Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.

Freitag, 1. Mai 2015

Gemeinsame Freude ist vielfache Freude

Urlaub und Ferien sind besonders schön, wenn man sie mit Menschen verbringt welche man sehr mag. Nicht umsonst legen WIR Wert darauf den Urlaub so zu planen, dass die Familie dabei ist. Denn wen liebt und benötigt man mehr, als den Lebenspartner und die Kinder.
Dieses Thema ist aber damit keineswegs erschöpft. In einem Beitrag berichtete ich bereits von gemeinsam mit Freunden verbrachter Ferien. Bezog mich dabei vor allem auf die Kindheit. So schwer es ist, es gibt auch noch ein Leben nach der Kindheit. In dieser verbringt man einen (hoffentlich) guten Teil seines Lebens mit Menschen außerhalb des engen Familienkreises, vor allem am Arbeitsplatz. So man einen hat. Durch solche Kontakte ergibt es sich zwangsläufig, dass man manche davon besonders schätzen lernt. Warum also nicht auch einmal mit diesen liebenswerten Menschen mal etwas gemeinsames unternehmen, was so etwas wie Urlaubsfeeling hat? 
Dank der Initiative einer Kollegin, werden wir das in Kürze durchführen und im halben Dutzend in eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands - das Erzgebirge fahren. Der aufmerksame Leser dieses Blogs wird ahnen wohin es konkret geht. Selbstverständlich nach Holzhau. Dort werden wir gemeinsam eine Wanderung zelebrieren, die erzgebirgische Gastfreundschaft genießen und wohl auch viel plaudern. Denn dazu kommen wir bei unserer Arbeit leider nur selten.
Den Segen des Wettergottes haben wir auf jeden Fall, das sagt mir meine Erfahrung. Nicht ganz so sicher bin ich mir da bei der GDL. Denn die dort organisierten Kollegen der Bahn, sollen uns ja transportieren.

Als Ansichtskarte daher heute mal einen Bahnhof, den von Bienenmühle. Mit Zug. Die Karte stammt aus dem Jahr 5 des Bestehens dieser Gewerkschaft.




Nicht wundern. Ich habe die Karte noch einmal ausgetauscht. Nicht wegen des Bahnstreiks, sondern weil ich die Bahnhofskarte vor kurzem schon einmal benutzt hatte. Dafür jetzt eine ebenso schöne Karte mit einer anderen wichtigen Institution: der Rechenberger Brauerei. 

Sonntag, 12. April 2015

Urlaubszutaten

Was benötigt man eigentlich für einen schönen und erholsamen Urlaub? Der Mix ist ganz gewiss ebenso individuell wie wir Menschen es sind. Selbst wenn wir mal annehmen, dass wir längst nicht so verschieden gestrickt sind, wir wir selbst meinen. Gutes Wetter, reichhaltiges Essen, ein bequemes Bett, Möglichkeiten den Urlaub mit Aktivitäten zu füllen - all jene Fixpunkte werden sicher fast alle unterschreiben. Obwohl wir darunter Unterschiedliches vor dem geistigem Auge haben werden. Für mich selbst kommt auf jeden Fall noch dazu, den Urlaub mit Menschen, welche man mag zu verbringen und eben solchen Menschen im Urlaub zu begegnen.
Unser gerade zu Ende gegangener Urlaub in Holzhau hat all unsere Wünsche wieder einmal erfüllt. Weil viele Köche den Urlaubsbrei nicht verderben, sondern reichhaltig machen. Zu betonen, das ich wie immer mit meinem Urlaubsquartier im Erbgericht von Holzhau außerordentlich zufrieden war, heißt die berühmten Eulen nach Athen zu tragen. Schon wegen des Wirtes und des Sternekochs im Hause trage ich die Eulen aber gern nach Athen. Selbst wenn viele mit Athen nichts im Sinne haben. 
Auch der Wettergott hat uns ein ganz besonderes Urlaubswetter gemischt. In den knapp zwei Wochen wurden alle Niederschlagsvarianten zwischen Nebel und Schneefall, inklusive Regen und Graupel angeboten. Es gab aber auch ausreichend Zeiten ohne Niederschlag und mit blauem Himmel und Sonnenschein. Anzumerken dazu ist, dass ich jeden Tag viele Stunden im Freien verbracht habe, aber den Regenschirm nur verpackt im Rucksack bei mir trug. Der Wind variierte zwischen Windstille und Sturmböen von über 100 km/h. Kurz vor den Osterfeiertagen fiel dann so viel Schnee vom Himmel, dass sich eine mehr als 30 cm hohe Schicht von Neuschnee den Boden bedeckte. Holzhauer bestätigten: das war mehr, als den gesamten Winter über. Der Holzhauer Skilift war am Karfreitag und den darauf folgenden Sonnabend in Betrieb. Auf den Loipen der Gegend waren unentwegte Skiläufer in der Spur. Für uns als Fußwanderer bedeutete das unverminderte Freude, jedoch eingeschränkte Möglichkeiten. Nicht einmal der als Winterwanderweg propagierte Muldenweg war beräumt. Allerdings hatte der Forst einige Strecken im Wald frei geschoben. Brettelle, Proßweg, Kalkstraße, Krötenbachweg und Schlüsselweg bis zur Weicheltmühle waren begehbar. Ebenso das Ringel, der Trostgrund und die Torfstraße. 

Kurz und knapp zusammengefasst: uns hat es gefallen.

Heute einmal zwei Bilder. Eine Karte von W. Richter. Mehr als 80 Jahre alt. Und eine von diesem Jahr. Ende März. Die Ähnlichkeit ist gewollt.





Sonntag, 22. März 2015

wie ökologisch ist ökologisch?

Eines meine liebsten Wanderziele ist die Weicheltmühle im schönen Gimmlitztal. An der Gimmlitz ist es auch bezaubernd schön. Nicht umsonst führt meine geschilderte Lieblingswanderung auch durch dieses Tal. 
Seit geraumer Zeit wird über die Abwasserentsorgung der Häuser im Gimmlitztal debattiert. Die jetzige Form über Sickergruben genügt nicht mehr den Richtlinien. Abwasser soll stärker als bislang gereinigt werden. Was im ersten Moment gut klingt, zeigt für mich jedoch einen Haken. Und zwar einen, welcher über die finanzielle Belastung der Hausbesitzer im Tal hinausgeht.

Ich frage mich nämlich: was wird mit der Natur und all den kleinen Lebewesen in der Gimmlitz und den Flächen um diese herum? Wenn ich das richtig behalten habe, liegen hier Kreisläufe vor. Der Beginn dieses Kreislaufes sind kleine und kleinste Lebewesen, welche sich als Destruenten von toten organischen Stoffen und von den Mineralstoffen in den Ausscheidungen großer Tiere ernähren. Wenn ich nun eine steril reine Umwelt schaffe und versuche Wasser von Tafelwasserqualität in Bächen und Flüssen zu erzielen, wovon leben dann z.B. all die kleinen Krebstiere, welche das Futter der Fische in den Flüssen sind? Wachsen in einem Erdreich mit veränderter Zusammensetzung noch all jene Pflanzen, welche das Gimmlitztal so einzigartig machen und es von uns zur schützenswerten Natur erklären lassen?

Vom Gimmlitztal sind mir bislang noch keine Fotos von Walter Richter untergekommen. Aber am Rauschenbach ist es auch nass.


Samstag, 14. März 2015

Meine Lieblingswanderung

In Vorbereitung eines meiner Jahreshöhepunkte, denke ich zur Zeit viel über Wanderungen nach. Möchte ich doch zu diesem Höhepunkt mit einigen äußerst angenehmen Kolleginnen und Kollegen in und um Holzhau wandern. Meine absolute Lieblingswanderung, praktisch bei jedem Aufenthalt zelebriert möchte ich daher vorstellen. 

Holzhau - Weicheltmühle - Holzhau (ca. 18 km, ca. 310 m Höhendifferenz)

Gleich zu Anfang - das mit den über 300 m zu bewältigender Höhendifferenz klingt dramatischer als es ist. Man muss halt über den Berg, 190 m beim Hin- und 120 m beim Rückweg. 

Abmarsch in Richtung Osten. Entlang der Mulde geht es den Muldenweg bis hin zur Dreitelle. Dieses schöne Muldennebental steigen wir hinauf bis zu "Höhnes Ruh" und sind nun schon in  770 m Höhe angelangt. Rechts abbiegend folgen wir dem Weg, welcher H-Weg heißt. Nach ca. 1 km (welcher uns wegen des anfänglich noch erforderlichen Anstiegs bis auf knapp 800 m länger vorkommt) gabelt sich der Weg. Wir wählen den linken der Wege, Ringelweg heißend. Namen sind hier aber Schall und Rauch. Kaum ein Wegweiser irritiert uns beim Wandern. Der Ringelweg führt uns nach 1 1/2 Kilometer ebener Wanderung direkt bis zu Gimmlitzquelle. Hier ist eine gute Rastmöglichkeit mit freiem Blick in die Landschaft. Der Weitermarsch wird scheinbar ein wenig langweilig. Schnurgerade laufen wir nämlich den Schwerdtweg und die Schneise 11 Richtung Westen zurück. Wir befinden uns auf einer von Heinrich Cotta geschaffenen Schneise der von ihm modernisierten Forstwirtschaft. Wir gelangen so bis an den Knick der Kalkstraße. Weiter geradeaus gehend, kämen wir zum Alten Forsthaus und nach Nassau. Wollen wir aber heute nicht!
An der überdachten Tisch/Bank-Kombination gehen wir nach rechts. Ganz nach Feuchtegehalt bleiben wir auf dem festen Fahrweg oder kürzen über die alte Kalkstraße ab. Wer mag kann jetzt noch 300 m weiter bis zum Hermsdorfer Kalkwerk gehen und sich das von außen besehen. Hier wird seit über 400 Jahren hochwertiger Kalkstein/Marmor abgebaut, welcher vor 500 Millionen Jahren begann zu entstehen. 
Unser Weg führt uns aber eigentlich über den Schlüsselweg ins Gimmlitztal. Die Quelle des namensgebenden Flusses haben wir vorhin gesehen. Etwa 1 Stunde Weg trennt uns noch vom Etappenziel Weicheltmühle, gutem Essen und feinstem Rechenberger Bier. Wer mag kann auch selbstgemachten Knoblauch-  und Heuschnaps trinken. 

Der Rückweg ist zuerst eine Fortsetzung unseres Wanderns auf dem Schlüsselweg. Nach 1 km überqueren wir den Krötenbach und wenden uns nach links in den Krötenbachweg. Es geht nun von ca. 630 m wieder in 750 m nach oben. Dann über den Brettellenweg durch die Brettelle zurück nach Holzhau. Die Brettelle ist nach meiner Ansicht das schönste der Nebentäler der Mulde. Im Unteren Teil wachsen gewaltige 200 Jahre alte Buchen und Fichten - 35, 40 und gar 50 m hoch in den Himmel. Die Bäume gab es also schon zur Zeit der napoleonischen Kriege!

Unten, an der Pension Muldental angelangt gehen wir nach links, dann über die Mulde und an der Skischule Holzhau vorbei, zurück in unser Quartier. Das Erbgericht.

Heute keine Ansichtskarte von Walter Richter, sondern ein Foto aus eigener Produktion. Die Weicheltmühle.


Donnerstag, 26. Februar 2015

Reitsteig im Winter

Wenn man dem Wetterbericht trauen kann, wird das kommende Holzhau-Wochenende winterlich schön. Für den Freitag ist schon mal ein bissel neuer Schnee angekündigt. Sonnabend und Sonntag scheint die Sonne für 4 Stunden. Sagt zumindest die Wettervorschau.
Anlass für mich, noch eine Wanderung vorzuschlagen. Ausgangs- und Endpunkt sind dieses Mal die Bahnhöfe von Holzhau. Da eine Rundwanderung, kann sie in beide Richtungen gegangen werden. Selbstverständlich ist auch jede der Holzhauer Pensionen und jedes Hotels im Tal als Ausgangspunkt hervorragend geeignet.

Rundwanderung über den Reitsteig. (ca. 6 km, 110 m Höhenunterschied) Mit der FEG fahren wir dieses Mal bis zum Haltepunkt Holzhau Skilift. Das ist eine Bedarfshaltestelle, also Knopf drücken nicht vergessen. Ich denke aber hier werden bei gutem Winterwetter viele Wintersportfreunde den Wunsch haben aus zusteigen. Zu Fuß geht es ein Stück in Fahrtrichtung des Zuges - vorbei am Skihang mit seinen Liftanlagen und dem Holzhauer Skihof. Hier geht es nach links, über die Muldenbrücke und wieder nach links. Etwa nach 100 m sind wir an der Brettelle angelangt und laufen in diese hinein. Am Eingang der Brettelle steht das älteste Holzhauer Urlaubshotel. Das ist es zwar seit ca. 20 Jahren nicht mehr - aber Zimmer und Räume für Veranstaltungen werden immer noch vermietet.
Ab jetzt geht es bergauf. Von 600 m auf 700 m. Vorbei an den größten Bäumen der Umgebung. 40 bis 50 Meter hohe Fichten und fast ebenso hohe Buchen stehen hier. Die stärksten dieser Riesen messen mehr als 1 m im Durchmesser und sind älter als 200 Jahre. 
Nach etwa 1 km Aufstieg erreichen wir den N-Weg. Ein Schild weist nach Rechts und verkündet das es hier nach Holzhau geht. Diesen Weg wählen wir. Nach knapp 10 Minuten erreichen wir eine Lichtung. Hier kreuzen sich N-Weg und Schwerdtweg. Außerdem beginnt hier der Reitsteig seinen Lauf. Es ist der halblinks verlaufende Weg, welchen wir gehen müssen. Der Reitsteig ist einer der schönsten Wanderwege überhaupt. Abwechslungsreich und mit viel Potential für schöne Aussichten nach Oberholzhau. Er führt uns gemächlich bergab. Unterhalb des Kannelberges verlaufend finden wir hier auch ein Blockhaldenfeld. Nicht so gewaltig wie z.B. am Kahleberg, aber deutlich erkennbar. Später kreuzen wir auch die Kähnelbahnschneise. Hier verlief früher eine Materialseilbahn, welche zwischen Bahnhof Holzhau und Kalkwerk Hermsdorf Kohle in die eine und abgebauten Kalk in die andere Richtung transportierte. 
Später biegt der Reitsteig nach links in die Dreitelle ab und wird den Dreitellenweg überqueren. Achtung! Der Dreitellenweg wird als Loipe benutzt. Wir gehen diesen Weg, unter Berücksichtigung dieses Umstandes nach unten. Nach einem Kilometer sind wir im Muldental und gehen einfach geradeaus weiter nach Holzhau. Je nach Zeit können wir jetzt Mittagessen oder Kaffeetrinken. 
Wem die Strecke nicht lang genug ist, kann an der Einmündung von Dreitelle in Muldenweg auch nach links bis zum Teichhaus wandern. Das sind Hin- und Rückweg gerechnet 4 zusätzliche Kilometer.

Auf der Karte aus dem Jahr 1925 sehen wir den Blick vom Reitsteig auf Oberholzhau. Ganz so frei ist er heutzutage nicht mehr.