Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.
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Samstag, 20. Juli 2019

UNESCO Weltkulturerbe in Holzhau

Das Erzgebirge hat es geschafft. Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wurde kürzlich zum Weltkulturerbe erklärt. Ich rate mal - von Holzhau wird da nicht gesprochen - in aller Munde und auf Schecks sind dann nur die üblichen Verdächtigen, also die größeren Orte mit der Endung "Berg" zu finden. Ich irre mich jedoch gern.

Aber selbstverständlich gehören auch Orte wie Holzhau zum montanen Erbe. Über die Mulde wurde bereits vor Ortsgründung Holz nach Freiberg geflößt - ohne Holz und Holzkohle kein Bergbau in Freiberg. Letztlich erfolgte die Gründung des Ortes auch nur, weil Holz für den Bergbau benötigt wurde und es damals noch keine Hotels zur Beherbergung und Beköstigung der holzhauenden Fachkräfte gab.
Aber vor Ort kann man sich darüber - so man will - genauer informieren, als über mich. Im Rechenberger "Flößerhaus" sollte man sachkundig sein.

Ich hätte aber einige Ideen, wie man die Sache mit dem Weltkulturerbe praktisch auf Holzhau anwenden könnte. Indem man zum Beispiel auch zum Bergbau Themenwege anlegt, bzw, vorhandene Wege entsprechend beschildert. Das hat möglicherweise auch Einfluss auf den heutigen Wirtschaftszweig Fremdenverkehr. Denn Touristen wollen und sollten unterhalten werden, will man, dass sie wiederkehren und Mundpropaganda für die Gegend machen.

Themenweg 1 Muldenflöße könnte vom Flößerhaus zum SWF in Neuhermsdorf führen. Da hätte man an Anfang und Ende eine Einkehr. Nämlich das Wirtshaus am Trostgrund oder den Schalander im Brauereimuseum und am anderen Ende das SWF.
An der Strecke befinden sich vielfältige Denkmale des Muldenflößens. Mal ganz abgesehen davon, dass er durch schöne Natur führt und keine großen Höhenunterschiede aufweist. Allerdings wäre ein Lückenschluss zwischen Ortsausgang Rechenberg und Holzhau gut. So vermeidet man das ermüdende Wandern auf der Straße. Oder man bezieht die Eisenbahn in die Wanderung ein. Das hätte den Charme, gleich am Bahnhof Holzhau eine Einstimmung für einen zweiten Themenweg zu erhalten  ....

Themenweg 2 Kähnelbahnwanderung ... denn 100 m östlich des Holzhauer Bahnhofes hat der Holzhauer Heimatverein ein kleines Denkmal am Anfangspunkt der früheren Materialseilbahn (Kähnelbahn) zwischen Bahnhof Holzhau und Kalkwerk Hermsdorf errrichtet. Dort hängt seit diesem Jahr ein Kähnel an einem Stück Seil. Gleich daneben befindet sich seit vielen Jahren eine Tafel, auf welcher der leider verstorbenen Holzhauer Ortschronist Egon Bellmann die Bahn anschaulich beschreibt.
Der Einstieg in den Themenweg könnte dann dort sein, wo auch der Rundweg auf den Försterfelsen beginnt. Dort ist der Zuweg zum Kalksteig. Über diesen gingen die Holzhauer Arbeiter des Kalkwerks Hermsdorf zur Arbeit. Wenn sie nicht illegal mit einem Kähnel fuhren.
Aber dieser Weg müsste ausgeschildert und im unteren Teil auch von quer liegenden Bäumen befreit werden.

Themenweg 3 Floßgrabenweg ist uns schon bekannt und existent. Vor allem für Gäste der Fischerbaude gut erreichbar.

Ich hoffe mal, dass FVA wird da aktiv. Als Wander- und Erlebnisdorf ist man das sich und seinen Gästen ja irgendwie schuldig ....

Und was bietet uns Walter Richter an einer Karte dazu? Ich nehme mal das Teichhaus. Ist zwar nur der Neubau. Aber in der Nähe des richtigen Teichhauses als Denkmal der Muldenflößerei.





Sonntag, 16. Juli 2017

Rund um den Hirschhübel - rauf auf die Steinkuppe

Keine Ahnung, ob ich diese Wanderung als Kurzwanderung bezeichnen soll. Da ich es aber einsortieren möchte und sie auch nicht tatsächlich lang ist, mache ich das einfach. Also zu Beginn die Zahlen.

- Länge der Strecke: knapp 11 km
- Höhenmeter: 200
- Dauer: knapp 3 Stunden plus Einkehrzeit

Startpunkt ist erneut die Milchrampe gegenüber vom "Lindenhof". Wir gehen die Bergstraße bergauf und hinter dem Gleis der Eisenbahn nach links in den Tannenweg. Immer geradeaus nach Osten. Dieses mal überqueren wir auch nicht die Straße. Wir wollen nämlich auf dem Eisenbahnerweg wandern. Der ist nicht so glatt und eben wie der Muldenweg, jedoch viel "waldiger". Manchmal auch ein wenig nass. Es gibt aber die Gelegenheit, den nassen und pfützigen Stellen auszuweichen. Unmerklich gewinnen wir dabei an Höhe. Nach reichlich 2 km Weg, sind wir 60 höher als beim Start. Hier stößt der Eisenbahnerweg auf den Schwarzen Buschweg, welchem wir weiterhin östlich folgen. Schon bald erreichen wir die Torfsstraße, auf welcher wir ein paar Meter nach unten laufen, um an der überdachten Sitzgruppe nach rechts auf den alten Bahndamm der Eisenbahn abzubiegen. Wer mag, kann hier eine erste Rast einlegen.

Lange benutzen wir den Weg auf dem Bahndamm, welcher auch der Holzweg ist aber nicht. Von der hölzernen Brücke, welche wir überqueren, können wir den Zusammenfluss von Rotem Fluss und Steinbach beobachten. Nur wenige Meter später ergießen sie sich vereint in die Mulde. Unser Weg kreuzt die Alte Torfstraße. Wie biegen rechts in diese ab und steigen nach oben. Auf dem Weg überwinden wir auf einer kleinen Brücke die Steinbach. Eine gute Rast- und Spielstätte für Kinder. 
Insgesamt 1/5 km benutzen wir die Alte Torfstraße, bis wir - genau in 700 m Höhe nach links in den Hirschhübelweg abbiegen. Nach wenigen Minuten Weges, sehen wir linkerhand einen Teich. Wir wenden uns hier nach rechts auf den parallel zur Grenze mit der Tschechischen Republik verlaufenden Hirschbachweg. Stein- und Hirschbach erzeugen hier ziemlich sumpfiges Gebiet. Hier dürfte es auch noch Reste eines Moores geben. Auf dem Weg unproblematisch für uns. Jedoch sicherlich botanisch eine Abwechslung. Auch das Auge erhält durch den weiten Blick über freies Gelände diese Abwechslung. Inwischen laufen wir etwa in westlicher Richtung, welche wir aber wieder nach Norden verlassen. Wir wandern jetzt sozusagen um den 750 m hohen Hirschhübel herum, erreichen auf unserem Weg auch fast dessen Höhe. Und schon sind wir wieder an der Alten Torfstraße angelangt. Wir gehen aber erst einmal ein Stück nach links in die asphaltierte Torfstraße. Hier treffen wir nochmals auf Schilder des Holzweges. Nach 200 m wählen wir erneut einen anderen Weg: den Moorweg, welcher links abgeht und ziemlich gerade von Nordost nach Südwest verläuft. Neben diesem Weg fließt ziemlich unscheinbar der Rote Fluss. Nach weniger als 1 km Weg stößt der Moorweg nun auf die Alte Landstraße. Wir können einen kleinen Abstecher nach links machen, um zum Batteleck und über die Grenze zu gelangen. Aufregendes ist dort aber nicht zu sehen. 

Um unseren Weg fortzusetzen gehen wir also lieber gleich nach rechts - um schon am nächsten Weg, dem Heuweg nochmals rechts abzubiegen. Der Weg überquert die Torfstraße und steigt stetig bis fast 800 m an. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg zum Höchsten Punkt unseres Weges, der 806 m hohen Steinkuppe. Hier können wir uns ins Gipfelbuch eintragen. Danach gehen wir entweder den selben Weg zurück zum Heuweg oder aber ein Stück bergab auf der ehemaligen Sprungschanze und durch die frühere Freilichtbühne Holzhaus. Auch auf diesem Wege gelangen wir zum Heuweg. Nur noch kurze Zeit und wir stehen an der Kreuzung zum Steinweg. Wir wandern nach links, genießen den Blick rechterhand ins Tal und gelangen ohne weitere Erklärungen zur Fischerbaude. Wenn nicht gerade Montag ist, sollten wir hier unbedingt einkehren und Kartoffeln mit Quark, oder etwas anderes leckeres essen.

Nach dem Essen geht es zurück. Rechts raus aus der Baude und immer geradeaus, erst auf der Ringelstraße  und dann auf der Alten Landstraße. Etwa 200 m nachdem wir am links abzweigenden Paulsweg vorbei gegangen sind, geht es nach rechts über einen Feldweg bergab. Mit immer schöner werdendem Panorama. Unten angelangt halten wir uns rechts auf dem Tannenweg und kommen wieder an der Bahnschranke an.

Wer mag kann noch im Lindenhof einkehren. Oder geht hinüber zum Erbgerichtsgasthof. Vielleicht trifft er dort auf mich. Älterer, seelig lächelnde Mann mit einem Rechenberger vor sich.

Als Karte heute das Torfhaus. Da sind wir zwar nicht direkt vorbei gekommen. Wenn wir aber an einem Montag wandern können wir hier einkehren. Dazu einfach auf dem Heuwegabschnitt nicht über die Torfstraße gehen sondern nach rechts in sie hinein.




Sonntag, 18. Dezember 2016

Vierstein-Wanderung

Nein. Ich habe mich nicht verschrieben. Es soll wirklich nicht Vierstern-Wanderung heißen. Wanderungen in und um Holzhau besitzen grundsätzlich das Prädikat von mindestens 4 Sternen. Das muss nicht besonders betont werden. Unserer heutige Wanderung berührt vier Orte mit besonderen Steinen.


Ausgangspunkt ist heute auch nicht der Spielplatz, sondern die kleine Parkfläche an der Kreuzung Johannes-Kamprath-Weg/Bergstraße in etwa 700 m Höhe. Wer also von unten kommt, hat bereits 100 m Anstieg und 1 km Weg in den Beinen, wer von oben (Fischerbaude) kommt auch 1 km Weg, aber 60 m Abstieg. Diesen Weg müssen wir zur Wanderstrecke addieren. Nur wer vom "Talblick" kam, der blieb etwa in der Ebene und nah am Startpunkt. hat später aber noch 1 km Rückweg. Die Grundstrecke führt uns über knapp 4 km und 150 Höhenmeter zum Ziel Fischerbaude. Also möglichst nicht am Montag wandern - da ist dort im Normalfall Ruhetag.



Los geht es in Richtung Osten. Hinein in den Wald. Nach 5 Minuten Weg bekommt dieser einen frischen Namen. Ab hier heißt er nämlich Schwarzer Buschweg. Links geht es über den Fütterungsweg ins Tal, rechts kann man noch oben gelangen. Wir gehen aber 5 Minuten weiter geradeaus. Kurz vor einem mächtigen Rechtsknick des Weges, führt ein kleiner Weg auf einige Lärchen hin. Da gehen wir hinein und sehen rechts unser erstes Ziel: den Abendstein. 
Keine Ahnung, warum der so heißt. Vielleicht weil er erst am Abend von der Sonne beschienen wird - bevor diese untergeht. 


Aber weiter. Zurück zum schwarzen Buschweg und herum um den Knick nach rechts. Nach ca. 5 Minuten quert eine Schneise unseren Weg. Diese müssen wir nach oben steigen. Der Anstieg ist mächtig, aber nur recht kurz. Es ist weniger schlimm, als es aussieht - auf 250 Meter Weg geht es ungefähr 40 m nach oben. Hier haben wir mit dem Morgenstein unseren zweiten Stein erreicht. An diesem Ort sollten wir auf die Kinder aufpassen. Der Stein verleitet zum klettern. An der Nordseite geht es jedoch sehr steil nach unten. Der Morgenstein bekommt bereits die Morgensonne ab. 




Wir folgen nunmehr einer etwa nach Süden führenden Schneise durch den finsteren Wald. Nach reichlich 500 m moderart ansteigendem Weg, sehen wir linkerhand den Katzenstein. Bei dessem Anblick erschließt sich uns sofort. warum dieser so heißt. Er befindet sich etwa 150 östlich des in Landkarten ausgewiesenen Gipfels von fast 800 m.

Gleich nach dem Katzenstein haben wir die Wahl. Entweder nach links oder nach rechts gehen. Heute nutzen wir den einfacheren und kürzeren Weg nach rechts. Einige Jahre war er praktisch unbegehbar geworden, weil er dicht und hoch von Gras und krautigen Pflanzen bewachsen war. Jetzt liegt er wieder frei, da er offenbar vom Forst benutzt wurde. Nach 200 m strikt Richtung Westen, ist der Weg zu Ende und stößt auf den langen Weg. Wir gehen nach links und nutzen dafür den rechten Weg der Gabelung. Sollten wir versehentlich die linke Gabel nutzen, ist das auch nicht schlimm. Es ist gehupft wie gesprungen. In diesem Fall müssen wir dann eben nach 300 m wieder nach rechts abbiegen. Auf jeden Fall kommen wir so zur südöstlichen Ecke des Oberdorfes von Holzhau, oberhalb der Siedlung "Schwarzer Buschweg".

Von hier laufen wir oberhalb des Ortes direkt an der Waldkante entlang und genießen die schönen Ausblicke in das steile Tal der Bitterbach. Aus etwa 750 m Höhe stürzt sich der kleine Bach in das Tal der Mulde, um dort bei ca. 600 m Hochzeit mit dieser zu feiern.

Wir gehen weiter geradeaus. Jetzt wieder durch Wald. Es geht jetzt auf dem Heuweg immer nach oben. Dabei passieren wir den Eingang zu einer kleinen Schlucht. Dort befand sich früher der Auslauf einer Sprungschanze. Jetzt soll hier ein Dachs wohnen.

Vom Heuweg führen zwei Wege nach links zu Steinkuppe, der höchsten Erhebung in der Ortslage von Holzhau. Wir benutzen die zweite. Sie ist einfacher zu begehen und führt uns, mit nur leichtem Anstieg auf den 806 m hohen Gipfel (heutzutage wird er oft mit 805 m angegeben). Der Berg hat alles, was ein Gipfel so haben soll. Gipfelkreuz und Gipfelbuch. Dazu die Reste des Anlaufturmes der ehemaligen Sprungschanze. Außerdem können wir Basaltsäulen, als Resultate früherer vulkanischer Tätigkeit sehen. Wir stehen praktisch auf einem Vulkan.  
Nun könnten wir den selben Weg zurück gehen. Ich beschreibe hier die Alternative. Diese führt uns steil nach unten und dann nach links durch einen ehemaligen Steinbruch - oberhalb der bereits vorhin gesehenen Schlucht. Zeitweise wurde das Areal des ehemaligen Steinbruchs als Freilichtbühne genutzt. 

Den Heuweg laufen wir bergab. Gehen an der nächsten Kreuzung nach links. Reichlich einen Kilometer haben wir noch bis zum Ziel Fischerbaude. Auf dem Weg noch einmal sehr schöne Talblicke. 

Hier der Link zur Strecke.

Donnerstag, 22. September 2016

8000er im Osterzgebirge

Im vergangenen Holzhau-Urlaub habe ich zwei Mal das Fremdenverkehrsamt besucht und hatte dort sowohl angenehme als auch informative Gespräche mit der Chefin des FVA der Gemeinde. Welche zugleich das gesamte Personal des Fremdenverkehrsamtes für Rechenberg-Bienenmühle, Clausnitz und Holzhau darstellt. Im Büro des Amtes liegt eine Menge Informationsmaterial aus.  Das vom Telefonbuch-Verlag Sachsen verlegte Heft: "14 Achttausender im Osterzgebirge" erschien mir recht interessant und wurde also mitgenommen. Zumal ich die Mehrzahl dieser Gipfel bereits erklommen habe. Ohne Seil und ohne Sauerstoffgerät. 
Für die unmittelbar im Umfeld von Holzhau befindlichen Gipfel der Steinkuppe und des Kannelberges habe ich mir das Beschriebene mal etwas genauer angesehen. Leider entdeckte ich dabei auch ohne Lupe einige Fehler. Auf Basis der abgedruckten Wegbeschreibungen wird es schwer fallen die Berge zu finden. Nachdem man die Steinkuppe dann doch entdeckt hat, könnte Enttäuschung aufkommen. Denn das Quelltal der Freiberger Mulde ist vom Gipfel schwerlich zu überblicken. Ich will aber nicht nur meckern, sondern alternative Wegbeschreibungen aufzeigen. Ich habe es auch einfacher, weil ich solch Beschreibung nicht in zwei oder drei Sätzen machen muss. Fehlende Markierungen kann ich durch mehr Text ausgleichen. Ich lasse den Wanderer aber in Holzhau untergebracht sein. Etwa im Erbgericht oder Lindenhof. Von hier aus kann er über den Eisenbahnerweg oder den Muldenweg Richtung Teichhaus gehen. 
Wenn der Wanderer, so wie im Heft aufgezeigt, aus Richtung Teichhaus über die Torfstraße läuft, ist es tatsächlich möglich, auf kurzem Weg über den Heuweg zu gehen. Leider ist dieser an der Torfstraße jedoch nicht ausgeschildert, daher durch den Ortsunkundigen schwer zu entdecken.* Wer es doch wagen will: der Weg führt ca. 300 m hinter dem Torfhaus (hier kann man zuvor einkehren) nach rechts in den Wald, es ist der Weg nach dem Freiberger Weg. Besser ist es, die Torfstraße bis zur "Fischerbaude" (Montags Ruhetag) weiter zu gehen, um dort entsprechend der Tageszeit Mittag zu essen oder sich mit Kuchen bzw. einem Eisbecher zu stärken. Die Fischerbaude verlassen wir nach links (bergauf) und betreten hinter dieser den links abgehenden Steinweg. Er führt uns am Waldrand, später einige Meter tief im Walde, in Richtung der Steinkuppe. Von den etwa 500 m Steinweg, welche wir laufen, gibt es wunderbare Aussichten hinüber zum Töpferwald mit dem Kannelberg und hinein in das Muldental.  Nach der genannten Strecke entdecken wir auch den hier ausgeschilderten Heuweg, mit Zielansprache für die Steinkuppe. Also erst rechts und dann links. Die letzten Meter vor dem Gipfel geht es ziemlich steil nach oben. 

Zurück geht es erst wieder einmal über den Heuweg. Den Steinweg überqueren wir und gehen vorsichtig bergab bis zur asphaltierten Straße. Wir befinden uns nun in der obersten Ortslage von Oberholzhau und in einer Entscheidungssituation. Straße oder nicht Straße? Wem Straßenwandern nichts ausmacht, geht nach links in die Alte Straße. Vorbei am ehemaligen FDGB-Ferienheim "Fortschritt". Es geht dann wieder stärker bergab. Der Weg bietet weiterhin guten Aussichten auf Ort und Landschaft. Besonders auf Höhe des Hotels "Talblick" und an der Linde. Fast ganz unten angekommen geht es nach rechts in den "Tannenweg". Dieser ist nicht Weg sondern Straße. Wir folgen dieser, lassen die Bahnschranke und den Bahnhof Holzhau links liegen. 5 Minuten Weges hinter dem Bahnhof, treffen wir auf die Wanderer welche lieber durch den Wald gehen wollten. 

Diese sind oben nicht links, sondern geradeaus gelaufen. Nachdem sie sich am schönen Blick ins Tal erfreut hatten, waren sie auf dem schwarzen Buschweg in den Wald eingetaucht und bergab gelaufen. Später gelangten sie an eine Wegkreuzung. Nach links geht es in den Ort, geradeaus weiter auf dem Schwarzen Buschweg. Die Waldwanderer mussten hier aber nach links, bergab in den Fütterungsweg. Über diesen gelangten sie auf den Neubrückenweg und bogen nach rechts in diesen ein. Und da wo dieser endet, ist auch der Tannenweg am Ende. 
Ein Stück nach unten, beim alten Bahnwärterhaus, erreichen wir die Muldenstraße, überqueren auf der Straßenbrücke die Freiberger Mulde und gehen rechts in den Muldenweg. Wer Interesse hat kann hier die aufgestellten Infotafeln zur Natur studieren. Schon nach kurzem Weg zweigt nach links, der gut begehbare, aber ziemlich steil nach oben führende Dreitellenweg ab. Aber irgendwie muss man ja wieder zu mehr als 8000 dm gelangen. Der Dreitelle folgen wir bis zu "Höhnes Ruh". Aufpassen, in Höhe Reitsteig müssen wir mal kurz nach links und dann wieder nach rechts. Ist aber eigentlich am Wegzustand deutlich erkennbar. 
An "Höhnes Ruh" geht es nach links - so etwa 500 m folgen wir diesem Weg (Schwerdtweg). Dann zeigen die Loipenschilder scharf nach rechts in eine Schneise, welches sich auch nach links fortsetzt. Das ist die Trasse der ehemaligen Seilbahnstrecke zwischen Kalkwerk Hermsdorf und dem Bahnhof Holzhau. Wir gehen nach rechts und gelangen nach 250 m an den nach links führenden Weg zum Kannelberg - unserem Ziel. 
Und nun? Irgendwie müssen wir wieder zurück nach Holzhau. Am besten einfach weitergehen und am Ende des Weges nach rechts auf den Kannelbergweg Richtung Kalkstraße. Das hat nebenbei den Charme, nochmals die 8000 zu überschreiten. Dann nach links in die Kalkstraße. Bei klarer Sicht kann man von hier oben bis zur Augustusburg blicken. Diese liegt genau in der Sichtachse der Kalkstraße. Wir gelangen nun auf einen größeren Platz, an welchem sich mehrere Wege treffen. Wir benutzen den Weg nach links - durch die Brettelle. Ein forstlich genutzter Weg, daher in modernen Wanderkarten nicht als Wanderweg ausgewiesen. Für mich jedoch einer der schönsten Wege. Schon wegen der vielen starken und hohen Buchen und Fichten im unteren Teil.

Die Karte zeigt uns das Holzhauer Oberdorf mit der Steinkuppe im Hintergrund. Damals noch 806 m hoch.

* inzwischen ist der Heuweg auch ausgeschildert (Stand: Oktober 2016)


  

Freitag, 8. Juli 2016

Auf dem Dach von Mittelsachsen.

Eigentlich hatte ich mir den Aufstieg zum Dach des Landkreises Mittelsachsens  bereits für den Juni dieses Jahres vorgenommen. Das hat dann irgendwie nicht geklappt. Nun habe ich es eben in das Projekt 200 eingebaut, in welches es schon wegen der Tourenlänge von über 40 km gut passte. 
Das Dach ist völlig unspektakulär und befindet sich inmitten eines großen Waldgebietes, welches sich von Tschechien her erstreckt. Der "Dachfirst" misst etwa 855 m, befindet sich unmittelbar an der Staatsgrenze zu Tschechien und gehört zum Hang, des sich im Nachbarland erhebenden 875 m hohen Pestrý. Vom höchsten Punkt Mittelsachsens sind es auch nur noch reichlich 5 km Luftlinie bis zum fast 1000 m aufragenden höchsten Berg des Osterzgebirges. Aber nicht der "Dachfirst", sondern die beiden höchsten Einzelerhebungen diesseits der Grenze waren mein Wanderziel. Der Kohlberg (837 m) und der Kluge-Hübel (834 m). 
Der Weg dorthin ist recht einfach beschrieben und folgt zu Beginn, mir gut bekannten Wegen. Erstes Etappenziel bildete dabei der Floßgrabenblick nordöstlich von Cämmerswalde. Über den Georgenthaler Weg und entlang der Neugrabenflöße gelangt man recht angenehm dorthin. Der Blick von der, nur wenig über 700 m liegenden Aussicht ist herrlich. Die Größe macht es eben nicht immer - oft genügt eine gute Position. Unter einem liegt die Talsperre Rauschenbach. Dahinter Schloss Purschenstein und der Schwartenberg. In der Ferne erkennt man die beiden höchsten Erzgebirgserhebungen, den Keilberg und den Fichtelberg. Auch unser Ziel können wir schon erahnen.  

Wir reißen uns los vom schönen Anblick und gehen im wahrsten Sinn des Wortes querfeldein zum zwischen Deutschgeorgenthal und Cämmerswalde verlaufenden Wanderweg, welchem wir einfach nach rechts folgen. Kurz vor Cämmerswalde biegen wir links ab, die nächsten Zwischenziele "Flugzeug" und Talsperre Rauschenbach sind ausgeschildert. Da ich an einem Montag unterwegs war, hatte die Gaststätte an der Interflug IL-14 wegen Ruhetag geschlossen. Ich hätte sowieso nur Pausenzeit für eine zuckerhaltige Orangenlimonade gehabt. So bog ich halt ohne Stop nach links ab um zum Damm der Talsperre Rauschenbach zu gelangen. Der ist schnurgerade und nicht ganz 350 m lang. Die halbrunde, 300 m lange Mauer der Talsperre Klingenberg empfinde ich als ästhetischer. Nach Überquerung der Staumauer erst mal ein kurzer Straßenabschnitt, welcher zu bewandern war und dann geht es fast nur noch bergauf. Auf den insgesamt 5,6 km Strecke von der Staumauer bis zum Kohlberg, sind 270 m an Höhe zu überwinden. Die Schönheit der Strecke mindert jedoch dessen Mühen. Der Weg ist gut in Schuss und führt durch Wald aus hauptsächlich Fichten. Es gibt aber bis ganz nach oben auch immer wieder Buchen - bis ca. 1800 dort der Hauptbaum, sowie Birken und Lärchen. Es geht immer entlang des Rauschenflusses, welcher hier geduldig ein 140 m tiefes Kerbtal in den Hang fräste. 
Nach exakt 1h und 7 Minuten hatte ich die 5600 m zwischen Talsperre und dem Ziel Kohlberg erreicht. Der Gipfel ist prima ausgeschildert und auch der Weg dahin gut gepflegt. Das ist durchaus erwähnenswert, weil leider nicht unbedingt üblich. Eine Schautafel informiert über den Berg. Von hier aus geht es wieder zum Hauptweg, welcher Zigeunerweg heißt zurück. Am Göhrener Tor vorbei bin ich auch schnell zum zweiten Gipfel des Tages, dem Kluge-Hübel gelangt. Benannt nach dem von 1963 bis 1990 dort tätigen Revierförster, welcher sich um die Aufforstung des Rauchgas geschädigten "Daches" mit japanischer Lärche, Moorbirke und anderen gegenüber Rauchgas harten Gehölzen verdient gemacht hatte, um somit den Wald zu erhalten. Was gelang - wie man sieht. Vom Kluge-Hübel kan man auch ein wenig in die Ferne Blicken. Eine Schneise gibt nämlich den Blick zum höchsten Gipfel des Osterzgebirges frei - dem 956 m messenden Loučná. 

Auf dem Kohlberg

Für den Rückweg wählte ich den westlichen Stangenweg. In Rauschenbach vorbei am Wildgehege und dem ehemaligen FDGB-Erholungsheim "Paul Gruner". Heutzutage als Senioren- und Pflegeheim genutzt. Am Fuß der Staumauer der Rauschenbach-Talsperre kletterte ich den steilen Weg zur Straße hoch und ging über Neuwernsdorf, Deutschgeorgenthal. das Holzhauer Oberdorf und den Muldenweg zurück.
Mir hat es gefallen. So werde ich dieses Ziel gewiss noch einmal ansteuern.


Freitag, 24. Juni 2016

Projekt 200

Anfang Juli habe ich, durch eine, für mich günstige Konstellation meiner Schichtdienste 5 Tage am Stück frei. Diese nutze ich für einen kurzen Wanderausflug nach Holzhau. Also genau so, wie man es von mir auch erwartet. 
Für die 100 Stunden welche mir zur Verfügung stehen, habe ich mir jedoch etwas Besonderes vorgenommen. Ich will nämlich 200 km wandern. Für harte "Ultra"-Wanderer sicher nicht außergewöhnlich - für mich aber schon so etwas wie ein Abenteuer. Einen fast kompletten Anreisetag, drei vollständige Tage, sowie den halben Abreisetag habe ich Zeit, meinen Wunsch umzusetzen. Zum Glück haben wir gegenwärtig mehr als 16 Tagesstunden zwischen Sonnenauf- und untergang und somit Wanderlicht. 
Dennoch erfordert die Realisierung eine entsprechende Planung, günstiges Wetter und ein wenig Glück mit der Gesundheit. Richtig selbst bestimmen kann ich nur die Planung. Die beiden anderen Komponenten, lassen sich nur zum Teil beeinflussen oder wenigstens berücksichtigen. Dauerregen, zu große Hitze oder eine Blase am Zeh kann hier viel durcheinander bringen.

An den kompletten Tagen muss ich, um mein Gesamtziel zu erreichen, deutlich über der Streckenlänge eines Marathonlaufes bleiben. Dabei sollen die Wanderungen auch einen Sinn haben, geht es mir doch nicht hauptsächlich darum, bestimmte Streckenleistungen zu erzielen. Vor allem will ich etwas Schönes erleben, Interessantes entdecken und Neues kennenlernen. Dabei kräftig entschleunigen. "Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen" sagt dazu der Dichter Friedrich Rückert.


Und so sieht die Planung aus.

Am Anreisetag mache ich eine Weißeritztal- und Talsperrenwanderung. Mit dem Zug geht es bis nach Klingenberg-Colmitz. Von dort führt mein Weg nach Süden, immer in der Nähe der Wilden Weißeritz, vorbei an den Talsperren Klingenberg und Lehnmühle. Die Wanderung ist so für mich neu. Erst ab der Talsperre Lehnmühle gelange ich, in  meinen Füßen bekanntes Wandergebiet. In der Weicheltmühle werde ich kurz rasten. Und je nach Zeit und Kondition die Reststrecke nach Holzhau auswählen.

Eine zweite Wanderung wird mich zur Kohlhaukuppe führen. Ebenfalls ein für mich bislang noch nie erwandertes Ziel. Auch wenn ich etwa 2/3 des Weges bis dahin schon mehrfach bei Kahlebergbesuchen gewandert bin.

Auch die dritte und längste meiner Wanderungen ist mit neuen Zielen verknüpft. Ich werde nämlich den Kohlberg und den Kluge-Hübel "besteigen". Mit jeweils mehr als 830 m, sind das die höchsten Gipfel des Landkreises Mittelsachsen. Diese Wanderung wird auch den Schwartenberg beinhalten.

Ein vierte Tageswanderung führt mich wieder einmal zum Röthenhübel, einem sehr schönen Aussichtspunkt bei Nassau. Gute Sicht vorausgesetzt, lässt mich von hier sowohl den Keilberg, Fichtelberg und Schwartenberg, als auch Augustusburg betrachten. 

Selbstverständlich werde ich später berichten, ob und wie das geklappt hat. 

Als Foto heute etwas weiter von Holzhau entferntes. Eine Ansicht aus Ober-Langenau. Vor 100 Jahren versendet. Heute ein Ortsteil von Brand-Erbisdorf. 








Sonntag, 12. Juni 2016

zum Bahnhof über die klappernde Mühle

Wie angekündigt noch ein kurzer Bericht über die Abschlusswanderung meines Mai/Juni Intermezzos in Holzhau. Die Abreise war selbstverständlich so geplant, dass ich noch zu Mittag esse, bevor ich abreise. Und vor dem Essen kommt das Wandern. Seit die neuen Müllersleute in der Weicheltmühle residieren, habe ich dort noch nicht zu Mittag gegessen. 
Also lief ich nicht direkt zum Bahnhof, sondern wählte einen kleinen Umweg über die Weicheltmühle. Nutzte als Anmarsch den Weg über die Dreitelle, den H-Weg und die Gimmlitzquelle. Das Wetter dafür war prima. 
Das von mir ausgewählte Mahl passte auch gut zum schönen Wetter: Schafskäse mit Oliven, Knoblauch, grünem Pfeffer, Brot und Salat. So richtiges gutes Landessen. Dazu die angenehme Gastfreundschaft und Rechenberger vom Fass. Herz, was willst du mehr?

Auf dem Rückweg verabschiedete ich mich von der Brettelle mit seinen hohen Fichten und Buchen. Habe es im übrigen jetzt auch noch einmal nachgelesen. Die dortigen Buchen sind auch in statistischem Sinne eine Rarität. Altbestände von über 160 Jahre alte Buchen mit 80 cm Stammdurchmesser, machen nur 0,2% der Waldfläche Deutschlands aus. Das sollte touristisch vermarktet werden. Nicht nur auf dem Kammweg durch Holzhau hindurch rennen, sondern auch einmal abseits des dekretierten Kammes verweilen.

Also Bild heute eine Blick auf die Buchen westlich des Kannelberges. So sah es da vor über 100 Jahren aus.


Samstag, 4. Juni 2016

100 km nach dem 100. Katholikentag

Das passt prima zusammen. Der 100. Katholikentag ist in Leipzig zu Ende gegangen und ich fahre zum 100. Male nach Holzhau. Da nimmt man sich selbstverständlich vor, mindestens 100 km zu wandern. In der Hoffnung, dass es trotz schlechter Prognosen nicht 100 Liter regnet. So fuhr ich also mit der Bahn gen Holzhau. An dieser Stelle muss ich mal ein wenig kritteln - seitdem die Bahn den 5 Uhr Zug von Berlin nach Dresden strich, benötigt man statt 4 jetzt sogar mehr als 5 Stunden nach Holzhau. Wenn mein Zug in Dresden einfährt, sehe ich den Zug nach Hof den Bahnhof verlassen. Und mit diesem wäre ich dann kurz nach 10 in Holzhau. Sei´s drum. 
So war ich also Dienstags kurz nach 12 in Holzhau und hatte Mittwoch, Donnerstag und den halben Freitag vor mir, um meine Wanderziele umzusetzen. Nach dem Mittagessen im Erbgericht, ging es also sofort mit der rund um Holzhau Wanderung los. Passend zum Katholikentag, verläuft ein Teil dieser Route auf dem Pilgerweg, inzwischen gut ausgeschildert und beschrieben. 
Diese Tour war praktisch zum anwandern. Die geplante Hauptwanderung schenkte ich mir selbst zum Kindertag. Vor dem Frühstück, ab etwa 6:30 Uhr erst einmal 7 km über Brettelle - N-Weg - Reitsteig - Buchensteig. Nach dem Frühstück, dann der Sonne entgegen nach Osten. Immer am Wasser entlang, erst die Mulde, dann der Hirschbach und später, rund um den Hemmschuh entlang des Holperbaches. Dieser mündet in Rehefeld-Zaunhaus in die Wilde Weißeritz. Etwa in 700 m Meereshöhe. Von hier ab geht es innerhalb der folgenden 3 1/5 km auf fast 900 m zu den Lugsteinen. Über eine schnurgerade Schneise, gelangt man dann zum Kahleberg. Der ist mit 905 m die höchste Erhebung des sächsischen Osterzgebirges. Die Kammbaude war meine Verpflegungsstelle. Bockwurst, Bier und Kräuterschnaps gaben Energie für die weitere Strecke. Im Stehen gegessen. Bei meinen längeren Wanderungen mache ich ungern Sitzpausen. Etwa auf Höhe des Pöbelknochens, kurz vor Schellerhau dann Streckenhalbzeit. In Schellerhau gab es einen kleinen Umweg, um von der Stephanshöhe einen Blick ins Land zu genießen. Ebenso wie der Kahleberg, verfügt die über 800 m hohe Stephanshöhe über ansehenswerte Blockhalden. So freiliegend sieht solch Blockhalde selbstredend dramatischer aus, als die von Wald bedeckte Halde des Holzhauer Kannelberges.
Bis jetzt hatte ich trockenes Wanderwetter erwischt. Beim Abstieg in das Pöbeltal kam aber der Regen. Zeitweise recht heftig. Danke an die Waldbäume, welche mich ein wenig schützten - den Rest musste der Regenschirm übernehmen. Blitz und Donner folgten. Gar im wahrsten Sinn seiner Bedeutung. Das Gewitter hielt aber immer mindestens einen Kilometer Sicherheitsabstand zu mir. Nett vom Wettergott, welcher dann auch den Regenhahn wieder zudrehte, als ich mich auf der Zinnstraße befand. An der Zinnbrücke gab es dann ein wiedersehen mit der Wilden Weißeritz. Über den Becherbachweg langte ich auch bald in Neu-Hermsdorf an. Hier kam ich auch bis auf wenige Meter an den Weg heran, welchen ich vor Stunden Richtung Osten unterwegs gewesen war. Aber der Rückweg war auf diesem Abschnitt nicht im Tal, sondern auf der Höhe geplant. Denn den Vorbeimarsch am Kannelberg wollte ich auch noch genießen. Viertel sechs Uhr Abends wieder im Quartier. Das Rechenberger schmeckt nach solcher Tour besonders gut.

Am Folgetag war die Wanderung nicht gar so lang und unspektakulär. Schalander für ein Kellerbier und dann über die Goldene Höhe und Deutschgeorgental zur Fischerbaude um bei herrlichem Sonnenschein als Mittagsmahl Kartoffeln mit Leinöl und Quark zu genießen. Über das SWF in Neu-Hermsdorf wieder zurück. 

Über den letzten halben Wandertag, werde ich später berichten. Nur soviel: es ging zur Weicheltmühle.

Ach so: mein Ziel, mindestens 100 km habe ich mit 127 km geschafft.

Ein Bild. Mal schauen. Am Hemmschuh in Neu-Rehefeld.


Samstag, 21. Mai 2016

wieder mal ins Gimmlitztal

Mit Mühe und Telefon haben meine Angetraute und ich es geschafft, zu Pfingsten eine Unterkunft in Holzhau zu bekommen. Und zwar direkt am Mühlgraben der Holzhau Post-Ölmühle. War schön. Das Wetter hat, entgegen der eher schlechten Eisheiligen Prognose mitgespielt. Die drei 1/2 Tage nutzten wir selbstredend zu ausgedehnten Wanderungen.
So waren  wir, logischer Weise auch an der Weicheltmühle im schönen Gimmlitztal. Sozusagen von Mühle zu Mühle. Das passierte am Mühlentag, es war also entsprechend viel los. Die neuen Wirtsleute der Weicheltmühle hatten alles prima organisiert. Zum Rechenberger Bier gab es leckere Bratwurst aus Lichtenberg - oder eben zum Kaffee, feinen Kuchen. Alle 20 Minuten fanden Mühlenführungen statt. Um die Freude komplett zu machen, trafen wir dort auch die "alte" Wirtin Ingrid an.
Für alle, welche es noch nicht wissen. Die Wandergaststätte Weicheltmühle ist jeweils von Freitag - Sonntag und an Feiertagen von Mittag 11:30 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Und ein sehr lohnendes Wanderziel auch vom Startpunkt Holzhau aus. Wir haben dieses Mal die folgende Strecke gewählt.
Hinweg: Auf dem Muldenweg bis zur Dreitelle. Der Weg in diesem malerischen Nebental der Mulde zieht sich von ca. 630 m bis 765 m an "Höhnes Ruh" in die Höhe. Von hier geht es nach rechts noch einmal bis auf fast 800 m Höhe. Meine Wanderfreunde aus der Firma werden sich erinnern, wie anstrengend das sein kann. Vor einer großen, wohl zur Wildbeobachtung eingerichteten Wiese, geht es nach links in den Viertellenweg hinein. Auch dieser Weg ist breit und fest. Er führt uns direkt zur Schneise 11. Hier nach links abbiegen und der gut befestigten Schneise 11 bis zur überdachten Bank laufen. Nach einer hier möglichen kleinen Rast, folgt man der Kalkstraße nach rechts, bis man in Höhe des Kalkwerkes im Gimmlitztal ankommt. Vor der unter Schutz stehenden Gimmlitzwiese laufen wir nun auf dem Schlüsselweg, welcher uns nach etwa 1 Stunde an die Weicheltmühle führt. Für die gesamte Strecke sind ca. 2 Stunden Weg zu veranschlagen. Bei einer Startzeit von 9:30 Uhr, ist der Wanderer also pünktlich zur Öffnungszeit des Lokals und zum Mittagessen da.

Rückweg: Das Rechenberger hat geschmeckt, das Mittagessen fordert Bewegung, um verarbeitet zu werden. Wir laufen den Schlüsselweg ca. 1 km zurück, hier kreuzt ein Weg, welcher links über die Gimmlitz nach Hermsdorf und das Buschhaus führt. Wir gehen aber nach rechts den Berg hoch. Auf der Höhe von etwa 700 m angelangt, biegen wir nach links in den E-Flügel ab. Aufgepasst: das ist der zweite Weg welchen wir beim Aufstieg kreuzen. Dem E-Flügel folgen wir fast ein Stunde, vorbei am Frauenweg (links) und Kreuzgründelweg (rechts). Die nächste große Wegkreuzung ist der A-Weg. Hier nach rechts und bis zum Stern an welchem sich Kalkstraße, Krötenbachweg, Proßweg und (links) Brettellenweg treffen. Auf letzterem gehen wir ins Muldental zurück. Nach dem Erbgerichtsgasthof, mein Lieblingsplatz in Holzhau. Wer dort mal war, wird wissen warum. 

So, wir sind wieder da. Wer zum Beispiel in Eschenhof, Erbgericht oder Lindenhof wohnt oder mit der FEG zum Tagesausflug angereist war, ist wieder "daheim" und kann Kaffee trinken. Wer noch zur Fischerbaude muss, hat noch einen kleinen Aufstieg vor sich. Sollte also auch erst mal Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen.

Als Bild heute mal keine W. Richter-Karte, sondern ein aktuelles Foto vom Mühlenfest. Leider habe ich immer noch keine Ansichtskarte Walter Richters entdeckt, welche die Weicheltmühle oder wenigstens das Gimmlitztal motiviert.

Dienstag, 3. Mai 2016

sieben bei drei oder wenn Engel reisen

Der Titel klingt kryptisch, ist es aber nicht. Hat vielmehr ganz reale Bezüge. Sieben von uns alerten Kolleginnen und Kollegen waren am 3. Holzhauer Firmenwandertag beteiligt, haben dort drei Mal übernachtet und sind an drei Tagen gewandert. Also 7+3. Zwei besondere, nämlich Primzahlen und zusammen geschrieben auch eine Primzahl. Wer danach googelt, wird noch mehr entdecken. Freunde einer bestimmten TV-Serie, werden sich ebenfalls an die 73 erinnern. 
Es waren wunderschöne drei Tage und drei Abende. Das Wetter hat komplett mitgespielt. Insgesamt wurden gemeinsam 40 km unter die Wanderschuhe genommen und dabei etliche Höhenhektometer überwunden. Das klingt nach nicht besonders viel - Ziel war jedoch die Gemeinsamkeit und die Kommunikation untereinander, nicht das vollbringen von Höchstleistungen. Zur Gemeinsamkeit gehört auch Rücksichtnahme, auf zeitweilig in der Leistung gehandicapte Freunde.

Einige Höhepunkte der Veranstaltung. Schon die Anreise mit der Bahn wurde zum Erlebnis, nicht nur wegen des humorvollen Zugbegleiters der Deutschen Bahn. Ilona hatte das Catering übernommen und ganz hervorragende Verpflegungsbeutel gepackt. In Freiberg gab es einen kurzen Stadtrundgang, bevor es  zum Ziel nach Holzhau weiter ging. Nach dem Mittag im Erbgericht erfolgte mit dem gemeinsamen Besuch der Holzhauer Kinderbuchausstellung bereits die zweite kulturelle Einlage. Das Kaffeetrinken fand im Eschenhof statt. Eine erste Kurzwanderung verschaffte uns dann den richtigen Bierdurst, welcher am Abend mit dem guten Rechenberger gestillt werden konnte.

Unverkatert und fit trafen sich alle zum gemeinsamen Frühstück wieder.
Die dann beginnende Tageswanderung führte uns nach Neu-Hermsdorf zum SWF. Dort wurde nicht nur zu Mittag gegessen, sondern wurden auch das kleine, aber feine Eisenbahnmuseum und der königliche Empfangssalon besichtigt. Besonders für unsere zwei Exeisenbahner genossen das selbstverständlich als Leckerbissen. Das war dann auch der Stachelbeerkuchen auf dem Rückweg. Abends wurde zum Rotwein gebeten. Dabei über allgemein interessierende Themen offen beraten. Zwischen Abendessen und Rotwein auch noch der frisch aufgestellt Maibaum besucht und das Entzünden eines Hexenfeuers, am Holzhauer Jugendclub beobachtet.

Ein Besuch in Holzhau ohne Fischerbaude geht überhaupt nicht - daher führte die zweite Tageswanderung via Torfhaus und Hirschhübel zu diesem gastlichen Ort. Zum Glück hatten wir Plätze bestellt. Das wäre sonst wohl knapp geworden. Der Wandertag war damit noch nicht beendet. Als drittes Museum nach Kinderbuch und Eisenbahn besuchten wir den Standort des sächsischen Brauereimuseums in Rechenberg. Dort wurde unter anderem die Qualität des aktuellen Kellerbieres getestet und mit dem Prädikat "Spitzenklasse" gewürdigt. Erste Teile der darin enthaltenen Flüssigkeitsanteile, konnten bereits am Schanzenweg wieder ausgeschwitzt werden.
Auch am letzten Tag gab es vor der Abreise noch eine Schwitz- und Muskelbeanspruchungstour. Ich quälte meine lieben Freunde durch die Brett-telle. Dieses schöne Nebental der Mulde, mit seinen mächtigen Fichten und Buchen, muss ein Wanderer in Holzhau aber auch gesehen haben.
Das war es dann auch fast schon. Auch nach dem ersten gemeinsamen Arbeitstag sind wir uns sicher: es wird gewiss ein viertes Mal geben. Auch auf diesem Wege einen großen Dank an all die fleißigen Menschen in Museen und Gastwirtschaften vor Ort, besonders an unsere Gastgeber im Holzhauer Erbgericht.

links zum 1. Wandertag und zum 2. Wandertag


sieben auf dem Holzweg

Donnerstag, 7. April 2016

Testlauf

Es sind noch 22 Tage bis zum 3. Holzhauer Wandertag. Ich freue mich darauf, dass es bald soweit ist. Aber, aus meiner Kindheit habe ich wenigstens eine, nicht nur angenehme Eigenart von mir aufbewahrt - ich bin aufgeregt. Dieser Aufregung versuche ich ein wenig Herr zu werden, indem ich in der nächsten Woche einen Testlauf machen werde. Ich fahre also nach Holzhau und probiere dort meine Wanderungen aus. 


Geplant habe ich mehrere Touren, wir werden ja schließlich auch 3 Tage in Holzhau sein. Den konkreten Verlauf der Wanderungen und deren Ziele sind noch geheim und nur in meinem Kopf gespeichert.

Aber einige Sachen kann ich schon verraten. So wird eine der Wanderungen 9 km lang sein und einen Höhenunterschied von 100 m aufweisen. Am Wanderziel erwartet uns leckeres Essen. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob diese Wanderung am zweiten oder am dritten Tag stattfinden wird.

Eine weiter Wanderung führt uns zu einem Museum, sind doch Kultur und Bildung ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Vermutlich werden wir diese Tour am Sonnabend unter die Füße nehmen. Auch diese Strecke sollte für alle Beteiligten machbar sein. Zumal sie eine längere Rast beinhalten wird. 

Als Karte wähle ich, dem Anlass entsprechend eine Abbildung unseres Wanderquartiers. Dem Holzhauer Erbgerichtsgasthof. Die Karte ist mehr als 100 Jahre alt.


Sonntag, 1. November 2015

Jägerlatein und andere Sprachprobleme

Auf meiner Nachmittagswanderung am 19. Oktober bin ich über die Oberholzhauer Höhe, an der Fischerbaude vorbei und dann um den Hirschhübel gewandert. Um später durch das Muldental zurück zum Erbgericht zu gelangen. Diese Wanderung besticht durch den schnellen Wechsel verschiedener Landschaften. Beginnend mit einem weiten Blick in das Muldental nach Nordwesten und die schön gefärbten Mischwälder an der Südflanke des Kannelberges und seiner Nachbarberge, geht es dann zum Fichtenwald an der Steinkuppe. Über die Alte Landstraße, den Moorweg, ein Stück Torfstraße verläuft die Wanderung östlich um den Hirschhübel. Hier bestimmt die Vegetation des Moores, über welches man ins böhmische blickt die Szene. Dann folgt wieder Fichtenwald und zuletzt das Muldental mit einer Auwald Anmutung. Meine Schilderung ist sicherlich wissenschaftlich nicht ganz korrekt. Mir gefällt jedenfalls dieses Wechselspiel.
Kurz vor dem Wiedererreichen des Muldetales, überspannte Flatterband meinen Weg. Nachdem ich dieses unterquert hatte, musste ich feststellen, dass ich gerade ein zur Jagd abgesperrtes Gebiet verlassen hatte. Und am Folgetag wollten wir eigentlich über die Alte Landstraße und das Battleck nach Deutschgeorgenthal. Es stellte sich heraus, dass weder dieses, noch die Ersatzwanderung über Johannes-Kamprath-Weg und Schwarzen Buschweg nach Hermsdorf möglich waren. Der komplette Fischerwald war gesperrt und aus diesem auch am frühen Vormittag des 20. Oktober Schüsse zu hören. So mussten wir unser komplettes Tagesprogramm umstellen.

Auch wenn ich mal gern Wild esse, bin ich doch kein besonderer Freund der Jagd. Ohne deshalb gleich Feind der Jäger zu sein. Ich empfinde allerdings die Argumente der Befürworter von Druckjagden etwas sonderbar. Wird doch hier häufig der Schutz des Waldes und des Waldumbaus zu Mischwäldern angeführt. Das Wild als Bewohner des Waldes faktisch zum Waldschädling erklärt. Und das vom Hauptwaldschädling, dem Menschen! 
Millionen von Jahren kam der Wald ohne den Menschen prima zurecht. Später begann der Mensch den Wald zu verändern, dann zu zerstören. Im späten Mittelalter erfand man dann die Nachhaltigkeit - nicht um den Wald zu erhalten, sondern mit dem Ziel, die Holzproduktion zu sichern.
Offenbar sind sich nicht einmal alle Jäger sicher, ob die Jagd tatsächlich so wie jetzt betrieben werden muss, um durch das Wild hervor gerufenen Schäden zu vermindern. So war es jedenfalls in den Zeitungsberichten zum "Runden  Tisch" zum Rotwild im Erzgebirgskreis zu lesen. 

Und hier ein Bild mit Wild. Älter als 110 Jahre.


Mittwoch, 16. September 2015

Selbstüberraschung

Das war schon eine tolle Woche, die 37. Kalenderwoche 2015. Nach Ende des erlebnisreichen 2. Holzhauer Wandertages "meiner" Firma, war ich am Dienstag wieder nach Hause gefahren. Nach einem Blick auf den Dienstplan, übermannte mich am Mittwoch die Sehnsucht nach Holzhau und ich buchte Zimmer und Bahnticket - so dass ich am Sonntag mit dem ersten Zug der FEG wieder in Holzhau eintreffen konnte. Halb 10 begann die Wanderung, dessen Beschreibung nun folgt.


Traumhaftes Wetter, blauer Himmel und frische, jedoch angenehm temperierte Luft empfingen mich. Im Laufe des Tages wurde es noch einmal deutlich über 20 °C! In der Brettelle begrüßte ich den Wald und speziell zwei meiner Lieblingsbäume, um dann in den Buchensteig nach Rechenberg anzubiegen. In memoriam an die große Buche führte mein Weg an deren Stumpf vorbei. Von dort hörte ich Blasmusik. Selbstverständlich freute es mich, so eindrucksvoll zum Schalander gelockt zu werden, denn von dort kam der Klang. Solcher Lockrufe hätte es eigentlich nicht bedurft. Schon das leckere Rechenberger hat Zugkraft genug. Nach einem kleinen Glas Festbier ging es schnell weiter. Über die Goldene Höhe und den Georgenfelder Weg, an die Neugrabenflöße und entlang dieser zur Floßgrabenaussicht. Auf dem Weg zu diesem schönen Aussichtspunkt, von welchem bei guter Sicht die beiden höchsten Erzgebirgsgipfel zu sehen sind, hatte ich noch ein ganz besonderes Erlebnis. Lag doch mitten auf dem Wanderweg eine sich aufladende Ringelnatter. Erst das zweite Mal, dass in den vergangenen Jahren ein Exemplar dieser schönen Tiere, in freier Natur erlebte. 

Mittagessen gab es im Deutsch-Georgenthaler "Grenzhof". Ohne lange im Wirtshaus zu verweilen, lenkte ich meine Schritte nun ins "böhmische". Auf dem wunderschön verlaufendem Weg entlang der Neugrabenflöße ging ich bis zur Staumauer der Údolní nádrž Fláje (Talsperre Fláje). Bei dem schönen Wetter hatten sich dort viele Ausflügler angefunden.

Der Rückweg von der Staumauer verlief erneut entlang des Grabens der ehemaligen Neugrabenflöße. Diesmal aber weiter, bis ich nach der neuen Brücke auf den Grenzweg gelangte. Nunmehr wieder in Deutschland, war es nur noch ein kurzer Weg bis zur Fischerbaude, um dort der drohenden Unterhopfung entgegen zu wirken. Nach inzwischen bereits 30 Wanderkilometern, durfte es auch ein großes Rechenberger sein. Der Rückweg ist schnell geschildert. Steinweg, Heuweg, Torfstraße, Muldenweg. Es hat Spaß gemacht, den Kopf gelüftet und mir Energie und gute Gedanken gegeben. Außerdem habe ich über Wandervorschläge für die nächste Holzhauer Wandertage mit Wanderfreundinnen und Wanderfreunden der Firma nachgedacht und auch ein Stück Weg davon getestet.

Das habe ich dann auch am Folgetag noch einmal getan. Dieses Mal ausschließlich auf der Kannelbergseite. Bei dieser Wanderung habe ich die 1000 km Wandermarke im Jahre 2015 geknackt. Wie es mir auch schon 2014 gelungen war. Darum heute keine Karte von Walter Richter, sonderen ein eigenes Foto. An der 1000 km Marke lachte mir nämlich eine Baumstumpf zu. Vieleicht gähnte er aber nur, oder rief etwas. 






Dienstag, 1. September 2015

ich freue mich vor

Nachdem der 1. Holzhauer Wandertag sehr gut gelungen war, machen wir das jetzt gleich noch einmal. Mich freut es selbstverständlich ungemein, dass es meinen Kolleginnen und Kollegen so prima gefallen hat. So hat die Angelegenheit die Fähigkeit eine Tradition zu werden. Dazu werden wir gemeinsam am Runden Tisch des Holzhauer Erbgerichtsgasthofes beraten und Pläne für das kommende Jahr schmieden. Rechenberger Bier und Vogelbeerlikör werden uns dabei inspirieren.
Für den 2. Holzhauer Wandertag, habe ich mir bereits umfassend Gedanken gemacht und, so meine ich, ein schönes Programm zusammengebastelt.

Freue mich wie verrückt. 

Als Karte habe ich eine etwa 100 Jahre alte Ansicht der Torfstraße mit dem Torfhaus heraus gesucht. Möglicherweise führt uns bei der Wanderung der Weg hier entlang. 


Samstag, 22. August 2015

durchs ganze Gimmlitztal

Meinen diesjährigen sechsten Aufenthalt an den Hängen des Kannelberges habe ich zu einem Kurzurlaub in der Weicheltmühle genutzt. Übrigens der sechste in dieser wunderbar gelegenen Wandergaststätte. Dabei habe ich mir zugleich einen Wunsch erfüllt und mal einen kompletten Flusslauf an einem Tag abgewandert. Den der Gimmlitz. Ein Fluss, welcher früher einmal mit seinem Wasser 23 Mühlen antrieb. Das auf nur 25 km Länge! 
Zur Beschreibung der Wanderung.
Start war der Bahnhof Lichtenberg/Erzgebirge. Von hier aus musste ich erst einmal ein Stück in die "falsche" Richtung laufen. Etwa 1 km nordwestlich der Bahnstation befindet sich nämlich die Mündung der Gimmlitz in die Freiberger Mulde. Hier - 388 m oberhalb des Meerespiegels begann nun mein Lauf entgegen dem der Gimmlitz. Es ging also immer bergauf. Die ersten Kilometer waren nicht so richtig schön für einem Waldwanderer. Die Strecke verläuft hier immer entlang der Straße nach Südosten. Der Höhepunkt dieses Teilstückes, war mein vorbeiwandern am Lichtenberger Demenz-Zentrum. Dessen Bewohner saßen beim morgendlichen Singen. Es erklang gerade "Das Wandern ist des Müllers Lust". Es ist in etwa vorstellbar, welche Freude das auslöste, als ihnen bei diesem Lied ein Wanderer zuwinkte. Auch mich hat es gefreut. Das half auch den ersten längeren Anstieg bis zur Dammkrone der Talsperre Lichtenberg bei ca. 500 m zu überwinden. Am Nordufer des Stausees durfte ich nun endlich durch den Wald wandern. Hier läuft man im Schatten der Bäume und hört rechterhand das Rauschen der Gimmlitz. Das war dieses Mal nicht so heftig - die Hitze wirkt sich eben auch hier aus. Wobei der Zustand des Waldes besser war, als befürchtet. Allerdings gab es auf dem Abschnitt vor der Kummermühle auch völlig trocken gefallene Abschnitte des Flusses. 
Der weitere Weg bis zur Zwischenstation Weicheltmühle verlief ohne Besonderheiten, Hinter der Illingmühle benutzte ich den Konrad-Weichelt-Wanderweg, welcher leider jetzt ziemlich bewachsen ist. Zu wenig Wanderer sind unterwegs und wir dürfen nicht nur darauf hoffen, das uns die Wege permanent frei gehalten werden. In der Weichelt-Mühle gab es ein großes Rechenberger und extra wegen meines kommens zubereitete Flecke. Nach dem ablegen des Gepäcks und Umgewandens, ging es dann weiter Richtung Quellort. Dafür schlug ich einen Bogen durch den Ort Hermsdorf, um zwischendurch im dortigen Bierkeller noch ein Rechenberger als Wegzehrung zu tanken. Doch Pustekuchen! Ein Schild mit dem Hinweis auf eine geschlossene Gesellschaft wimmelte mich ab. Über das Kalkwerk lief ich also stark unterhopft zur Gimmlitzqelle. Diese war ebenso wie der Bierkeller völlig trocken. Dennoch war ich zufrieden. Auch wenn mich das Rohr in fast 780 m Höhe, aus welchem die Gimmlitz fließen soll keinen Tropfen von sich gab - ich hatte den kompletten Fluß erwandert und dabei fast 400 m Höhenunterschied überwunden. Konnte also frohgemut zurück in die Weicheltmühle laufen.

Als Karte eine mehr als 100 Jahre alte Ansicht, des nach Bau der Talsperre Lichtenberg, in dessen Stausee versunkenen Teichhauses Burkersdorf.


Dienstag, 19. Mai 2015

die Schleife ist eine Spirale!

Da habe ich mir einen blöden Titel für diesen Beitrag ausgedacht. Stimmts? Das scheint aber nur auf den ersten Blick so. Denn eigentlich möchte ich damit nur aufzeigen, dass ich mich mit meinen permanenten Wanderbesuchen in Holzhau keinesfalls in einer Zeitschleife bewege. Und täglich grüßt der Wandersmann, ist eben nicht immer gleich, sondern gelangt wie eine Spirale in immer neue, jedoch miteinander verbundene Ebenen.

In immer wieder Holzhau hatte ich diese Veränderung in der Gleichheit schon einmal beschrieben. 
So sitze ich also auch jetzt hier zu Hause und sinniere über den nächsten Kurzurlaub nach Holzhau nach, welcher wohl irgendwann im Juni stattfinden wird. Und mit einem Gedanken daran, werde ich wohl heute Abend auch einschlafen. 
Mein grober Plan sagt mir, dass ich demnächst wieder einmal über den Reitsteig wandern möchte. Dieser Weg ist außerordentlich schön und gut zum Anwandern geeignet. Außerdem denke ich bereits seit geraumer Zeit über eine Mehrtälerwanderung nach Schmiedeberg nach. Angedacht war dieses eigentlich schon für den Osterurlaub. Das Wetter ließ solches aber dann nicht zu.  So werde ich also vielleicht im Juni über Mulden- Weißeritz- und Pöbeltal nach Schmiedeberg und Pöbel- Weißeritz- und Gimmlitztal zurück wandern. Wobei man meine Arbeitsbezeichnungen der Täler nicht so ernst nehmen sollte. Zumal es sich bei der Weißeritz um mehrere Täler handelt. Wir haben es ja mit der Roten Weißeritz und der Wilden Weißeritz zu tun. 

Ein Hauch Wilde Weißeritz ist auf unserer heutigen Walter Richter Karte. In dessen Tal unweit des Nordufers dieses Flüsschens steht am Hang das ehemalige Jagdschloß Rehefeld.