler der Mulde. Für mich das Schönste. Ernst Richter wird schon gewußt haben, warum er gerade dort baute. Selbst zu Zeiten, in welchem "Forste" für "Wald" stehen, zeigt sich in der Brettelle "richtiger" Wald. Und auch wenn hier zwei Baumarten (Fichte und Buche) dominieren, sieht man mehrstufigen Wald mit vielen Pflanzenarten und verschiedenen Bäumen. Neben Fichten und Buchen, vor allem auch Ahorn, aber z.B. auch Ulme, Esche, Eberesche, Birke. Die Buchen und Fichten hier, sind ungewöhnlich stark (mehr als 3 m Umfang) und hoch (40 m bis 50 m). Und dieses nicht nur in einzelnen Exemplaren, sondern in großer Zahl. Der Bestand dürfte zum Teil älter als 200 Jahre sein.
Im zur Mulde strebenden Brettellenflüßchen treffen sich mehrere kleine Bäche, welche aus kleinen Nebentälern der Bretttelle fließen.
Die Brettelle ist gut begehbar. Durch sie führt ein asphaltierter Weg nach oben zur Kalkstraße. Auch die abzweigenden Wege sind in einem guten Zustand. Besonders zu empfehlen sind der Buchensteig (nach links - Richtung Rechenberg) und der N-Weg, welcher nach rechts auf den Reitsteig führt. Letztgenannter ist einer der schönsten Wanderwege bei Holzhau.  Über ihn gelangt der Wanderer zum Holzhauer Ortsteil Teichhaus, mit dem gleichnamigen Gasthaus. Auf den Reitsteig kommt man auch, ohne den "Umweg" über den N-Weg zu machen. Gleich an der ersten Lichtung, vor einer 50-meter Fichte, geht es nach rechts in den Schwerdtweg. Allerdings ist dieser Abschnitt ziemlich steil.
Brettelle im Winter. Karte aus dem Jahr 1932. W. Richter