Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.
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Donnerstag, 4. Juni 2015

130 Jahre Eisenbahn in Holzhau

Dafür wurde die Eisenbahnstrecke nach Böhmen zwar nicht gebaut - aber Urlaub in Holzhau und Eisenbahn gehören zusammen. Die Eröffnung der Bahnlinie im Mai 1885 eröffnete nämlich auch für den Fremdenverkehr neue Möglichkeiten. Nur durch die Eisenbahn wurde die Schönheit Holzhaus auch für viele Menschen zugänglich. Bequem, schnell und preiswert konnte man nunmehr nach Holzhau reisen, um sich in der schönen Landschaft zu erholen. Keine Wunder, das bereits 11 Jahre nach der Eröffnung der Bahnstrecke mit "Richters Sommerfrische" das erste neu erbaute Ferienhotel erstmals seine Gäste begrüßen konnte. Sozusagen zum 10 jährigem Jubiläum der Strecke war der Antrag zum Bau des Hauses gestellt worden. Offenbar hatte hier jemand die Zeichen der Zeit erkannt. 
Die heutigen Besucher von Holzhau würde sicher begrüßen, gäbe es jetzt wieder jemanden, welcher die Zeichen der Zeit erkennt und dem jetzigen Besitzer dieser inzwischen leider ehemaligen Gaststätte zumindest den Kaffeeausschank genehmigen würde. Nach meiner Ansicht könnte das dazu führen, dass wieder mehr Sommerfrischler in den Ort kommen - wenn auch etliche davon nicht mit der Bahn sondern dem Automobil. Unmittelbar an einem der schönsten Täler des gesamten Erzgebirges gelegen, bietet der Platz nämlich Kurzwanderungen auch für die nicht ganz so mobilen Besucher an. Und manch einer könnte sich dann, so wie ich nicht mehr von Holzhau losreißen und käme fortan ständig hierher. Aber ich träume da wohl ein wenig zu intensiv.

Mein Glückwunsch jedenfalls an die Eisenbahn zum 130 Jahrestag des Bestehens dieser Strecke. Heutzutage aus zwei Strecken bestehend, da es zwischen Holzhau und Moldava nur noch die Bahndammloipenverbindung gibt.

Und nun gibt es ein Bild mit Eisenbahn. Und mit dem Gasthaus. 110 Jahre alt.



Samstag, 22. Dezember 2012

mit der Eisenbahn nach Holzhau

Warum baute Ernst Richter gerade in Holzhau? Ich weiß es nicht. 

Gute Gründe gab es allemal. Das Tal der Mulde ist in Holzhau besonders schön. Standortvorteil zur damaligen Zeit, war die gute Erreichbarkeit durch das seinerzeit fortschrittlichste Transportmittel - die Eisenbahn. Egal ob von Chemnitz oder Dresden - mit umsteigen in Freiberg, war man schnell in der, ab 1885 mit dem Zug erreichbaren Holzhauer Sommerfrische. Auch von Leipzig (über Nossen) kam der Sommerfrischler schnell ans Ziel. Auch heutzutage ist Holzhau gut und bequem mit der Bahn erreichbar. Zum Beispiel von Berlin in 3 1/2 Stunden oder von Chemnitz oder Dresden in weniger als 1 1/2 Stunden. Nur Leipzig ist ein wenig von der Welt abgeschlossen. Von dort benötigt man fast so lange wie von Berlin. Aber heutzutage fährt man lieber mit dem Auto. Selbst wenn man damit nicht viel schneller als der Zug am Ziel ist.
Das Bild oben zeigt den Holzhauer Bahnhof mit Eisenbahn in einem Ausschnitt aus einer 1907 gelaufenen Ansichtskarte. (Erstveröffentlichung am 23.11.2011)

Diesen 13 Monate alten Beitrag, hole ich wieder mal nach vorn. Weil er nämlich aktuell ist. Wegen Meldungen über "Neuregelungen" der Finanzierung des ÖPNV und daraus abzuleitenden Befürchtungen zur Einstellung der Strecke nach Holzhau, hatte ich vor kurzem bereits berichtet -> Eisenbahn und Tourismus. Heute las ich in der Freien Presse von gestern, dass wenigstens bis 2019 die Finanzierung steht. Auf der sicheren Seite ist man damit jedoch nur vorübergehend. Es müssen also Fahrgäste her. Eine Strecke, welche unter geringer Nutzung leidet wird eingestellt. Also: Anwohner und Naherholer, nutzt die Bahn. Und auch vor Ort anwesende Touristen, sollten ihre Ausflüge nicht nur mit dem Auto, sondern auch mal mit der Bahn machen.

Sonntag, 11. November 2012

Eisenbahn und Tourismus

in letzter Zeit mehren sich die Zeitungsartikel, welche von der Eisenbahn nach Holzhau handeln. Leider mit ungutem Tenor. Man spricht über Stillegung. Im Autoland Deutschland gehört die Eisenbahn vielerorts zu den Dingen welche sich "nicht rechnen". So wie Gesundheitswesen, Kultur und Bildung. Ich will das hier nicht weiter kommentieren, liest ohnehin keiner und diejenigen, welches es doch lesen, können sich gewiss ihren eigenen  Reim machen.
Diese Meldungen möchte ich aber als Anlass nehmen, nochmals (hatten wir hier schon einmal) über die Zusammenhänge zwischen dem Eisenbahnverkehr nach Holzhau und den Fremdenverkehr nachzudenken. Seit Mai 1885 konnte man mit der Eisenbahn nach Holzhau gelangen. Damit wurde buchstäblich Dampf für den Fremdenverkehr gemacht, denn es wurde nun für weite Teilen des besser verdienenden Bürgertums möglich, schnell und kostengünstig in die frische Luft des Erzgebirges zu gelangen. Diese Möglichkeit wurde offensichtlich auch gern angenommen.
So lohnte es sich für investitionsfreudige Menschen, Geld in den Fremdenverkehr zu stecken um mit diesem zu verdienen.


Einer dieser Investoren war der Frankenberger "Konfektionist" (er betrieb eine Zigarrenkistenproduktion), welcher die für diesen Blog die namensstiftende Sommerfrische bauen ließ. Zehn Jahre nach der ersten Personenbeförderung nach Holzhau, mit einem Zug, stellte er den Antrag zum Bau eines Hauses an der Holzhauer Brettelle. Noch im selben Jahr wurde das fertig, was später als "Richtes Sommerfrische" bzw. "Haus des Handwerks", weit über die Grenzen Holzhaus hinaus bekannt wurde. Mit dieser ersten professionellen Ferienanlage, wurde ein Boom eingeleitet, welche 100 Jahre anhielt und seinen Höhepunkt zu DDR-Zeiten hatte. Immer kamen die Urlauber mit dem Zug nach Holzhau - zu manchen Zeiten wurden Sonderzüge eingesetzt um den Ansturm zu bewältigen. Aber auch für die Anwohner war der Zug wichtig. Er brachte sie zur Arbeit nach Mulda, Freiberg und nach anderswo. Mit ihm fuhr man zum Shoppen, welcher früher noch schlicht als Einkaufen bezeichnet wurde und zu Kulturveranstaltungen, besuchte Freunde und Verwandte.
Das scheint vorbei zu sein. Für Touristen ist es bequemer und preiswerter geworden,mit dem Auto anzureisen und zum Einkauf nimmt man sowieso das Auto. Nur wenige benutzen noch den Zug, darunter Schulkinder. Mir gefällt diese Tendenz nicht, sie wird sich aber wohl nicht aufhalten lassen, wenn wir nicht selbst gegensteuern. Dazu muss man aber aktiv werden und zum Beispiel ganz bewusst die Bahn nutzen - selbst wenn es unbequemer scheint und (noch) teurer ist. Andere Wege gibt es nicht. Vielleicht gibt es auch Möglichkeiten, den angereisten Touristen Urlaubs-Tickets zu finanzieren. Etwa so, wie es mit dem "Ski-und Wanderbus".
Inzwischen regt sich zum Glück Widerstand gegen die Pläne der Stilllegung der Strecke. Die Holzhauer Internetseite Holzhau.de berichtete darüber. Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit. Aber wer hört schon auf das Volk?