Es ist schön, wenn es Ideen gibt, um den Tourismus im Erzgebirge zu stimulieren, diesen vielfältiger und auch breiter aufzustellen. Noch schöner ist es, wenn diese Ideen auch umgesetzt werden.
Allerdings habe ich das Gefühl, hier wird in letzter Zeit hauptsächlich an Extremsportler gedacht. 8000er BIWAK, um Wanderer in möglichst kurzer Zeit auf 14 mehr als 800 m hohe Berge zu bringen. Den neuen Kammweg - in 17 Tage über einen Wanderweg 289 km wandern.
Neuerdings gibt es auch Ideen für eine längere Mountain Bike Tour - "8000 Blockline". Mit 8000 zu bewältigenden Höhenmetern. Möglichst schnell. Wie Sportler so sind.
Allerdings komme ich hier als Wanderer unter die Räder. Und die Natur auch. Im tatsächlichen Sinne des Wortes. Denn normale Wanderer stören die hoch motivierten Radfahrer. Nicht nur, weil die Wanderwege oft ziemlich schmal sind und durch Fahrräder zerfurcht werden. Wer wandert schon gern und lässt die Gedanken schweifen, wenn immer ein ängstlicher Blick nach hinten geworfen werden muss? Für dieses "Erlebnis" muss ich nicht ins Gebirge fahren, dass habe ich zu Hause zum Nullarif!
Die Initiatoren haben offenbar selbst ein komisches Gefühl dabei, ermahnen sie doch potentielle 8000 Blockliner auf outdooractive.com, vorausschauend zu fahren und Rücksicht auf "eventuelle Wanderer und Spaziergänger" zu nehmen. Meine praktische Erfahrung mit Radfahrern lässt mich an solch Rücksicht zweifeln.
In "meinem" Wandergebiet zwischen Holzhau und Rehefeld habe ich mir die angedachte Streckenführung einmal genauer angesehen. Sie verläuft u.a. auf Trostgrundweg, Paulsweg, Alter Landstraße und dem Heuweg zur Steinkuppe. Auf der Kannelbergseite führen Kalk- und Reitsteig, der Schwerdtweg und Waldhornweg über den Kannelberggipfel. Auch der H-Weg wird benutzt. Später geht es auch über den Hemmschuh. Alles gestandene Wanderwege. Und unter besonderem Schutz, wegen der Natur stehend. Wie hier gewährleistet werden soll, dass der Naturschutz beachtet wird, ist mir ein Rätsel. Freunde der Natur sind unter den Initiatoren und Unterstützern offenbar in der Minderheit. Ich glaube kaum, dass diese eine Umgehungsstrasse durch ihr Grundstück oder Fahrradwege durch ihren Garten mögen würden. Ebenso kann mir schlecht vorstellen, dass sich der Forst so etwas bieten lässt. Aber es wird ja mit Quads auch auf dem Reitsteig gefahren.
Genug gemeckert. Ich bin gespannt, ob das durchgeht. Ich hoffe immer noch, dass die Vernunft siegt.
Warum nicht einmal ganz normale 800er Touren planen und propagieren? Für Menschen welche schon über 800 Monate alt sind oder 800 Tage alte Kinder dabei haben. So gibt es unter anderem die Möglichkeit 800 m kurze Strecken vom Hotel Lindenhof, dem Erzgebirgsgasthof "Erbgericht" oder dem "Eschenhof" zu wandern. Ziel ist bei allen die Brettdelle. Barrierefrei erreichbar und ohne gewaltige Anstiege zu bewandern. Zumindest im unteren Teil der wunderschönen Brettdelle. Als Mitnutzer hat man da höchstens mal Autos. Manch Wirt wäre vielleicht gar bereit, für unter 800 €-Cent Picknickkörbe zu liefern. Und möglicherweise kann es auch der Forst ermöglichen, dass ab und zu ein Sachsenforstmitarbeiter 800 Sekunden Zeit für einen Vortrag über den Wald hat. Das wäre schön.
Einen echten Haken hat mein Vorschlag jedoch. Auch dieser muss Menschen wirklich erreichen, welche ihn wahrnehmen wollen. Kleinigkeiten, wie zur Zeit in der Brettdelle nicht vorhandenen Sitzgelegenheiten erscheinen da eher leicht lösbar. Solche gab es früher schon einmal. Und sollten beschaffbar sein.
Die Karte zeigt den Eingang zur Brettdelle.
Im Jahr 1895 beantragte Ernst Richter aus Frankenberg/Sa. den Bau eines Wohnhauses in Holzhau. Mit dessen Fertigstellung, noch im selben Jahr, war die erste Holzhauer gewerbliche Einrichtung für den Tourismus entstanden. Die ersten "Sommerfrischler" kamen spätestens 1896. Holzhau ist heutzutage vor allem für Wintersportler anziehend, aber zu jeder Jahreszeit einen Urlaub wert. Auch wenn es "Richters Sommerfrische" seit ca. 75 Jahren unter diesem Namen nicht mehr gibt.
Willkommen
Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.
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Mittwoch, 8. August 2018
Mittwoch, 6. September 2017
Försterfelsen - Drachenkopf
Holzhau ist seit einigen Wochen um eine Attraktion reicher geworden. Holzhauer Enthusiasten haben den Felsen hinter dem alten Forsthaus wieder zu einem schönen Wanderziel gemacht. Direkt vor dem Felsen steht eine Bank. Und auch direkt auf dem Felsen, wurde durch den fleißigen Christian Hoyer aus der ehemaligen Ölmühle und Post, mit Nachbarschaftshilfe eine Bank angeschraubt. Auf dieser sitzend, hat man einen herrlichen Ausblick auf Holzhau.
Bevor ich den Weg beschreibe, will ich erst mal über den Namen klugscheißern. Ich denke, der Felsen wurde urspünglich Drachenkopf genannt - sieht er doch tatsächlich aus, als würde ein urtümliches Reptil aus dem Berg schauen. Mit dem ansässig werden eines Försters in Holzhau, kam als weitere Bezeichnung der Försterfelsen dazu. Und der Drachenkopf wanderte nach oben auf den Kannelberg. Die Bezeichnung Drachenkopf für den Kannelberg verwendete man bereits bei der Triangulation von 1869. Mal schauen, vielleicht liest das ein der Holzhauer Geschichte tatsächlich Kundiger und äußert sich dazu. Wird sowieso Zeit, dass mal eine umfangreiche Holzhauer Chronik veröffentlicht wird.
Zur Wanderung. Diese ist nur 2 km lang, hat es aber in sich. Sind doch etwa 60 m Höhe zu überwinden, welche sich zudem auf einen Abschnitt des Weges von nur etwa 300 m konzentrieren. Der Abstieg ist ebenfalls sehr steil. Wer doch hoch will, sollte fit sein und festes Schuhwerk tragen. Meine Mutter (80+) hat es jedenfalls geschafft.
Start ist an der Milchrampe vor der Streuobstwiese. Direkt vor dem Hotel "Lindenhof". Dort können, mit dem KFZ angereiste Wanderer parken und nach der Wanderung auch speisen. Alternativ ist auch der Erbgerichtsgasthof nicht weit.
Der Weg führt uns leicht bergab, vorbei an Ölmühle/Post und über die Muldenbrücke. Hier sehen wir bereits den ersten roten Pfeil, welcher den Weg weist. Vor der Feuerwehr geht es nach rechts und immer dem Pfeil und der Nase nach aufwärts. Wir sind jetzt auf dem N-Weg. An dessen Kreuzung mit dem Buchensteig gehts es nach rechts bis an das Ziel. Hier kann man verpusten und die Aussicht genießen. Und bitte vorsichtig sein. Es geht steil runter von solchem Felsen.
Für den Rückweg geht es weiter geradeaus. Erst eben und dann zweimal rechts abbiegen bergab. Kurz vor dem Ende der Wanderung sehen wir uns den Felsen noch mal von unten an.
Für Rebellen und Leute welche lieber steil auf- als heftig absteigen, sei der Weg entgegengesetzt empfohlen. Rundwege führen halt immer ans Ziel, egal ob mit oder gegen den Zeitgeist, äh den Zeiger der Uhr.
Am 8.9.2017 um 18 Uhr ist übrigens offizielle Einweihung des Weges. Ich hoffe mit starker Beteiligung. Leider kann ich nicht da sein.
Sonntag, 16. Juli 2017
Rund um den Hirschhübel - rauf auf die Steinkuppe
Keine Ahnung, ob ich diese Wanderung als Kurzwanderung bezeichnen soll. Da ich es aber einsortieren möchte und sie auch nicht tatsächlich lang ist, mache ich das einfach. Also zu Beginn die Zahlen.
- Länge der Strecke: knapp 11 km
- Höhenmeter: 200
- Dauer: knapp 3 Stunden plus Einkehrzeit
Startpunkt ist erneut die Milchrampe gegenüber vom "Lindenhof". Wir gehen die Bergstraße bergauf und hinter dem Gleis der Eisenbahn nach links in den Tannenweg. Immer geradeaus nach Osten. Dieses mal überqueren wir auch nicht die Straße. Wir wollen nämlich auf dem Eisenbahnerweg wandern. Der ist nicht so glatt und eben wie der Muldenweg, jedoch viel "waldiger". Manchmal auch ein wenig nass. Es gibt aber die Gelegenheit, den nassen und pfützigen Stellen auszuweichen. Unmerklich gewinnen wir dabei an Höhe. Nach reichlich 2 km Weg, sind wir 60 höher als beim Start. Hier stößt der Eisenbahnerweg auf den Schwarzen Buschweg, welchem wir weiterhin östlich folgen. Schon bald erreichen wir die Torfsstraße, auf welcher wir ein paar Meter nach unten laufen, um an der überdachten Sitzgruppe nach rechts auf den alten Bahndamm der Eisenbahn abzubiegen. Wer mag, kann hier eine erste Rast einlegen.
Lange benutzen wir den Weg auf dem Bahndamm, welcher auch der Holzweg ist aber nicht. Von der hölzernen Brücke, welche wir überqueren, können wir den Zusammenfluss von Rotem Fluss und Steinbach beobachten. Nur wenige Meter später ergießen sie sich vereint in die Mulde. Unser Weg kreuzt die Alte Torfstraße. Wie biegen rechts in diese ab und steigen nach oben. Auf dem Weg überwinden wir auf einer kleinen Brücke die Steinbach. Eine gute Rast- und Spielstätte für Kinder.
Insgesamt 1/5 km benutzen wir die Alte Torfstraße, bis wir - genau in 700 m Höhe nach links in den Hirschhübelweg abbiegen. Nach wenigen Minuten Weges, sehen wir linkerhand einen Teich. Wir wenden uns hier nach rechts auf den parallel zur Grenze mit der Tschechischen Republik verlaufenden Hirschbachweg. Stein- und Hirschbach erzeugen hier ziemlich sumpfiges Gebiet. Hier dürfte es auch noch Reste eines Moores geben. Auf dem Weg unproblematisch für uns. Jedoch sicherlich botanisch eine Abwechslung. Auch das Auge erhält durch den weiten Blick über freies Gelände diese Abwechslung. Inwischen laufen wir etwa in westlicher Richtung, welche wir aber wieder nach Norden verlassen. Wir wandern jetzt sozusagen um den 750 m hohen Hirschhübel herum, erreichen auf unserem Weg auch fast dessen Höhe. Und schon sind wir wieder an der Alten Torfstraße angelangt. Wir gehen aber erst einmal ein Stück nach links in die asphaltierte Torfstraße. Hier treffen wir nochmals auf Schilder des Holzweges. Nach 200 m wählen wir erneut einen anderen Weg: den Moorweg, welcher links abgeht und ziemlich gerade von Nordost nach Südwest verläuft. Neben diesem Weg fließt ziemlich unscheinbar der Rote Fluss. Nach weniger als 1 km Weg stößt der Moorweg nun auf die Alte Landstraße. Wir können einen kleinen Abstecher nach links machen, um zum Batteleck und über die Grenze zu gelangen. Aufregendes ist dort aber nicht zu sehen.
Um unseren Weg fortzusetzen gehen wir also lieber gleich nach rechts - um schon am nächsten Weg, dem Heuweg nochmals rechts abzubiegen. Der Weg überquert die Torfstraße und steigt stetig bis fast 800 m an. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg zum Höchsten Punkt unseres Weges, der 806 m hohen Steinkuppe. Hier können wir uns ins Gipfelbuch eintragen. Danach gehen wir entweder den selben Weg zurück zum Heuweg oder aber ein Stück bergab auf der ehemaligen Sprungschanze und durch die frühere Freilichtbühne Holzhaus. Auch auf diesem Wege gelangen wir zum Heuweg. Nur noch kurze Zeit und wir stehen an der Kreuzung zum Steinweg. Wir wandern nach links, genießen den Blick rechterhand ins Tal und gelangen ohne weitere Erklärungen zur Fischerbaude. Wenn nicht gerade Montag ist, sollten wir hier unbedingt einkehren und Kartoffeln mit Quark, oder etwas anderes leckeres essen.
Nach dem Essen geht es zurück. Rechts raus aus der Baude und immer geradeaus, erst auf der Ringelstraße und dann auf der Alten Landstraße. Etwa 200 m nachdem wir am links abzweigenden Paulsweg vorbei gegangen sind, geht es nach rechts über einen Feldweg bergab. Mit immer schöner werdendem Panorama. Unten angelangt halten wir uns rechts auf dem Tannenweg und kommen wieder an der Bahnschranke an.
Wer mag kann noch im Lindenhof einkehren. Oder geht hinüber zum Erbgerichtsgasthof. Vielleicht trifft er dort auf mich. Älterer, seelig lächelnde Mann mit einem Rechenberger vor sich.
Als Karte heute das Torfhaus. Da sind wir zwar nicht direkt vorbei gekommen. Wenn wir aber an einem Montag wandern können wir hier einkehren. Dazu einfach auf dem Heuwegabschnitt nicht über die Torfstraße gehen sondern nach rechts in sie hinein.
Mittwoch, 24. Mai 2017
Muldenblickwanderung
Im vorigen Beitrag hatte ich über neu entstandene Sichtachsen berichtet. Heute wollen wir mal zu solcher Wandern. Zwar zu einer Aussichtsstelle, von welcher wir tief in das Muldental nach Westen blicken können. Als Besonderheit habe ich sie so angelegt, dass sie auch für rüstige Senioren gangbar ist. Auf 6 km müssen dennoch 122 m Höhenunterschied überwunden werden. Das ist aber machbar. Knackpunkt ist ein 500 m langer Abschnitt, an welchem wir 50 m an Höhe gewinnen.
Start ist an der neuen Milchrampe. Gegenüber vom Hotel Lindenhof. Von hier aus laufen wir entweder über die Straße Richtung OT Teichhaus oder am Bahnhof vorbei. Wichtig ist, dass wir auf den Muldenweg gelangen, welchem wir bis zur Viertelle folgen. Am Eingang zu diesem schönen Nebental des Muldentales steht ein Bank. Hier kann man noch einmal ausruhen. Denn gleich beginnt das steile Stück. Wir gehen also steil nach oben, hoch zum sich in 700 m um die Berge windenden Reitsteig. Dieser ist ausgeschildert. Wir laufen nach links, herum um den Ziegenrücken. Einem der wohl sieben Berge hinter welchem die sieben Zwerge wohnen.
Nach etwa 10 Minuten Weg sind wir am schönen Ausblick angekommen. Auch der Weg selbst ist schön und die Natur sowieso. In diesem Gebiet kann man deutlich die Bemühungen des Sachsenforsts erkennen, schönen naturnahen Wald zu erhalten. Zwischen den Fichten entdecken wir schon sehr viele Weißtannen.
Um zum Ausgangspunkt zu gelangen, laufen wir weiter gerade aus - bis zur Dreitelle. Diese abwärts gelaufen, geben wir den Höhengewinn wieder zurück.
Wer jetzt Hunger oder Durst hat, kann in "Lindenhof" oder "Erbgericht" diese Gefühle beseitigen und durch Genuß ersetzen.
Wer noch Kind genug ist, kann auch vorsichtig ein wenig auf dem vom "Lindenhof" gebauten Spielplatz schaukeln. Kräutergarten besichtigen oder Kneippen geht auch.
Die Karte aus dem Jahr 1929 zeigt uns einen Blick ins Muldental. Unserer von oben ist noch viel schöner.
Sonntag, 18. Dezember 2016
Vierstein-Wanderung
Nein. Ich habe mich nicht verschrieben. Es soll wirklich nicht Vierstern-Wanderung heißen. Wanderungen in und um Holzhau besitzen grundsätzlich das Prädikat von mindestens 4 Sternen. Das muss nicht besonders betont werden. Unserer heutige Wanderung berührt vier Orte mit besonderen Steinen.
Ausgangspunkt ist heute auch nicht der Spielplatz, sondern die kleine Parkfläche an der Kreuzung Johannes-Kamprath-Weg/Bergstraße in etwa 700 m Höhe. Wer also von unten kommt, hat bereits 100 m Anstieg und 1 km Weg in den Beinen, wer von oben (Fischerbaude) kommt auch 1 km Weg, aber 60 m Abstieg. Diesen Weg müssen wir zur Wanderstrecke addieren. Nur wer vom "Talblick" kam, der blieb etwa in der Ebene und nah am Startpunkt. hat später aber noch 1 km Rückweg. Die Grundstrecke führt uns über knapp 4 km und 150 Höhenmeter zum Ziel Fischerbaude. Also möglichst nicht am Montag wandern - da ist dort im Normalfall Ruhetag.
Los geht es in Richtung Osten. Hinein in den Wald. Nach 5 Minuten Weg bekommt dieser einen frischen Namen. Ab hier heißt er nämlich Schwarzer Buschweg. Links geht es über den Fütterungsweg ins Tal, rechts kann man noch oben gelangen. Wir gehen aber 5 Minuten weiter geradeaus. Kurz vor einem mächtigen Rechtsknick des Weges, führt ein kleiner Weg auf einige Lärchen hin. Da gehen wir hinein und sehen rechts unser erstes Ziel: den Abendstein.
Keine Ahnung, warum der so heißt. Vielleicht weil er erst am Abend von der Sonne beschienen wird - bevor diese untergeht.
Aber weiter. Zurück zum schwarzen Buschweg und herum um den Knick nach rechts. Nach ca. 5 Minuten quert eine Schneise unseren Weg. Diese müssen wir nach oben steigen. Der Anstieg ist mächtig, aber nur recht kurz. Es ist weniger schlimm, als es aussieht - auf 250 Meter Weg geht es ungefähr 40 m nach oben. Hier haben wir mit dem Morgenstein unseren zweiten Stein erreicht. An diesem Ort sollten wir auf die Kinder aufpassen. Der Stein verleitet zum klettern. An der Nordseite geht es jedoch sehr steil nach unten. Der Morgenstein bekommt bereits die Morgensonne ab.
Wir folgen nunmehr einer etwa nach Süden führenden Schneise durch den finsteren Wald. Nach reichlich 500 m moderart ansteigendem Weg, sehen wir linkerhand den Katzenstein. Bei dessem Anblick erschließt sich uns sofort. warum dieser so heißt. Er befindet sich etwa 150 östlich des in Landkarten ausgewiesenen Gipfels von fast 800 m.
Gleich nach dem Katzenstein haben wir die Wahl. Entweder nach links oder nach rechts gehen. Heute nutzen wir den einfacheren und kürzeren Weg nach rechts. Einige Jahre war er praktisch unbegehbar geworden, weil er dicht und hoch von Gras und krautigen Pflanzen bewachsen war. Jetzt liegt er wieder frei, da er offenbar vom Forst benutzt wurde. Nach 200 m strikt Richtung Westen, ist der Weg zu Ende und stößt auf den langen Weg. Wir gehen nach links und nutzen dafür den rechten Weg der Gabelung. Sollten wir versehentlich die linke Gabel nutzen, ist das auch nicht schlimm. Es ist gehupft wie gesprungen. In diesem Fall müssen wir dann eben nach 300 m wieder nach rechts abbiegen. Auf jeden Fall kommen wir so zur südöstlichen Ecke des Oberdorfes von Holzhau, oberhalb der Siedlung "Schwarzer Buschweg".
Von hier laufen wir oberhalb des Ortes direkt an der Waldkante entlang und genießen die schönen Ausblicke in das steile Tal der Bitterbach. Aus etwa 750 m Höhe stürzt sich der kleine Bach in das Tal der Mulde, um dort bei ca. 600 m Hochzeit mit dieser zu feiern.
Wir gehen weiter geradeaus. Jetzt wieder durch Wald. Es geht jetzt auf dem Heuweg immer nach oben. Dabei passieren wir den Eingang zu einer kleinen Schlucht. Dort befand sich früher der Auslauf einer Sprungschanze. Jetzt soll hier ein Dachs wohnen.
Vom Heuweg führen zwei Wege nach links zu Steinkuppe, der höchsten Erhebung in der Ortslage von Holzhau. Wir benutzen die zweite. Sie ist einfacher zu begehen und führt uns, mit nur leichtem Anstieg auf den 806 m hohen Gipfel (heutzutage wird er oft mit 805 m angegeben). Der Berg hat alles, was ein Gipfel so haben soll. Gipfelkreuz und Gipfelbuch. Dazu die Reste des Anlaufturmes der ehemaligen Sprungschanze. Außerdem können wir Basaltsäulen, als Resultate früherer vulkanischer Tätigkeit sehen. Wir stehen praktisch auf einem Vulkan.
Nun könnten wir den selben Weg zurück gehen. Ich beschreibe hier die Alternative. Diese führt uns steil nach unten und dann nach links durch einen ehemaligen Steinbruch - oberhalb der bereits vorhin gesehenen Schlucht. Zeitweise wurde das Areal des ehemaligen Steinbruchs als Freilichtbühne genutzt.
Den Heuweg laufen wir bergab. Gehen an der nächsten Kreuzung nach links. Reichlich einen Kilometer haben wir noch bis zum Ziel Fischerbaude. Auf dem Weg noch einmal sehr schöne Talblicke.
Hier der Link zur Strecke.
Hier der Link zur Strecke.
Samstag, 3. Dezember 2016
Im Weihnachtsland
Unbestritten ist das Erzgebirge das Weihnachtsland. Wenn man also richtig in Weihnachtsstimmung kommen möchte, sollte man in der Adventszeit unbedingt einmal in das Erzgebirge reisen. Sich dort ein weihnachtlich geschmücktes Dorf reinziehen und einen echt erzgebirgischen Weihnachtsmarkt besuchen.
Seit nunmehr drei Jahren pflege ich die Tradition, den Freiberger Christmarkt zu besuchen. Zuerst allein, im vergangenen Jahr mit einem Freund und in diesem Jahr mit Freunden aus unserer kleinen Firmenwandergruppe. Leider nicht mit allen Teilnahmewilligen - dieses Problem ist eines der vielen Probleme bei 365-7-24 Schichtdienst. Obwohl gerade bei solchen Menschen die sozialen Kontakte besonders wichtig sind. Aber für einen kleinen Kreis hat es glücklicherweise geklappt. Allen hat der kleine, aber feine Christmarkt gefallen.Trotz guten Besuchs besinnlich und ohne Hektik.
Nach dem Christmarkt ging es mit der FEG nach Holzhau. Zum Weihnachts-Gänsekeulen-Essen im Erbgericht. Mein Lieblingskoch hatte sich wieder einmal selbst übertroffen. Es war ein Traum von einer Gänsekeule - die Gans und der Rotkohl sind nicht umsonst gestorben. Das wurde bei Rechenberger Bier und Altenberger Kräuterlikör (beides echt Weihnachtsland-Produkte) beglaubigt und besiegelt.
Leider musste die für den folgenden Adventsvormittag geplante Brettellenwanderung abgebrochen werden. Das Wetter passte nicht so recht. Kalter Sprühregen. Schön war es dennoch. Ich freue mich auf Wiederholungen.
Ganz ohne Wanderung geht dieser Beitrag aber nicht zu Ende. Zum Schluss meines, mit der Adventsreise verbundenen Kurzurlaubs beteiligte sich der Wettergott an der Weihnachtsstimmung. Fiel doch ab dem Abend des letzten Novembertages reichlich Schnee. Am Morgen lagen dann etwa 12 - 15 cm des weißen Zeugs in Holzhau. Diese Gelegenheit nutzte ich zu einer kleinen Winterstimmungswanderung. Zuerst die Eckdaten.
Streckenlänge: 6,8 km, Höhenunterschied: 182 m
Bei normalen Bedingungen kein Problem. Wir sind eben im Gebirge. Da geht es naturgemäß mal etwas steiler nach oben und dann wieder ebenso noch unten. Es sei denn, man dehnt die Auf- und Abstiege durch längere Wege. Bei meiner Wanderung im tiefen Schnee, war es etwas anstrengender als unter normalen Bedingungen. Ich bewegte mich sozusagen im ständigen Kniehebegang.
Aber nun zur Strecke. Startpunkt ist der Spielplatz hinter dem Hotel Lindenhof. Von hier geht es am Hotel vorbei, über die Muldenbrücke und nach links auf dem Fußweg entlang der Mulde. Direkt an der ehemaligen "Richters Sommerfrische"/"Haus des Handwerks" geht es nach rechts in den Brettellenweg. Die Schönheit der Brettelle zu beschreiben, hieße Räuchermänner ins Erzgebirge zu tragen. Wer das mag, kann weiter oben den Link anklicken. Von hier beginnt der Anstieg nach oben. Von jetzt etwa 600 m, müssen wir auf mehr als 740 m hoch. Das hört sich schlimmer an, als es wirklich ist. Denn zum Bestaunen der schönen Natur, vor allem der großen Bäume, bleiben wir sowieso alle Nase lang stehen. Nach 1 1/2 km Brettelle kreuzt der N-Weg. Wenn wir auch noch nicht den höchsten Punkt der Wanderung erreicht haben, ab jetzt wird es moderat. Denn wir wandern nach rechts in den N-Weg hinein. Nach 500 m gelangen wir nunmehr zur Kreuzung mit dem Schwerdtweg. An diesem Ort beginnt auch der Reitsteig seinen Lauf. Alles gut ausgeschildert. Dem Reitsteig folgen wir. Viele bezeichnen den Weg als den schönsten Wanderweg bei Holzhau. Ich sage mal, es ist einer der schönsten. Vor allem aber, bietet er schöne Ausblicke auf Holzhau. Er führt außerdem durch wild romantische Natur. So zum Beispiel eine kleine Blockhaldenfläche. An welcher wir auch zu jeder Gelegenheit viele Tierspuren entdecken werden. Der Reitsteig schlängelt sich um die Berge. Verbleibt dabei immer auf etwa 700 m Höhe - zumeist etwas darüber. Wir überqueren die Kähnelbahnschneise und den daneben verlaufenden Kalksteig. Erreichen zuletzt die Dreitelle, ein schönes Nebental der Freiberger Mulde. Über den Dreitellenweg steigen wir wieder hinab ins Tal. Der Weg mündet unten in den Muldentalweg. Diesen nach rechts gehend kommen wir nach etwa 2 Stunden zurück zu unserem Ausgangspunkt. Am sichersten, indem wir, dort wo der Muldentalweg endet, kurz nach links über die Brücke gehen, die Straße überqueren und am Bahnhof vorbei laufen.
Die Wanderung auf der Karte.
Die Wanderung auf der Karte.
Heute mal keine W. Richter Karte, sondern aktuellem Foto. Ich am Rande des Reitsteigs.
Werbung: Rechts neben dem Foto befindet sich der Link zu meinem Wanderbuch mit Ansichtskarten.
Werbung: Rechts neben dem Foto befindet sich der Link zu meinem Wanderbuch mit Ansichtskarten.
Dienstag, 1. November 2016
Wandern auf Straßen
... ist nicht sehr angenehm. Aus einer Vielzahl von Gründen. Ich versuche es daher auch möglichst zu vermeiden. Das klappt leider nicht immer. An Fußgänger wird im Autoland nicht wirklich gedacht.
Zur Freude der Kraftfahrer - nicht nur der anreisenden Urlauber, sondern vor allem auch der auf das Auto angewiesenen Ortsansässigen, von denen etliche den Service für unseren Urlaub aufrecht erhalten - also zu deren aller Freude, wurde jetzt die S 185 zwischen Neuhermsdorf und Holzhau, nach Erneuerung wieder frei gegeben. Leider hat man erneut nicht daran gedacht, den Muldenweg zwischen Teichhaus und Holzhau, für Fußgänger freundlich an die Ortsteile anzuschließen. Nach wie vor muss der Spazierwanderer, um auf den Muldenweg zu gelangen ein Stück Straße gehen. Eigentlich blöd. Wären es Straßen oder Brücken für KFZ, würden wir darüber lustige Bilder und Posts in den "sozialen" Netzwerken finden.
Für den Weg aus Holzhau gibt es aber einen "geheimen" Zugang zum Muldenweg ohne die Straße benutzen zu müssen. Er ist abenteuerlich, aber eben gangbar. Machen wir aus der Not halt eine Tugend und aus dem Mangel eine Wanderung.
Abenteuerlicher Weg ist ja etwas für Kinder. Los geht es daher auf dem Spielplatz hinter dem "Lindenhof". Nach einer Runde schaukeln und rutschen ist Abmarsch. Am "Lindenhof" vorbei, nach links, vorbei an der ehemaligen Ölmühle/Post - kurz nach rechts und dann links, vor der Feuerwehr in den N-Weg. Diesen steigen wir jedoch heute nicht hinauf. Unterhalb des Försterfelsens gehen wir nämlich gleich nach rechts, um in Richtung Kalksteig zu gelangen. Während die Kinder den riesigen Felsen bestaunen, denken wir kurz über den Namen "Kalksteig" nach. Dieser rührt von dessen Nutzung her. Über den sehr steilen, parallel neben und unter der Seilbahn (der "Kähnelbahn") zwischen dem Kalkwerk Hermsdorf und dem Bahnhof Holzhau verlaufenden Weg gingen die Holzhauer zur Arbeit ins Kalkwerk oder kamen von der Arbeit zurück. Wenn sie nicht verbotener Weise in einem Kähnel mitfuhren. Auch abenteuerlich.
So, jetzt können wir weiter gehen. Nach kurzem kräftigem Anstieg, wird es wieder flacher. An der steilen Schneise vorbei, wieder etwas bergab - dann gabelt sich der Weg. Links führt der unseren Weg kreuzende Kalksteig nach oben, rechts beginnt der Abenteuerweg - weil doch, wegen des doch starken Bewuchses nicht leicht begehbar. Aber man kann ihn gefahrlos benutzten. Wir passieren auf dem Weg die Kähnelbahnschneise. Wenn wir genau schauen, sehen wir sogar noch rostige Reste der Bahn im Wald liegen. Die S185 sehen wir auch unter uns liegen.
Nach kurzem, wegen des Wegezustandes konzentriertem Wanderns erreichen wir eine kleine Lichtung, mit Fütterung und Feldscheune. Hier kann es etwas feucht sein, der Bach, welcher unten am Muldenweg aus der Holzrinne sprudelt, fließt hier eben einfach mal über den Weg. Aber keine Angst, es wird nicht schlimm. 100 m weiter sind wir schon am Zwischenziel - der Dreitelle, kurz oberhalb deren Einmündung in den Muldenweg.
Jetzt sind Entscheidungen zu treffen. Wir bleiben flach, folgen daher in alter Richtung dem Muldenweg bis zu dessen Ende. Der Muldenweg ist sicher kein echter Abenteuerweg, bei weitem aber nicht langweilig. Hier kann man eine Menge entdecken. Pflanzen, Pilze, Moose, Flechten, Tiere von Schnecke und Insekt, bis Schlange und Reh. Dazu einige alte Steinbrüche. Der Weg endet mit einer Brücke über die Mulde auf der S185. Nun müssen wir nun doch auf die Straße. Vorsichtig schauen wir zuerst nach links, dann nach rechts. Wenn kein Auto zu sehen ist, überqueren wir die Straße und gehen nach rechts. Wir überqueren erneut eine Brücke. Unter dieser streben die kurz zuvor sich vereinten Steinbach und Roter Fluss unter der Straße hin zur Mulde. Dann wenden wir uns nach links und dann an der zweiten Gelegenheit nach rechts in den beschilderten Schwarzen Buschweg. Diesen benutzen wir allerdings nur wenige Minuten, weil nach rechts gleich der Eisenbahnerweg abzweigt. Dieser soll uns zurück nach Holzhau führen. Wie der Name uns schon sagt, verläuft er parallel zur ehemaligen Eisenbahntrasse. Damit gelangen wir sicher zum Bahnhof und somit nach Holzhau zurück.
Die Strecke ist 6 km lang und überwindet insgesamt weniger als 100 m Höhe. Das klingt mehr als es ist und setzt sich halt aus einem ständigen leichtem auf und ab zusammen.
Die Wanderung auf der Karte.
Die Wanderung auf der Karte.
Die Karte zeigt uns einen Teil unseres Weges. Und zwar den Start. Mit Försterfelsen und Forsthaus- Etwa 1915.
Freitag, 31. Juli 2015
noch einmal Kurzwanderungen
So wie geplant sind wir die Kurzwanderungen auch gelaufen. Fanden dabei, in den am Wege befindlichen Gaststätten (Torfhaus, Fischerbaude, Lindenhof und Erbgericht) gastliche Aufnahme, Speis und Trank. Zu ergänzen wäre noch, dass sich auch lohnt, die Wanderung nach dem Mittagessen zu starten und als Kaffeewanderung durchzuführen. Denn das ebenfalls im Kreis der Wanderstrecken stehende Berghotel "Talblick", bietet sehr gute Kaffee- und Teespezialitäten an.
Im jetzigen Beitrag möchte ich beginnen, mich einer variablen Rundwanderung nördlich des Muldentales zu widmen. Waren wir im ersten Teil im Fischerwald, so befinden wir uns nun im Töpferwald. Welcher nach meiner persönlichen Ansicht den schönsten Teil des Holzhauer Wanderrevieres beinhaltet. Zentrale Wege in diesem schönsten Teil, sind der Brettellenweg, der N-Weg, der Reitsteig, der Buchensteig und die Dreitelle. Über diese Wege, sowie den sich anschließenden Viertellenweg lassen sich sehr schöne Rundwanderungen von etwa 3 km bis 9 km durchführen. Zwei der Varianten stelle ich hier, in zwei aufeinander folgenden Beiträgen vor.
Die erste ist eigentlich als Kurzwanderung zu bezeichnen. Nur etwa 3 km lang und 50 m Höhenunterschied. Fit sollte man dennoch sein. Unser Startort ist der Holzhauer Erbgerichtsgasthof. Es geht durch die schönen Außenanlagen des Hotels Lindenhof und an diesem vorbei über die Muldenbrücke nach rechts in das Muldental. Kurz vor der Feuerwehr führt der gelb markierte N-Weg steil nach oben. Nach 300 m Aufstieg kreuzt der Buchensteig. In diesen biegen wir nach links ein. Wer mag kann aber zuerst einen Abstecher nach rechts machen und bis oberhalb des Försterfelsens und zurück laufen.
Der Buchensteig zieht sich in einer Höhenlage von 640 m um den Berg herum. Nach links gibt es schöne Blicke ins Muldental und nach Oberholzhau. Rechterhand ragen, zum Teil recht gewaltige Felsen aus dem Gelände. Nach Vollendung eines gelaufenen Halbkreises um den Berg, überqueren wir den an dieser Stelle sehr steilen Schwerdtweg. Der Buchensteig wird jetzt manchmal etwas feucht. Und wir sollten nicht erschrecken, wenn plötzlich ein Hirsch vor uns steht.
Der Buchensteig zieht sich in einer Höhenlage von 640 m um den Berg herum. Nach links gibt es schöne Blicke ins Muldental und nach Oberholzhau. Rechterhand ragen, zum Teil recht gewaltige Felsen aus dem Gelände. Nach Vollendung eines gelaufenen Halbkreises um den Berg, überqueren wir den an dieser Stelle sehr steilen Schwerdtweg. Der Buchensteig wird jetzt manchmal etwas feucht. Und wir sollten nicht erschrecken, wenn plötzlich ein Hirsch vor uns steht.
Nur wenige Minuten nach Querung des Schwerdtweges geht es steil bergab zum asphaltiertem Brettellenweg. Diesen laufen wir hinunter. Aber langsam und mit Genuß. Es ist mein Genußwald und Ort zu träumen. Also nicht wundern, wenn Euch beim wandern und lauschen an diesem Ort schöne Träume begegnen. Manchen dieser Träume habe ich dort deponiert. Die Brettelle ist wunderschön mit riesigen Fichten und Buchen bestanden. Die Telle herab rauscht das Brettellenflüsschen, gespeist von etlichen kleinen Bächen. Neben den bereits genannten, ein hohes Gewölbe bildenden Buchen und Fichten, sieht man hier Ulmen, Berg- und Spitzahorn, Eberesche, Esche und Sal-Weide. Dazwischen Trauben-Holunder, Brom- und Himbeere, Farne, Schachtelhalm sowie eine Vielzahl von krautigen Gewächsen und Gräsern. Schwer sich loszureißen von diesem Ort.
Ganz unten angekommen befindet sich der Urahn der Holzhauer Ferienhotels. Heutzutage zwar privat liebevoll instand gehalten - leider jedoch nicht einmal für einen Kaffee, ein Bier oder eine Bockwurst geöffnet. Warum nur?
Wir gehen nach links und gelangen auf dem rechts neben der Straße befindlichen Weg zurück zum Ausgangspunkt. Dort kann, wer mag im Kneippbecken ein wenig Wasser treten.
Die Karte des Tages zeigt uns einen Teil unserer Wanderstrecke.
Mittwoch, 15. Juli 2015
Kurzwanderungen
Ich will das nicht unbedingt als Seniorenwanderungen verschubladen. Denn es gibt durchaus Senioren, welche längere Strecken unterwegs sein können und wollen. Auf der anderen Seite will aber nicht jeder Urlauber unterhalb des Seniorenalters weite Strecken gehen. Oder er kann es nicht. Außerdem müssen auch Familien mit kleinen Kindern Berücksichtigung finden. Kurz und gut - im Angebot eines Urlaubsortes sollten auch Wanderziele für kurze Strecken stehen. Eine der klassischen Holzhauer Kurzstrecken ist jene zum Teichhaus. Oder muss ich hier schreiben war? Denn so richtig auf dem laufenden bin ich da nicht. Hat das Teichhaus auch nach der Übernahme der Schulspeisung für Wanderer geöffnet? Wenn das nicht so ist, wäre das ein Verlust für die Wanderqualität der Gegend.(Aktuell steht am Haus, dass an Wochenenden und Feiertagen, ansonsten auf gut Glück geöffnet ist. //Oktober 2016)
Das heißt selbstverständlich nicht, es geht nicht mehr. Nach wie vor gibt es ein Vielzahl schöner Wanderstrecken zwischen dem "Erbgerichtsgasthof" im Tal (alternativ dem "Lindenhof") und der "Fischerbaude" auf 760 m Höhe. Umgedreht funktioniert diese Wanderung selbstverständlich auch für Gäste der "Fischerbaude".
So wandere ich je nach Lust zuerst den Muldenweg bis zum Ortsteil Teichhaus und gehe dann entweder über den Schwarzen Buschweg, das Schwarze Ringel oder verschiedene Torfstraßenvarianten nach oben. Die Torfstraße bietet den Vorteil, am "Torfhaus", welches man nach 5 km erreicht, eine gastronomische Zwischenstation vorweisen zu können. Hingegen ist die Schwarzer Buschweg Route recht sanft. An Ruhetagen der "Fischerbaude" ist dieser Verlauf gut als Rundstrecke ohne Rast gangbar. Über den Johannes-Kamprath-Weg gelangt man nämlich über die schöne Aussicht an der Alten Straße wieder zurück an den Ausgangspunkt und hat dann ca. 7 km in den Beinen und 100 Meter Höhenunterschied überwunden. Die genannten anderen Alternativen sind etwas länger und erfordern 150 Meter Differenz zwischen tiefstem und höchstem Punkt der Strecke. Mit einem Abstecher zur Steinkuppe, um sich dort ins Gipfelbuch eintragen zu können, sind es knapp 200 Meter. Alle Varianten bleiben aber unter 9 km Weglänge.
Das Gute an diesen Wanderungen: alle sind abwechslungsreicher, als die Kaffeehauswanderung hin- und her über den Muldenweg zum Teichhaus. Und sowohl "Erbgericht" und "Lindenhof", als auch die "Fischerbaude" sind zuverlässig geöffnete Gaststätten. Aktuelle Ruhetage: Fischerbaude am Montag (Ausnahme sind Feiertage und Ferien in Sachsen), Erbgericht am Mittwoch.
Als Karte heute den Blick von der Alten Landstraße. Die Ansicht ist älter als 100 Jahre, hat aber einen hohen Wiedererkennungseffekt.
Montag, 11. Mai 2015
1. Holzhauer Wandertag
Wie auch hier im Blog angekündigt, fand vom 8. - 10.5. der erste gemeinsame Wandertag von Kolleginnen und Kollegen "meiner" Firma statt. Dank der freundlichen Unterstützung unseres Dienstplaners, konnten insgesamt ein halbes Dutzend von uns, welche mit Weiblein und Männlein und in den Altersgruppen von Mitte 30 bis Anfang 60 auch als repräsentativ für die Firma gelten können, an diesem Höhepunkt teilnehmen.
Der zweite Dank gilt den Tarifparteien der Deutschen Bahn. Da Bahn und GDL sich nicht einigen können, kam es zu einem längeren Streik. Dieser verhinderte die geplante Bahnfahrt und zwang uns in die Autos. Damit waren wir aber 3 Stunden früher da und erhielten dadurch die Möglichkeit einer zusätzlichen Wanderung.
Womit wir beim Programm sind.
Diese ersten 4 1/2 Kilometer führte über N-Weg, Buchensteig, Zimmtelle und Schanzenweg rund um die Brettelle, mit seinem herrlichen Mischwald und bis zu 50 Meter hohen Bäumen. An der Kreuzung von Buchensteig und Brettellenweg, wurde diese schöne Natur bei einer Rast ausgiebig betrachtet und mit einem Glas Sekt gewürdigt. Der Abend klang aus, mit einem gemütlichen Beisammensein in der Gaststube unserer Quartiers - dem Holzhauer Erbgerichtsgasthof. Neben dem traumhaften und durchgängig von Allen gelobtem Essen, gab es dabei eine Verkostung des guten Rechenberger Bieres und der nicht minder wohlschmeckenden und gesunden Kräuterliköre aus dem Erzgebirge. Das Wichtigste für uns, waren jedoch die gemeinsamen Gespräche. Für Schichtdienstler ist es sonst eigentlich kaum möglich, eine gepflegte Unterhaltung zu führen und sich über Erfahrungen, persönliche Erlebnisse, Hobbys und Privates auszutauschen.
Am zweiten Tag, fand nach einem ausgiebigen Frühstück die geplante Hauptwanderung statt. Teilnehmer, welche meinen Blog aufmerksam gelesen hatten konnten ahnen, das ich dafür meine Lieblingswanderung geplant hatte. Trotzdem war das Erstaunen groß, dass man auch im Erzgebirge derartig körperlich anstrengende Anstiege bewältigen muss. Immerhin hat man auf den 1 1/2 Kilometern des Dreitellenweges mehr als 150 m Höhe zu gewinnen. Also einen durchschnittlichen Anstieg von 10% zu schaffen. Und wir wissen ja, wie das mit dem Durchschnitt ist. Daher gab es in der Mitte des Hinweges zum Ziel "Weicheltmühle" eine Vogelbeerrast. Das geschah an der Gimmlitzquelle. Die Vogelbeeren waren, des besseren Transportes und längerer Haltbarkeit wegen als Likör verarbeitet.
Durch das schöne Gimmlitztal führte der Weg weiter zur Weicheltmühle. Dort erwartete uns ein von der Wirtin vorsorglich reservierter Tisch am großen grünen Kachelofen. Welcher beim sonnigem Wetter allerdings nicht in Betrieb war. Zum Essen nur so viel: ich bekam endlich, die bereits zu Ostern geplanten Buttermilchgetzen zu essen.
Durch das schöne Gimmlitztal führte der Weg weiter zur Weicheltmühle. Dort erwartete uns ein von der Wirtin vorsorglich reservierter Tisch am großen grünen Kachelofen. Welcher beim sonnigem Wetter allerdings nicht in Betrieb war. Zum Essen nur so viel: ich bekam endlich, die bereits zu Ostern geplanten Buttermilchgetzen zu essen.
Solch Wanderung dient selbstverständlich nicht nur der Bewegung an der frischen Luft sondern auch dem Erkenntnisgewinn. So erfolgte also auch noch die Besichtigung des technischen Denkmals der Mühle. Welche eben nicht nur Pension und Wandergaststätte, sondern auch liebevoll gepflegte und funktionierende Wassermühle ist. Ganz erstaunlich, welche Kraft der kleine Fluss, kaum 5 km von seiner Quelle entfernt bereits gewonnen hat.
Zurück ging es über den "Pass" von Krötenbach- und Brettellental. Der Anstieg ist hier nicht so erheblich wie der über die Dreitelle. Damit wir die Regenbekleidung und andere Schutzmittel gegen von oben eindringendes Wasser nicht umsonst mitgeschleppt hatten, schickte uns der Himmel einen zwar nur 20 Minuten währenden, aber heftigen Regen. Selbstverständlich erst, nachdem wir die Schutzhütte passiert hatten.
Der Tag endete ähnlich wie der Erste - in einem ausgezeichnetem Abendbrot und angenehmen Gesprächen. Durch die Wanderung gezeichnet, musste aber die Hälfte der Teilnehmer bereits nach dem Essen selbst aufgeben und die Wunden mit heißen Duschen und einem medizinischen Gel behandeln. Der harte Kern (Altersdurchschnitt 57!) überzog auch an diesem Tag, freundlich erduldet, die reguläre Schließzeit der Gaststätte nicht unerheblich.
Dank der Selbstpflegearbeiten waren am 10.5. aber wieder alle fit und nach dem Frühstück bereit eine weitere Wanderung durchzuführen. Sie führte uns erneut an eine Quelle. Diesmal war es keine Quelle eines Flusses, sondern die Quelle des Rechenberger Bieres. Der schöne Holzhauer Vorort Rechenberg ist ja nur 3 km entfernt. Nach einer Verkostung des gesunden Getränks ließen wir uns im Rahmen einer sachkundigen Führung den Produktionsprozess und vieles Andere um das Bier herum erläutern. Wichtig für uns: auch über die schwere Arbeit der Beschäftigten in diesem Dienstleistungsbetrieb wurde wurde kein verbaler Bogen gemacht.
Über den schönen Schanzenweg ging es sonnig zurück ins Quartier und nach dem Mittagessen, leider nach Hause. Mit dem Trost im Gepäck, so etwas einmal wiederholen zu können.
Nicht unerwähnt darf bleiben - unser Unternehmen beteiligte sich mit einem kleinen finanziellen Beitrag an unserer Aktion. Nicht gerade üblich.
Als Foto unser Quartier in einer Ansicht von vor 90 Jahren.
Donnerstag, 26. Februar 2015
Reitsteig im Winter
Wenn man dem Wetterbericht trauen kann, wird das kommende Holzhau-Wochenende winterlich schön. Für den Freitag ist schon mal ein bissel neuer Schnee angekündigt. Sonnabend und Sonntag scheint die Sonne für 4 Stunden. Sagt zumindest die Wettervorschau.
Anlass für mich, noch eine Wanderung vorzuschlagen. Ausgangs- und Endpunkt sind dieses Mal die Bahnhöfe von Holzhau. Da eine Rundwanderung, kann sie in beide Richtungen gegangen werden. Selbstverständlich ist auch jede der Holzhauer Pensionen und jedes Hotels im Tal als Ausgangspunkt hervorragend geeignet.
Rundwanderung über den Reitsteig. (ca. 6 km, 110 m Höhenunterschied) Mit der FEG fahren wir dieses Mal bis zum Haltepunkt Holzhau Skilift. Das ist eine Bedarfshaltestelle, also Knopf drücken nicht vergessen. Ich denke aber hier werden bei gutem Winterwetter viele Wintersportfreunde den Wunsch haben aus zusteigen. Zu Fuß geht es ein Stück in Fahrtrichtung des Zuges - vorbei am Skihang mit seinen Liftanlagen und dem Holzhauer Skihof. Hier geht es nach links, über die Muldenbrücke und wieder nach links. Etwa nach 100 m sind wir an der Brettelle angelangt und laufen in diese hinein. Am Eingang der Brettelle steht das älteste Holzhauer Urlaubshotel. Das ist es zwar seit ca. 20 Jahren nicht mehr - aber Zimmer und Räume für Veranstaltungen werden immer noch vermietet.
Ab jetzt geht es bergauf. Von 600 m auf 700 m. Vorbei an den größten Bäumen der Umgebung. 40 bis 50 Meter hohe Fichten und fast ebenso hohe Buchen stehen hier. Die stärksten dieser Riesen messen mehr als 1 m im Durchmesser und sind älter als 200 Jahre.
Nach etwa 1 km Aufstieg erreichen wir den N-Weg. Ein Schild weist nach Rechts und verkündet das es hier nach Holzhau geht. Diesen Weg wählen wir. Nach knapp 10 Minuten erreichen wir eine Lichtung. Hier kreuzen sich N-Weg und Schwerdtweg. Außerdem beginnt hier der Reitsteig seinen Lauf. Es ist der halblinks verlaufende Weg, welchen wir gehen müssen. Der Reitsteig ist einer der schönsten Wanderwege überhaupt. Abwechslungsreich und mit viel Potential für schöne Aussichten nach Oberholzhau. Er führt uns gemächlich bergab. Unterhalb des Kannelberges verlaufend finden wir hier auch ein Blockhaldenfeld. Nicht so gewaltig wie z.B. am Kahleberg, aber deutlich erkennbar. Später kreuzen wir auch die Kähnelbahnschneise. Hier verlief früher eine Materialseilbahn, welche zwischen Bahnhof Holzhau und Kalkwerk Hermsdorf Kohle in die eine und abgebauten Kalk in die andere Richtung transportierte.
Später biegt der Reitsteig nach links in die Dreitelle ab und wird den Dreitellenweg überqueren. Achtung! Der Dreitellenweg wird als Loipe benutzt. Wir gehen diesen Weg, unter Berücksichtigung dieses Umstandes nach unten. Nach einem Kilometer sind wir im Muldental und gehen einfach geradeaus weiter nach Holzhau. Je nach Zeit können wir jetzt Mittagessen oder Kaffeetrinken.
Wem die Strecke nicht lang genug ist, kann an der Einmündung von Dreitelle in Muldenweg auch nach links bis zum Teichhaus wandern. Das sind Hin- und Rückweg gerechnet 4 zusätzliche Kilometer.
Auf der Karte aus dem Jahr 1925 sehen wir den Blick vom Reitsteig auf Oberholzhau. Ganz so frei ist er heutzutage nicht mehr.
Sonntag, 7. Juli 2013
Der alte Baum und das Gesetz
Endlich war es wieder soweit. Urlaub in Holzhau und seiner schönen Umgebung. Wie gewohnt, kam mit dem Urlaub und unserer Ankunft im Holzhauer Erbgericht auch das schöne Wetter. Was schönes Wetter auszeichnet, darüber gibt es sicherlich unterschiedliche Auffassungen - ich habe in diesem Blog bereits darüber geklugscheissert. Einig sind wir uns mit den Sonnenanbetern darin, dass es nicht unbedingt ständig regnen sollte. In diesem Sinne, setzte tatsächlich schönes Wetter ein, das Utensil Regenschirm wurde im Urlaub nur einmal benutzt. Darüber jedoch in einem späteren Beitrag mehr.
Traditionell führt unsere erste Wanderung über die Route Brettellenweg - Buchensteig - Neuer Weg - Proßweg - R-Weg zum Schalander um dort ein Kellerbier zu genießen. Da wir den Weg diesmal in Begleitung gingen, haben wir abgekürzt und sind nach dem Neuen Weg gleich direkt zum Bier gegangen. Offenbar war uns das Schicksal gewogen und wollte uns vor dem Schock, erst einige Tage Urlaub gönnen. Als wir nämlich am 1. Juli den kompletten Weg gingen, mussten wir zu unserem Leidwesen feststellen, dass die an der Kreuzung R-Weg/Proßweg stehende markante Buche gefällt wurde. Wer mal bei "Uber mich" an der Seite des Blogs hinschaut, sieht mich vor diesem Baum stehen. Der Umfang des etwa 30 m hohen Baumes betrug in 1,30 m Hohe fast 4 m. Er war weit und breit der stärkste Baum im Wald und nach jetzt leider auch möglichen Zählung der Jahresringe, wohl auch einer der ältesten Bäume. Nach meiner Zählung, war sein Geburtsjahr etwa 1730. Zur damaligen Zeit, war die Burg Rechenberg noch in ihrer ursprünglichen Ansicht erhalten - auch wenn sie bereits 150 Jahre zuvor ausgebrannt war.
Bei allem Respekt vor den Aufgaben der Forstleute, frage ich mich dennoch: war es unbedingt erforderlich diesen Baum zu fällen? ist der Erlös für gutes Holz wirklich in jedem Fall das Wichtigste? Denn obwohl der Baum um die Füße herum schon Moos angesetzt hatte und auch die Rinde im unteren Teil ein wenig schlotterte, der Baum schien mir gesund. Gewährleistung der Verkehrssicherheit im Wald kann also kaum der Grund der Fällung gewesen sein.
Vielleicht könnte man dort eine Bank und ein Hinweisschild aufstellen und damit wenigstens im Nachhinein eine touristische Wertung des Platzes vornehmen - praktisch das Vermächtnis des Baumes erfüllen.
Leider hat Walter Richter keine Ansichtskarte des Baumes hinterlassen - aber auf der hier gezeigten Karte ist der Standort und somit der Baum, inmitten anderer Bäume sichtbar. Ich habe das mal markiert.
Paragraph 1 des sächsischen Waldgesetzes bestimmt zum Zweck des Gesetzes:
den Wald in der Einheit seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, die Pflanzen- und Tierwelt, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern
Das Fällen eines solchen Baumes betrifft sowohl die Nutz- als auch die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes. Gut erhaltene und präsentierte Naturdenkmale als Sehenswürdigkeiten mehren den nachhaltigen touristischen Nutzen. Sie tragen somit auch dauerhaft zum Erhalt und Verbesserung der Infrastruktur bei. Das der Aufenthalt und die Bewegung in der freien Natur der Erholung dienlich ist, muss nicht gesondert betont werden. Oder?
Mittwoch, 30. Mai 2012
Blick in die Zukunft
Mein Blick in die Zukunft reicht heute so ziemlich exakt 3 Wochen weit. In nämlich jener Zeitspanne, wird die Anwanderung bei unserem diesjährigem Holzhau-Urlaub bereits wieder Geschichte sein.
Zwar planen wir unsere Wanderungen nicht langfristig und exakt vor, der Verlauf der ersten Wanderung gilt jedoch als ziemlich sicher.
Nach dem Frühstück im Erzgebirgsgasthof "Erbgericht" in Holzhau, wandern wir in Richtung Westen auf der alten Straße. Vor dem ehemaligen Erbgerichtsgut begrüßt uns die mächtige Ulme.* Am "Skihof" geht es nach rechts über die Muldenbrücke und dann wieder nach links durch das Gelände der ehemaligen Möbelfabrik bis zu "Richters Sommerfrische" - jetzt Pension "Muldental". Hier marschieren wir nun in den Wald hinein und betreten die Brettelle.
An der Abzweigung des Schwerdtweges, werde ich die große Fichte begrüßen und ihr die Grüße meiner Schwarzpappel aus dem Stadpark an der Rathausstraße in Lichtenberg übermitteln. Weiter geht es aber in der Brettelle. Vorbei an den vielen Baumriesen von Fichten und Buchen, des vielgeschossigen kleinen Urwaldes rund um das Brettellenflüsschen, erreichen wir bald den Buchensteig. Meine Frau wird hier sicherlich einen kleinen Vorsprung haben, weil ich immer wieder stehen bleibe um Details der Natur zu betrachten.
In den Buchensteig geht es nach links hinein. Von links grüßt uns die dicke Fichte - mehr als 3 1/2 m Umfang, rechts stehen mächtige Rotbuchen. Dem Buchensteig folgen wir in seinen Schleifen um die Höhen und über die Tellen bis nach Rechenberg. Der erste Abschnitt führt dabei oberhalb der Brettelle, parallel zum Brettellenweg. Mit großer Wahrscheinlichkeit, werden wir hier auch am Tage Rehen begegnen. In höhe der Schanze, einer alten Wehranlage, stößt unser Weg an die Waldkante und ermöglicht uns herrliche Aussicht nach Holzhau und in das Muldental.
Nicht mehr weit und wir sind an der alten Handelsstraße, welche hier zwischen Nassau und Rechenberg verläuft angelangt. Obwohl wir jetzt die Kirche von Rechenberg im Blick haben und wissen, dass uns hinter dieser die Brauerei mit einem kühlen Rechenberger Kellerbier erwartet, gehen wir erst einmal geradeaus auf dem Proßweg weiter - müssen wir doch noch eine alte Bekannte begrüßen. Diese wartet geduldig am R-Weg auf uns. Es ist die starke Buche (3,85 m Brusthöhenumfang). Hier haben wir den Wendepunkt erreicht und gehen Richtung Osten auf dem R-Weg zurück um endlich unser Begrüßungsbier zu trinken. Prost!
Zurück nach Holzhau benutzen wir sicherlich den Schanzenweg.
* inzwischen wegen Krankheit gefällt.
Am Schanzenweg - aus Richtung Holzhau gesehen.
Die beschriebene Strecke ist keine 10 km lang und auch von ungeübten Wanderern leicht zu bewältige. Bänke laden unterwegs zur Rast ein. Und sollte ich diesen Weg so ähnlich schon einmal beschrieben haben - macht nichts, man endeckt immer wieder Neues.
Zwar planen wir unsere Wanderungen nicht langfristig und exakt vor, der Verlauf der ersten Wanderung gilt jedoch als ziemlich sicher.
Nach dem Frühstück im Erzgebirgsgasthof "Erbgericht" in Holzhau, wandern wir in Richtung Westen auf der alten Straße. Vor dem ehemaligen Erbgerichtsgut begrüßt uns die mächtige Ulme.* Am "Skihof" geht es nach rechts über die Muldenbrücke und dann wieder nach links durch das Gelände der ehemaligen Möbelfabrik bis zu "Richters Sommerfrische" - jetzt Pension "Muldental". Hier marschieren wir nun in den Wald hinein und betreten die Brettelle.
An der Abzweigung des Schwerdtweges, werde ich die große Fichte begrüßen und ihr die Grüße meiner Schwarzpappel aus dem Stadpark an der Rathausstraße in Lichtenberg übermitteln. Weiter geht es aber in der Brettelle. Vorbei an den vielen Baumriesen von Fichten und Buchen, des vielgeschossigen kleinen Urwaldes rund um das Brettellenflüsschen, erreichen wir bald den Buchensteig. Meine Frau wird hier sicherlich einen kleinen Vorsprung haben, weil ich immer wieder stehen bleibe um Details der Natur zu betrachten.
In den Buchensteig geht es nach links hinein. Von links grüßt uns die dicke Fichte - mehr als 3 1/2 m Umfang, rechts stehen mächtige Rotbuchen. Dem Buchensteig folgen wir in seinen Schleifen um die Höhen und über die Tellen bis nach Rechenberg. Der erste Abschnitt führt dabei oberhalb der Brettelle, parallel zum Brettellenweg. Mit großer Wahrscheinlichkeit, werden wir hier auch am Tage Rehen begegnen. In höhe der Schanze, einer alten Wehranlage, stößt unser Weg an die Waldkante und ermöglicht uns herrliche Aussicht nach Holzhau und in das Muldental.
Nicht mehr weit und wir sind an der alten Handelsstraße, welche hier zwischen Nassau und Rechenberg verläuft angelangt. Obwohl wir jetzt die Kirche von Rechenberg im Blick haben und wissen, dass uns hinter dieser die Brauerei mit einem kühlen Rechenberger Kellerbier erwartet, gehen wir erst einmal geradeaus auf dem Proßweg weiter - müssen wir doch noch eine alte Bekannte begrüßen. Diese wartet geduldig am R-Weg auf uns. Es ist die starke Buche (3,85 m Brusthöhenumfang). Hier haben wir den Wendepunkt erreicht und gehen Richtung Osten auf dem R-Weg zurück um endlich unser Begrüßungsbier zu trinken. Prost!
Zurück nach Holzhau benutzen wir sicherlich den Schanzenweg.
* inzwischen wegen Krankheit gefällt.
Am Schanzenweg - aus Richtung Holzhau gesehen.
Die beschriebene Strecke ist keine 10 km lang und auch von ungeübten Wanderern leicht zu bewältige. Bänke laden unterwegs zur Rast ein. Und sollte ich diesen Weg so ähnlich schon einmal beschrieben haben - macht nichts, man endeckt immer wieder Neues.
Sonntag, 27. Mai 2012
durchs wilde Muldental ...
... frei nach Karl May. Abenteuerlich aber frei von Gefahren und ohne Blutrache. Im Urlaub etwas abenteuerliches zu erleben, bedeutet nicht ständig in Gefahr für Leben und Gesundheit zu schweben, wie des Schriftstellers Helden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Abenteuer bietet uns die Landschaft und Natur in der Umgebung Holzhaus auch so - man sollte nur die Augen offen halten.
Heute wandern wir durch die Schluchten des Muldentales zum Kaffeetrinken zum Teichhaus. Wenn wir Glück haben, entdecken wir dabei eine sich sonnende Kreuzotter, Blindschleiche oder Eidechse. Das Bild mit der Schlucht ist dabei gar nicht so falsch. Kannelberg (805 m) und Katzenstein (793 m) liegen nur 2 Kilometer auseinander. Dazwischen hat sich die Mulde, bis fast hinunter zu 620 m eingefräst. Ganz markant zeigt sich das zwischen den nur knapp 900 m auseinander liegenden Ziegenrücken (750 m) und dem 765 m hohen Morgenstein. Über mehr als 100 m fällt das Gelände hier steil ab.
Um dieses zu erleben, wandern wir von der Ortsmitte Holzhaus in Richtung Osten. Vorbei am Försterfelsen und der Kähnelbahnschneise erreichen wir den Muldenweg. Bereits nach 250 m verlassen wir diesen und steigen den Dreitellenweg bergan. Die Dreitelle ist eine der schönen Quertäler der Mulde. An der ersten scharfen Linkswendung des Weges, bietet sich uns ein schöner Blick auf die andere Seite des Muldentales. Wer genau hinschaut sieht die Felsen des Morgensteines. Nach nicht ganz einem Kilometer Aufstieg gelangen wir zu einer Kreuzung. Der Dreitellenweg wendet sich hier ganz scharf nach links und ist für einige dutzend Meter eins mit dem Reitsteig. Wir verlassen hier den Dreitellenweg und laufen nach rechts um dem Reitsteig zu folgen. In reichlich 700 m Höhe windet sich der Reitsteig um die Berge. Dabei nähert er sich bis etwa auf 100 m. der tief unter uns rauschenden Mulde - der gegenüber liegende Hang des Katzensteines, scheint fast greifbar nahe zu sein. Direkt unter uns befindet sich naturnaher Wald, in welchem auch viele, vor etlichen Jahren frisch gepflanzte Weißtannen stehen.
Am Ende unserer zweiten "Schleife" um einen Berg - das ist jetzt der Ziegenrücken - erwandern wir die Viertelle. Das Ende einer Schleife erkennen wir immer daran, dass der Weg sich von östlicher oder gar nordöstlicher Richtung abrupt nach Süden schwenkt und dabei einen Einschnitt in den Berg überquert. Den in der Viertelle verlaufenden Weg gehen wir nach unten, um wieder auf den Muldenweg zu gelangen. Jetzt sollten wir genau aufpassen. Wenn die Sonne scheint, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir eine Schlange oder eine Blindschleiche beim Energie sammeln erwischen. Dem Muldenweg folgen wir bis zu seinem Ende und sind dann nur noch 250 m vom unserem Kaffeeziel "Teichhaus" entfernt.
Nach der Jause geht es zurück nach Holzhau. dafür kann man die kurze Strecke auf dem Muldenweg benutzen. Ich schlage jedoch den Gang auf dem "Schwarzen Buschweg" vor. Also auf der anderen Seite der Mulde.
Wenn wir das Teichhaus aus dieser Perspektive sehen, dann haben wir den Viertellenweg verpasst. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Wir gehen dann einfach weiter bis zur Teichtelle und laufen entlang der Straße zurück zum Teichhaus.
Heute wandern wir durch die Schluchten des Muldentales zum Kaffeetrinken zum Teichhaus. Wenn wir Glück haben, entdecken wir dabei eine sich sonnende Kreuzotter, Blindschleiche oder Eidechse. Das Bild mit der Schlucht ist dabei gar nicht so falsch. Kannelberg (805 m) und Katzenstein (793 m) liegen nur 2 Kilometer auseinander. Dazwischen hat sich die Mulde, bis fast hinunter zu 620 m eingefräst. Ganz markant zeigt sich das zwischen den nur knapp 900 m auseinander liegenden Ziegenrücken (750 m) und dem 765 m hohen Morgenstein. Über mehr als 100 m fällt das Gelände hier steil ab.
Um dieses zu erleben, wandern wir von der Ortsmitte Holzhaus in Richtung Osten. Vorbei am Försterfelsen und der Kähnelbahnschneise erreichen wir den Muldenweg. Bereits nach 250 m verlassen wir diesen und steigen den Dreitellenweg bergan. Die Dreitelle ist eine der schönen Quertäler der Mulde. An der ersten scharfen Linkswendung des Weges, bietet sich uns ein schöner Blick auf die andere Seite des Muldentales. Wer genau hinschaut sieht die Felsen des Morgensteines. Nach nicht ganz einem Kilometer Aufstieg gelangen wir zu einer Kreuzung. Der Dreitellenweg wendet sich hier ganz scharf nach links und ist für einige dutzend Meter eins mit dem Reitsteig. Wir verlassen hier den Dreitellenweg und laufen nach rechts um dem Reitsteig zu folgen. In reichlich 700 m Höhe windet sich der Reitsteig um die Berge. Dabei nähert er sich bis etwa auf 100 m. der tief unter uns rauschenden Mulde - der gegenüber liegende Hang des Katzensteines, scheint fast greifbar nahe zu sein. Direkt unter uns befindet sich naturnaher Wald, in welchem auch viele, vor etlichen Jahren frisch gepflanzte Weißtannen stehen.
Am Ende unserer zweiten "Schleife" um einen Berg - das ist jetzt der Ziegenrücken - erwandern wir die Viertelle. Das Ende einer Schleife erkennen wir immer daran, dass der Weg sich von östlicher oder gar nordöstlicher Richtung abrupt nach Süden schwenkt und dabei einen Einschnitt in den Berg überquert. Den in der Viertelle verlaufenden Weg gehen wir nach unten, um wieder auf den Muldenweg zu gelangen. Jetzt sollten wir genau aufpassen. Wenn die Sonne scheint, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir eine Schlange oder eine Blindschleiche beim Energie sammeln erwischen. Dem Muldenweg folgen wir bis zu seinem Ende und sind dann nur noch 250 m vom unserem Kaffeeziel "Teichhaus" entfernt.
Nach der Jause geht es zurück nach Holzhau. dafür kann man die kurze Strecke auf dem Muldenweg benutzen. Ich schlage jedoch den Gang auf dem "Schwarzen Buschweg" vor. Also auf der anderen Seite der Mulde.
Wenn wir das Teichhaus aus dieser Perspektive sehen, dann haben wir den Viertellenweg verpasst. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Wir gehen dann einfach weiter bis zur Teichtelle und laufen entlang der Straße zurück zum Teichhaus.
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